Lied / Cantique 30

31.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
30 31 31 31 31 31 31
p. 21 19 28 19 17 26 17
ALs Christus geboren war
Freuet sich der engel schaar /
Und sungen mit hauffen schon /
Ehr sey GOtt im höchsten thron.
GOttes Sohn ist mensch geborn /
Hat versöhnt seins Vatters zorn :
Freu sich / dem sein sünd ist leyd.

Als Christus
freuet
sungen

GOttes Sohn
Freu sich, dem

2. Die hirten erschracken gantz /
Vor der engel hellem glantz /
Hörten frölich neue mähr /
Daß Christus geboren wär.
Gottes Sohn ist mensch geborn /
Hat versöhnt seins Vatters zorn :
Freu sich / dem sein sünd ist leyd.

3. Sie suchten das kindelein /
Gewickelt in windelein /
[p. 20] Wie der engel hat vermeldt /
Welches trägt die gantze welt.
GOttes Sohn ist mensch geborn /
Hat versöhnt seins Vatters zorn :
Freu sich / dem sein sünd ist leyd.

  

trägt

4. Sie funden das kindlein zart /
Ligen in der krippen hart /
Bey dem vieh im finstern stall /
Welchs die stern geschaffen all.
GOttes Sohn ist mensch geborn /
Hat versöhnt seins Vatters zorn :
Freu sich / dem sein sünd ist leyd.

5. Auß der mutter brüste rein
Nehret sich das kindelein /
Welches durch sein göttlich krafft
Allem vieh sein futter schafft.
GOttes Sohn ist mensch geborn /
Hat versöhnt seins Vaters zorn :
Freu sich / dem sein sünd ist leyd.

6. Solch grosse barmhertzigkeit
Laßt uns preysen allezeit /
In gottsforcht und glauben rein /
Mit gedult gehorsam seyn.
GOttes Sohn ist mensch geborn /
Hat versöhnt seins Vatters zorn :
Freu sich / dem sein sünd ist leyd.

32. Im Thon : Wie schön leuchtet der &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
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p. 22 20 29 20 18 27 18
O Fürstenkind auß Davids sta  /
O meiner seelen bräutigam /
Mein trost / mein heyl / mein leben :/:
Wie soll ich ewig dancken dir /
Daß du ins elend ko st zu mir ?
Was soll ich dir dann geben ?
Es geht /
Und steht /
Ausser leyden /
Nur in freuden /
Was man siehet /
Weil der Friedens-fürst einziehet.

O Fürstenkind

  

  

geht und steht
2. Ich selbsten bin der freuden voll /
Ich weiß nicht was ich schencken soll
Dem außerwählten kinde :/:
Ach hertzens-kind / nimm immerhin /
Nimm hin mein hertze / muth und sinn /
Und mich mit lieb entzünde.
Schließ dich
In mich /
In mein hertze /
Daß ich schertze /
Und dich küsse /
Dich auch ewig lieben müsse.

scherze

  

3. Bleib / höchster schatz / o mein saphir /
O mein orion / bleib bey mir /
Du hofnung der verzagten :/:
Du himmels-thau / befeuchte mich /
Du schönstes manna zeige dich
Den armen und verjagten.
Laß nicht
Dein liecht
Hier auff erden
Dunckel werden /
Laß den deinen
Hie dein wort noch ferner scheinen.

Saphir
Orion

  

Verjagten

33.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
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p. 23 20 30 20 18 27 18
ERmuntre dich / mein schwacher geist /
Und trage groß verlangen :/:
Ein kleines kind / das vatter heißt /
Mit freuden zu empfangen /
Diß ist die nacht / darinn es kam /
Und menschlich wesen an sich nahm /
Dadurch die welt mit treuen 
Als seine braut / zu freyen.

Ermuntre dich

  

  

dadurch

2. Willkomm / o süsser bräutigam /
Du könig aller ehren :/:
Willkomm / o Jesu Gottes lamm /
Ich will dein lob vermehren :
Ich will dir all mein lebenlang
Von hertzen sagen preiß und danck /
Daß du / da wir verloren /
[p. 21] Für uns bist mensch geboren.

3. O grosser GOTT / wie kondt es seyn /
Dein himmelreich zu lassen :/:
Zu springen in die welt hinein /
Da nichts dann neid und hassen ?
Wie ko test du dein grosse macht /
Dein königreich / die freudenpracht /
Ja dein erwünschtes leben /
Für solche feind hingeben ?

4. Ist doch / HErr JEsu / deine braut
Gantz arm und voller schanden :/:
Noch hast du sie dir selbst vertraut /
Am creutz in todtes-banden !
Ist sie doch nichts als überdruß /
Fluch / unflat / todt und finsternuß /
Noch darffst du ihrentwegen /
Dein scepter von dir legen.


noch

  

darfst
5. Du fürst und herrscher dieser welt /
Du friedens-wiederbringer :/:
Du kluger rath und tapfrer held /
Du starcker höllen-zwinger /
Wie ist es müglich daß du dich
Erniedrigest so jä erlich /
Als wärest du im orden
Der bettler mensch geworden.
Fürst

  



Orden
6. O grosses werck / o wundernacht /
Dergleichen nie gefunden :/:
Du hast den Heyland hergebracht /
Der alles überwunden :
Du hast gebracht den starcken mann /
Der feur und wolcken zwingen kan /
Für dem die himmel zittern /
Und alle berge schüttern.
schüttern
7. O liebes kind / o süsser knab /
Holdselig von geberden :/:
Mein bruder / den ich lieber hab /
Als alle schätz auff erden :
Komm / schönster / in mein hertz hinein /
Komm eylend / laß die krippe seyn /
Ko  / komm / ich will bey zeiten
Dein läger dir bereiten.
sein
Läger
8. Sag an / mein hertzens-bräutigam /
Mein hoffnung freud und leben :/:
Mein edler zweig auß Jacobs stamm /
Was soll ich dir doch geben ?
Ach nimm von mir leib / seel u  geist /
Ja alles / was mensch ist und heißt /
Ich will mich gantz verschreiben /
Dir ewig treu zu bleiben.
und

  

9. Lob / preiß und danck / HErr JEsu Christ /
Sey dir von mir gesungen :/:
Daß du mein bruder worden bist /
Und hast die welt bezwungen.
Hilff / daß ich deine gütigkeit
Stäts preiß in dieser gnadenzeit /
Und mög hernach dort oben
In ewigkeit dich loben.
Gnadenzeit

  

34. Mel. Hertzlich thut mich verlangen : Oder : Wie soll ich dich empfangen

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
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IHr Christen außerkohren /
Freut euch von hertzen sehr :/:
Der Heyland ist geboren /
Gar gute neue mähr /
Deß freuen sich dort oben
Der heilgen engel schaar /
Und GOtt den Vatter loben /
Jetzt und fort i erdar.
Ihr Christen

  

  

fort immerdar

2. So singen sie mit schalle :
Ihr Christen in gemein :/:
Freut euch von hertzen alle
Ob diesem kindelein /
Euch / euch ist es gegeben /
Und hat das heyl bereit /
Daß ihr bey Gott sollt leben /
In stäter seligkeit.

3. Kein mensch sich ja betrübe /
Da  dieses kindelein :/:
Euch bringet süsse liebe /
Was wolt ihr traurig seyn ?
Den himmel wills den n schencken /
die an ihn glauben vest /
Daran solt ihr gedencken /
Euch freuen auff das best.

den n
4. Nun seyd ihr wohl ge-[p. 22]rochen
An eurer feinde schaar :/:
Dann Christus hat zubrochen /
Was euch zu wider war /
Tod / teufel / sünd und hölle
Sind gantz und gar geschwächt :
Bey Gott hat seine stelle
Das menschliche geschlecht.
gerochen

zubrochen

  


seine Stelle

35. Warum solt ich mich dann grämen.

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FRölich soll mein hertze springen /
Dieser zeit /
Da für freud
Alle engel singen :
Hört / hört wie mit vollen Choren
Alle lufft
Laute rufft :
Christus ist geboren.
Fröhlich soll

  


Choren

2. Heute geht auß seiner kammer
GOttes held /
Der die welt
Reißt auß allem jammer.
GOtt wird mensch / dir / mensch / zu gute /
GOttes kind
Das verbind
Sich mit unserm blute.

3. Solt uns GOtt nun können hassen /
Der uns gibt /
Was er liebt
Uber alle massen /
GOTT gibt / unserm leyd zu wehren /
Seinen sohn /
Auß dem thron /
Seiner macht zu ehren.
Uber

  


zu ehren
4. Solte von uns seyn gekehret /
Der sein reich /
Und zugleich
Sich selbst uns verehret ?
Solt uns Gottes Sohn nicht lieben /
Der jetzt kömt /
Von uns ni t /
Was uns will betrüben.

  


verehret
5. Hätte für der menschen orden 
Unser heyl
Einen greu'l /
Wär er nicht mensch worden :
Hätt er lust zu unserm schaden /
Ey so würd'
Unsre bürd
Er nicht auff sich laden.

für
6. Er nimmt auff sich / was auff erden
Wir gethan /
Gibt sich an /
Unser lamm zu werden /
Unser lamm / das für uns stirbet /
Und bey Gott
Für den todt
Gnad und fried erwirbet.


gibt sich an
7. Nun er ligt in seiner krippen /
Rufft zu sich
Mich und dich /
Spricht mit süssen lippen :
Lasset fahr'n / o lieben brüder /
Was euch quält /
Was euch fehlt /
Ich bring alles wieder.


mit

8. Ey so ko t / und laßt uns lauffen /
Stellt euch ein /
Groß und klein /
Eylt mit grossem hauffen.
Liebt den / der vor liebe bre et /
Schaut den stern /
Der euch gern
Liecht und labsal gönnet.

9. Die ihr schwebt in grossem leiden /
Sehet hier
Ist die thür
Zu den wahren freuden :
Faßt ihn wohl / er wird euch führen /
An den ort /
Da hinfort /
Euch kein creutz wird rühren.

10. Wer sich fühlt beschwert im hertzen /
Wer empfind
Seine sünd /
[p. 23] Und gewissens-schmertzen /
Sey getrost / hie wird gefunden /
Der in eyl
Machet heyl
Die vergifften wunden.

11. Die ihr arm seyd und elende /
Kommt herbey /
Füllet frey
Euers glaubens-hände :
Hier sind alle gute gaben /
Und das gold /
Da ihr solt
Euer hertz mit laben.

  

da... mit

12. Süsses heyl laß dich umfangen /
Laß mich dir /
Meine zier /
Unverrückt anhangen /
Du bist meines lebens leben /
Nun kan ich
Mich durch dich
Wol zu frieden geben.

13. Meine schuld kan mich nicht drücken /
Dann du hast
Meine last
All' auff deinem rücken :
Kein fleck ist an mir zu finden /
Ich bin gar
Rein und klar
Aller meiner sünden.

14. Ich bin rein um deinet willen /
Du gibst gnug
Ehr und schmuck /
Mich darein zu hüllen.
Ich will dich ins hertze schliessen /
O mein ruhm /
Edle blum /
Laß dich recht geniessen.

15. Ich will dich mit fleiß bewahren /
Ich will dir
Leben hier /
Dir will ich abfahren.
Mit dir will ich endlich schweben /
Voller freud /
Ohne zeit /
Dort im ander'n leben.

  


abfahren

36. Mel. In dich hab ich gehoffet Herr.

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IM finstern stall / o wunder groß !
Das hi lisch kind ligt nack't u  bloß /
Der ew'ge fürst deß lebens !
O göttlich's wort /
O Himmels-Pfort !
Das thust du nicht vergebens.

  

Im finstern Stall
nack't
2. Warlich solch grosse armut dein
Raumt uns den grösten reichthum ein /
Macht uns zu hi elsfürsten /
Du machst uns satt
Mit seelen-brod /
Durch deinen hung'r u  dürsten.
deinen

3. O menschen-kinder freuet euch /
Diß nack'te kindlein macht euch reich /
Erquicket eure seelen /
Hat euch bereit
Deß himmels freud /
Was mag hinfort euch fehlen ?

4. Drum laßt eu'r hertzen wacker seyn /
Singt mit den lieben engelein /
Laßt eure sti  erschallen :
Die ehr Gott werd /
Fried sey auff erd /
Und uns ein wolgefallen.
Wohlgefallen

5. Ab'r / o du zartes JEsulein /
Kehr doch bey uns zur herberg ein /
Erwärm die kalten hertzen /
Des glaubens liecht
Verlösche nicht /
Zünd an die liebes-kertzen.

37. Im Thon : Mein hertz du wilt zur ruhe / &c.

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DU / welchen meine seele liebt /
O außzug aller [p. 24] schönsten kinder /
Ohn welchen ich bin stets betrübt /
Weil daß ich bin der gröste sünder :
Du / den mein hertz liebt inniglich /
O melde doch / wo find ich dich ?
Was ist doch hier in dieser enge
Dein ankunfft ? was ist dein gepränge ?

Du, welchen
Auszug

weil daß
melde

Gepränge
2. Du wirst in einem finstern stall /
In einem stall voll mist / gebohren /
In dieser welt hier überall
Hast du den stall für pracht erkohren /
Du gehest schlecht der demuth pfad /
Ni st elend an für einen staat /
Und wirfst dein aug auf schlechte dinge /
Und was die welt sonst hält geringe.
Staat

3. Brich an / du wunderschöner stern /
Und meines lebens einge sonne /
Du meines trostes süsser kern /
Und meines hertzens einge wonne /
Mein mattes hertz ist dir bereit /
Und angefüllt mit reu und leyd /
Von wegen aller meiner sünden.
O laß mich deine lieb empfinden.
einige

   von wegen

4. Ich bin bereit / jetzt allen koth
Der sünden von mir weg zu bringen /
O wolle nur in meiner noth /
Und meinen ängsten mir beyspringen !
Raum auff / mein hertz ist dir bereit /
Es will nicht mehr der eytelkeit /
Und achtet nicht der welt ihr prangen /
Wil fort nicht mehr dem stoltz anhangen.

  


beispringen
raum auf

der Welt ihr
fort
5. Auch wilt du nicht den stoltzen pracht
Der auffgebrüsten heiligkeiten /
Du liebest / was sich selbst veracht /
Und ich will fort zu allen zeiten
Mir nichts in meinem hertzen seyn :
O mach es nur von sünden rein /
Laß mich der hirten einfalt spühren /
Und dich ja ni ermehr verliehren.

aufgebrüsten

  

nichts

6. Du weist  / mein allerliebstes hertz /
Wie ich mich mühe / dich zu lieben :
Du aber nimm hinweg den schmertz /
Und mein hertz-kränckendes betrüben.
O gib mir deines fridens ruh /
Verleihe / daß ich einig thu /
Das was dir wolgefällt / o leben /
Und darnach einig möge streben.

38.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
37 38 38 38 38 38 38
p. 27 24 36 25 22 33 22
O Wie ein so harte krippen
Hastu / JEsu / dir erwählt !
Zwischen felsen / stein und klippen /
Groben thieren zugesellt /
Liebstes kindlein / JESU zart /
Wann so hart hast wollen liegen /
Wärest in mein hertz gestiegen /
Ist wol als die kripp so hart.

O wie ein so
hastu

  

  

so hart
2. JEsu / allerhöchster könig /
Hast du dann kein andern saal /
Daß / dem alles unterthänig /
Ligst in diesem kalten stall /
Hastu dann mit gantzem fleiß
Ein so frostig ort erkisen /
Ich hätt dir mein hertz gewisen /
Wol so kalt als schnee und eyß.

Saal

  

mit... Fleiß
erkiesen
3. Ist dann / JEsus / dein verlangen /
Diese hütt voll gstanck und mist /
Was bist dann nicht mir nachgangen /
Bey mir alles unrein ist /
Leg dich in mein hertz hinein
Voll gestanck und wust der sünden /
Nichts wirst leicht unreiners finden /
Laß es dir dein wohnung seyn.


nachgangen

  

Wust
4. Ist / o kind ! dir nicht zu wieder
Bey ein m ochs und esel seyn /
Ey so leg dich zu mir nieder /
Schickt sich bey mir gleich so fein /
Ich all beede thier vertritt /
Kanst [p. 25] mich für dieselb anbinden /
Deren art an mir auch find  /
Meine sitten bringens mit.

  

schickt sich

für dieselb
5. JEsu / ich will seyn dein krippen /
JEsu / ich will seyn dein stall /
Daß ich deine rosenlippen /
Gniesse tausend tausend mal /
Transferire deinen thron /
Thu auß mir ein krippen machen /
Bleib bey mir in allen sachen /
Und fortan mein hertz bewohn.
transferire
6. Dir / o JEsu / lob ich singe /
JEsu / liebster JEsu mein !
Dir ich danck und opffer bringe /
Dir / nur dir / ich dien allein
Bey dir will ich immer stehn /
Gsetzt Herodes dich verjage /
Ich dich in Egypten trage /
O wie köndts mir besser gehn.
lob

  

  

in Ägypten

39. [1737 → Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld]

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
38 39 39 39 39 39 39
p. 27 25 37 25 23 34 23
O Liebes kind ! o süsses kind /
Sey tausendmal gegrüsset /
O kind / wie hast du so geschwind
Nun alles creutz versüsset /
O demut /muß ein krippelein
Dein königliches bette seyn /
Ja legt dich deine mutter /
Zum dummen vieh / heißt das dein thron ?
Ach schläfst du / Gottes liebster Sohn /
Im stall auff dürrem futter ?
O liebes Kind
2. O schlechter stand / o niedrigkeit /
Gott ist ein kindlein worden /
Er hat erkohren in der zeit
Der armen menschen orden /
Mein Herr und Heyland ligt im stall /
Er ligt verschmähet überall /
Daß wir nicht ewig lebten
In der verda ten schwefel-pful /
Besonders für des Höchsten stuhl
In tausend freuden schwebten.

  

Orden

  



Schwefelpfuhl
besonders
3. Ko t / laßt uns diesen Mosen sehn /
Der im rohrkästlein lieget /
Diß kind / das schöner noch als schön /
Hier schläffet ungewieget /
Da ruhet es im harten stein /
Auff daß wir ewig könten seyn
Des schönen himmels erben /
Und wohnen in der guten statt /
Woselbst man hat der freuden satt /
Und fühlet kein verderben.
Mosen

  

Stein

  

Stadt
4. Druckt mich nun gleich des creutzes last /
Solt ich mich darum grämen ?
Muß GOTT doch selbsten seine rast
Auff dürrem gräßlein nehmen /
Da ward mir / seinem bilde / gleich /
Nun aber sitzt ins Vatters reich /
Das JEsulein erhoben.
Nach vielem leiden wird fürwahr
Deß himmels wollust immerdar
Erquicken uns dort oben.
druckt

  

Da ward...

  

Wollust

5. Hinweg lust / pracht und stoltzer muth /
Mich solt ihr nicht verführen /
Ich sehe ja mein höchstes gut /
Im kripplein bey den thieren :
Wie köndten künfftig meine sinn /
Solch eitelkeiten nehmen hin /
Solt ich so hoch mich strecken /
Da doch der Herr der herrlichkeit /
In dieser harten winters-zeit /
Muß kält und armut schmecken.

6. Wie kommt es dann / mein Jesulein /
Daß du hast keine wiegen ?
Diß / glaub ich / wird die ursach seyn :
Du wilst im hertzen liegen :
Ey ko  doch bald in schneller frist /
Mein hertz / das dir gewidmet ist /
Soll fleissig dich bewirten /
Und ob ich gleich bin schlecht und recht /
So bleib ich doch dein treuer knecht /
Wie dort die fro en hirten.
schlecht u. recht

  

7. Im glauben ich will wicklen dich /
Und nur mit tugend speisen /
Ich will dich träncken [p. 26] mildiglich /
Dem nächsten guts erweisen /
Den will ich pflegen mit gedult /
Und sehnen mich nach deiner huld /
Durch ein recht glaubigs singen.
Ach rechn es ja nicht zum verdruß /
Wann ich dir manchen liebes-kuß
In demuth werde bringen.
wickeln

  



glaubigs

8. O bruder / thu doch einen blick
Auß deinen äuglein schiessen /
Der mir mein mattes hertz erquick /
U möge mir versüssen
Deß langen creutzes bitterkeit /
Erhöre mich zu rechter zeit /
Herr neige deine ohren /
Laß ja dein süsses mündelein
In trübsal mein ergötzen seyn /
So bleib ich unverlohren.

9. O kindlein / lache mir doch zu /
Streck auß die schön hände /
Gib meiner seelen frid und ruh /
Auf daß sie gantz sich wende
Zu dir / der du mit starcker hand
Mich auß dem harten todes-band /
O Jesu / must erretten /
Herr / deine füsse sind so schnell
Zu helfen mir / daß Asahel
Mit dir nicht dörffte wetten.
musst

Asahel

10. Drauff / liebes kind / halt ich dich vest /
Nie kan ich dich verlassen /
Der du kein hertz ohn trost nicht läst /
Auch mich wirst du nicht hassen /
Regiere mir hertz / muth und sinn /
Daß ich / der ich der deine bin /
Doch ni er möge wancken /
Zu lieben dich ich bin bereit /
Biß ich dir in der ewigkeit
Mit freuden möge dancken.


kein... nicht

40. Im Thon : Nun freut euch lieben Christen gmein.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
39 40 40 40 40 40 40
p. 29 26 39 27 24 36 24
ICh steh an deiner krippen hier /
O JEsulein mein leben /
Ich komme / bring und schencke dir
Was du mir hast gegeben.
Nimm hin es ist mein geist und sinn /
Hertz / seel und muth / ni alles hin /
Und laß dirs wohl gefallen.
Ich steh an
2. Du hast mit deiner lieb erfüllt /
Mein adern und geblüte /
Dein schöner glantz / dein süsses bild /
Ligt mir gantz im gemüthe /
Und wie mag es auch anders seyn ?
Wie köndt ich dich / mein hertzelein /
Auß meinem hertzen lassen ?
Herzelein

3. Da ich noch nicht geboren war /
Da bist du mir gebohren /
Und hast mich dir zu eigen gar /
Eh ich dich kandt / erkohren /
Eh ich durch deine hand gemacht /
Da hast du bey dir selbst bedacht /
Wie du mein woltest werden.

4. Ich lag in tieffer todesnacht /
Du warest meine so e /
Die sonne / die mir zugebracht
Liecht / leben / freud und wo e.
O sonne / die das werthe liecht
Deß glaubens in mir auffgericht /
Wie schön sind deine strahlen.

5. Ich sehe dich mit freuden an /
Und kan mich nicht satt sehen /
Und weil ich nun nicht weiter kan /
So thu ich / was geschehen :
O daß mein sinn ein abgrund wär /
Und meine seel ein weites meer /
Daß ich dich möchte fassen.

  

geschehen
6. Vergönne mir /o JEsulein /
Daß ich dein mündlein küsse /
Das mündlein / das den süssen wein /
Auch milch- und honig-flüsse /
Weit übertrifft in seiner krafft /
Es ist voll labsal / stärck und safft /
Der marck und bein erquicket.

Mündlein
7. Wann offt mein hertz im leibe wäint /
Und keinen trost kan finden /
Da ruft mirs [p. 27] zu : Ich bin dein freund /
Ein tilger deiner sünden :
Was traurest du mein brüderlein ?
Du solt ja guter dinge seyn /
Ich zahle deine schulden.
wäint

mirs

  

du solt
8. Wer ist der meister / der allhier
Nach würden auß kan streichen
Die händlein / so diß kindlein mir
Beginnet zuzureichen /
Der schnee ist hell / die milch ist weiß /
Verlieren doch beyd ihren preiß /
Wann diese händlein blicken.

aus kann str.

  


blicken

9. Wo nehm ich weisheit und verstand /
Mit lobe zu erhöhen /
Die äuglein / die so unverwandt
Nach mir gerichtet stehen ?
Der volle mond ist schön und klar /
Schön ist der güldnen sterne schaar /
Dieß äuglein sind viel schöner

10. O daß doch ein so lieber stern
Soll in der krippe ligen /
Für edle kinder grosser herrn
Gehören güldne wiegen.
Ach ! heu und stroh ist viel zu schlecht /
Samm t / seiden / purpur wären recht /
Dieß kindlein drauff zu legen.

Samm t

11. Nehmt weg das stroh / nehmt weg das heu /
Ich will mir blum holen /
Daß meines Heylands lager sey
Auff kräntzen und violen /
Mit rosen / nelcken / roßmarin /
Auß schönen gärten will ich ihn
Von oben her bestreuen.

  

Violen

12. Zur seiten will ich hier und dar
Viel weisse lilgen stecken /
Die sollen seiner äuglein paar
Im schlaffe sanfft bedecken :
Doch liebt vielmehr das dürre graß
Das kindelein / als alles das /
Was ich hier nenn und dencke.

  

Lilgen

13. Du fragest nicht nach lust der welt /
Noch nach des leibes freuden /
Du hast dich bey uns eingestellt /
An unser statt zu leyden /
Suchst meiner seelen herrlichkeit 
Durch dein selbst eignes hertzeleyd /
Das wil ich dir nicht wehren.
selbsteigen

14. Eins aber /hoff ich / wirst du mir /
Mein Heyland / nicht versagen /
Daß ich dich möge für und für 
In / bey / und an mir tragen :
So laß mich doch dein kripplein seyn /
Komm / komm / und lege bey mir ein
Dich und all deine freuden.

15. Zwar solt ich dencken wie gering
Ich dich bewirten werde /
Du bist der Schöpffer aller ding /
Ich bin nur staub und erde :
Doch du bist so ein fro er gast /
Daß du noch nie verschmähet hast
Den der dich gerne sihet.

41. Mel. Ein Kindelein so löbelich &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
608 41 41 41 41 41 41
p. 567 27 41 29 25 38 25
KEin grösser wunder findet sich
Im hi el und auff erden /
Als daß so gar verächtiglich
GOtt wolt ein kindlein werden :
Der HErr / der ausser allerzeit
Ein wahrer GOtt von ewigkeit
Erzeuget und gebohren /
Der wird ein schwaches menschenkind /
Auff daß er wiederum geschwind
Erlößte / was verlohren.

Kein größer

  



erzeuget

2. Ko t / lasset uns hie stille stehn /
Diß wunder recht zu schauen :
Wer hat doch in der welt gesehn
Vom samen der jungfrauen
Ohn ma es hülff ein kindelein
Empfangen und geboren seyn ?
Vernunfft kan diß nicht fassen /
Ihr ist verborgen was diß heist :
Es solte sich durch GOttes Geist
Maria schwängern lassen.

3. Diß ist der Geist starck / [p. 28] ewig / groß /
Der nach des vatters willen
Sich in die keusche mutter goß /
Deß Höchsten zorn zu stillen /
Wori er / nach hoch-weisem rath /
Das fleisch und blut [g]ereinigt hat /
Auß welchem solte kommen
Der GOtt und mensch heißt / Jesus Christ /
Der fleisch und blut zur selben frist
Hat willigst angenommen.

  

  



gereinigt

der
4. Da steiget nun auß sein  thron
Hinunter zu der erden
Deß allerhöchst  liebster sohn /
Ein menschen-kind zu werden /
Da nimmt er / als ein ander mann /
Leib / seel und geist warhafftig an /
Damit wir einen hätten /
Der bloß auff unser heil bedacht /
Bald von des Satans list und macht
Uns herrlich köndt erreten.
seinem

  


ander

  

  

erreten
5. Seht hie das Zweiglein Isai /
Seht hie des weibes samen /
Nach welchem alle welt so schry /
Den anzubetten kamen
Die weisen samt der hirten schaar /
So bald er mensch geboren war.
Nun darff man kühnlich sprechen :
Diß ist der Herr der herrlichkeit /
Der kondte leicht durch tapffern streit
Des treibers joch zerbrechen.
Isai

  

anzubetten

  

  

Treiber
6. O heilges werck / o trost / o freud /
Ist Christus mensch empfangen /
So weiß ich / daß zur seligkeit
Uns dieses muß gelangen /
Denn wir gantz unrein / schwach / ja todt /
Sind schnell dadurch auß aller noth
Erlößt und rein geworden.
Ja dieses kind / das uns erwehlt /
Hat uns auch gnädig zugezehlt
Dem GOTT geliebten orden.
Orden
7. Wie nun die zeit erfüllet war
Vom hi el selbst erkohren /
Ist Christus JEsus offenbar
Ein mensch zur welt geboren :
Augustus führte dazumal
Das regiment / war an der zahl
Der ander von den käysern :
Der ort / wo dieses kindlein lag /
War unter eines stalles dach /
Und nicht in Salems häusern.
der andere

  

Salems
8. Da sehet ihr das kindlein nun /
Das zweymal ist gezeuget :
Ko t / lasset uns ihm ehre thun /
Es ist uns sehr geneiget /
Es liebet uns als mensch und GOtt /
Was kan uns denn die lose rott /
Als teuffel / tod und hölle /
Viel schaden thun in dieser zeit ?
Ist doch der Herr der herrlichkeit
Selbst unser mitgeselle.
Rott

  

  

9. Daß nun der Heyland Jesus Christ /
Der sünder heil und leben /
Ein wahrer mensch geboren ist /
Das kan uns stärckung geben.
Drum rühmen wir mit pracht und macht :
Uns ist der edle schatz gebracht /
Uns ist diß kind gegeben :
O Vatters hertz / o süsse brunst /
Hie findet sich die theure gunst /
Wodurch wir ewig leben.
Kind gegeben

  

10. O JEsu / hilff doch gnädiglich /
Daß wir / weil wir auff erden /
Von gantzer seelen suchen dich /
Auch neu gebohren werden :
O HErr laß uns zum grossen heil
Empfangen dich das beste theil /
Bleib unser schutz in nöthen /
Verleih uns einen tapfern muth /
Das hoch-verderbte fleisch und blut
Getrost durch dich zu tödten.

weil

neu geboren

beste Teil

  

Fleisch töten

  

42.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
609 42 42 42 42 42 42
p. 568 28 42 30 26 40 26
LAßt uns alle frölich seyn /
Preisen GOtt den HErren /
Der sein lie-[p. 29]bes Söhnelein
Uns selbst thut verehren.
Lasst uns

  

tut

2. Er ko t in das jammerthal /
Wird ein knecht auff erden /
Damit wir ins himmels-saal
Grosse herren werden.

3. Er wird arm / wir werden reich /
Ist das nicht ein wunder ?
Drum lobt GOtt im himmelreich /
Allzeit wie jetzunder.
jetzunder
4. O HErr Christ / nimm unser wahr
In diesem elende /
Gib uns ein gut neues Jahr /
Und ein seligs ende.
gut neues

43. Mel. Erschienen ist der herrlich &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
610 43 43 43 43 43 43
p. 568 29 43 30 26 40 26
WIr singen dir Emanuel /
Du lebens fürst und gnaden-quell /
Du himmels-blum und morgen-stern /
Du jungfrau-sohn / HErr aller herrn /
Alleluja.
Wir singen dir
Emanuel
2. Wir singen dir in deinem heer
Auß aller kraft lob / preiß und ehr /
Daß du / o lang gewünschter gast /
Dich nunmehr eingestellet hast /
Allel.
Heer


Allel.

3. Von anfang / da die welt gemacht /
Hat so manch hertz nach dir gewacht /
Dich hat gehofft so lange jahr
Der vätter und propheten schaar /
Al.

4. Ach daß der HErr auß Zion käm /
Und unsre bande von uns nähm !
Ach daß die hülffe bräch herein !
So würde Jacob frölich seyn /
Allel.
Ach dass...

5. Nun du bist hier / da ligest du /
Hältst in dem kripplein deine ruh /
Bist klein / und machst doch alles groß /
Bekleidst die welt / und kommst doch bloß /
Alleluja.

6. Du kehrst in frembder hausung ein /
Und sind doch alle hi el dein /
Trinckst milch auß deiner mutter brust /
Und bist doch selbst der engel lust /
Alleluja.


Mutter Brust
7. Du bist der süsse menschen-freund /
Doch sind dir viele menschen feind /
Herodis heer hält dich für greul /
Und bist doch nichts als lauter heil /
Alleluja.


Herodis Heer

8. Ich aber / dein geringster knecht /
Ich sag es frey und mein es recht /
Ich liebe dich / doch nicht so viel /
Als ich dich gerne lieben will /
Alleluja.

9. Der will ist da / die krafft ist klein :
Doch wird dir nicht zu wieder seyn
Mein armes hertz / und was es kan /
Wirst du gewißlich nehmen an /
Al.


was es kann

10. Hast du doch selbst dich schwach gemacht /
Erwehltest was die welt veracht /
Warst arm und dürftig /nahmst vorlieb
Da / wo der mangel dich hintrieb /
Alleluja.

11. Du schliefst ja auf der erden schoß /
So war das kripplein auch nicht groß /
Der stalll / das heu / das dich umfieng /
War alles schlecht und sehr gering /
Allel.
schliefst

12. Darum / so hab ich guten muth /
Du wirst auch halten mich für gut.
O Jesulein / dein fro er sinn
Macht / daß ich so voll trostes bin /
Allel.

13. Bin ich gleich sünd und laster voll
Hab ich gelebt nicht wie ich soll /
Ey / ko st du doch deßwegen her /
Daß sich der Sünder zu dir kehr /
Allel.
Sünd u. Laster

14. So faß ich dich nun ohne scheu /
Du machst mich alles jamers frey :
Du trägst [p. 30] den zorn / du würgst den tod /
Verkehrst in freud all angst und noth /
Alleluja.

15. Du bist mein haupt /hinwiederum
Bin ich dein glied und eigenthum /
Und will / so viel dein Geist mir gibt /
Stets dienen dir / wie dirs geliebt /
Alleluja.
geliebt

16. Ich will dein Alleluja hier
Mit freuden singen für und für /
Und dort in deinem ehren-saal
Solls schallen ohne zeit und zahl /
Alleluja.

_____________________________________________

   

Vom Neuen Jahr und dem Namen JESU.

44. In eigenem thon : Oder : Vom Himmel hoch &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
40 44 44 44 44 44 44
p. 31 30 44 32 27 42 27
DAs neugeborne kindelein /
Das hertze liebe JEsulein /
Bringt abermahl ein neues jahr
der außerwöhlten Christenschaar.
Das neugeborne


auserwöhlt

2. Des freuen sich die engelein /
Die gerne um und bey uns seyn /
Die singen in den lüfften frey /
Daß GOtt mit uns versöhnet sey.

3. Ist GOtt versöhnt und unser freund /
Was kan uns thun der arge feind ?
Trotz teuffel und der höllenpfort /
Das JEsulein ist unser hort.


trotz Teufel
Hort

4. Es bringt das rechte jubel-jahr /
Was trauren wir dann i erdar ?
Frisch auff / jetzt ist es singens zeit /
Das JEsulein wend't alles leyd.

45. Im Th. Gelobet seyst du JEsu Christ.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
41 45 45 45 45 45 45
p. 32 30 45 32 28 42 28
NUn wolle GOtt daß unser g'sang
Mit lust und freud auß glauben gang /
Zu wünschen euch ein gutes jahr /
Und er's mit gnaden mache wahr /
Alleluja.
Nun wolle Gott
gang
2. Kein mensch noch stand mag hie bestahn /
Der GOtt nicht wird zum g'hülffen han /
Daß er ihn leit all tag und stund /
Drum wünschen wir auß hertzensgrund /
Alleluja.
g'hülffen

wünschen wir
3. Der obrigkeit / daß sie ihr'n g'walt
Von Gott a ehm und recht verwalt /
Es geb ihr Gott viel ernst und fleiß /
Daß sie sey auffrecht / fromm und weiß /
Alleluja.
g'walt
annehm

weiß

4. Zu handlen /was GOtt löblich ist /
Und seinem sohn / HErrn JESU Christ /
Und bleib an seinen worten treu /
Das sie ihr arbeit nicht gereu /
Alleluja.

5. Ein'r gantzen g'mein gehorsamkeit /
Zu förd'rung zucht und erbahrkeit /
Auch g'meine liebe / [p. 31] treu und fried /
Daß g'sunder leib hab g'sunde glied /
Alleluja.

6. Ein'm jeden hauß / und was darinn /
Dem wünschen wir ein'n rechten sinn /
Zu Gottes preiß und ehr allzeit /
Der hauß und hoff und alles geit /
Alleluja.

wünschen wir

geit
7. Euch diensten g'horsam / treu und still /
Auch friedlich seyt / wie GOtt es will /
Es ist auch Christus euer knecht /
Wer dieses glaubt / der dienet recht /
Alleluja.
diensten
seyt
8. Ehleut die leben friedenreich /
Und tragen lieb und leyd zugleich /
Es sey ein fleisch / ein hertz / ein geist /
Dein gnad Herr Gott an ihnen leist /
Alleluja.
leben


leist
9. Auch daß wir jungen förchten Gott /
Und halten sein heilig gebott /
Und wachsen auff in zucht und lehr /
Dem gmeinen nutz und Gott zu ehr /
Alleluja.
wir Jungen
förchten
10. Wem das von hertzen g'legen an /
Und der mit uns mag arbeit han /
Daß wir von GOtt erzogen wol /
Denselben Gott belohnen soll /
Alleluja.

Arbeit
11. Die jungen-g'sellen allgemein /
Die töchter auch behalt GOtt rein /
Und geb ihn'n keuschen si und muth /
Zu überwinden fleisch und blut 
Alleluja.

jungen-g'sellen

12. Ihr krancken habet schmertzen viel /
Auch tag und nacht gar lange weil /
So mach euch Gott im hertzen g'sund /
Gerüst mit g'dult zu aller stund /
Allel.

13. Anfechtung / g'fängniß / trübsal / g'schrey /
Verfolgung groß und mancherley /
Erleyden viel auff dieser erd /
Gott helff ihn'n tragen solch' beschwerd /
Alleluja.

14. Es geb euch armen GOtt der Herr
Das täglich brod / und was euch mehr /
An leib und seel gar viel gebricht /
Vorauß gedult durch JEsum Christ /
Alleluja.

15. Die täglich an der arbeit sind /
Mit fro keit zu nehr'n weib und kind /
Den'n wünschen wir / daß ihr genieß
In GOttes segen wol ersprieß /
Alleluja.
genieß
16. Die zeitlich gut und reichthum han /
Darbey in grossen sorgen stahn /
Hie theilet auß und rüstet euch /
Daß ihr vor GOtt auch seyet reich /
Alleluja.
teilet aus
17. Und dienet gern dem g'meinen nutz /
Dem armen mann zu hülff und schutz /
Auch zieht die kind darzu mit fleiß /
Das ist der reichen gröster preiß /
Alleluja.

zieht

[p. 32] 18. Ihr sünder sucht das hi elreich /
Und daß euch Gott die sünd verzeih /
Er b'kehr euch all' nach seinem wort /
Und mach euch seelig hie und dort /
Alleluja.

19. Die uns mit ernst den glauben lehr'n /
Der falschen lehr und leben wehr'n /
Und führen Gottes wort u werck /
Den'n gebe GOtt sein gnad und stärck /
Alleluja.

20. Das wünschen wir von hertzen all' /
Zu seyn ein volck das GOtt gefall' /
Ein ehrlichs volck / ein heilge statt /
Die seh auff GOtt gantz steiff und satt /
Alleluja.
zu sein
steif und satt

21. Es sey mit uns sein göttlich hand /
Die b'hüt und b'schirm vor aller schand /
Er geb mit gnad viel gute jahr /
In seiner lieb / das werde wahr /
Alleluja.

46.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
42 46 46 46 46 46 46
p. 33 32 47 33 29 44 29
Jesu, nun sey gepreiset
Zu diesem neuen jahr :/:
Für dein güt uns beweiset
In aller noth und g'fahr :
Daß wir haben erlebet
Die neu fröliche zeit /
Die voller gnaden schwebet /
Mit ew'ger seligkeit.
Daß wir in guter stille
Das alte jahr erfüllet.
Wir woll'n uns dir ergeben /
Jetzund und immerdar /
Behüt uns leib und leben
Hinfort das gantze Jahr.
Jesu, nun sei
gepreiset, beweiset
2. Laß uns das jahr vollbringen /
Zu lob dem namen dein :/:
Daß wir demselben singen
In der Christlichen g'mein.
Wolst uns das leben fristen /
Durch dein allmächtig hand.
Erhalt dein liebe Christen
Und unser vatterland.
Dein segen zu uns wende /
Gib fried an allen enden.
Gib unverfälscht im lande
Dein seligmachends wort /
Dein feinde mach zu schanden
Hier und an allem ort.


demselben

  

  

  


dein Feinde
3. Dein ist allein die ehre /
Dein ist allein der ruhm :/:
Gedult im kreutz uns lehre /
Regier all unser thun /
Biß wir getrost abscheiden
Ins ewig himmelreich /
Mit rechtem fried und freuden /
Den englen Gottes gleich.
Indeß mach mit uns allen
Nach deinem wolgefallen.
Solch's wünscht heut ohne schertzen
Die Christ-gläubige schaar /
Und wünscht mit mund und hertzen
Ein seligs neues jahr.


im Kreuz

47. Im Thon : Vom hi el hoch da &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
43 47 47 47 47 47 47
p. 34 32 48 34 30 45 30
DAs alte jahr vergangen ist /
Wir dancken [p. 33] dir / HErr JEsu Christ /
Daß du uns in so grosser g'fahr
Behütet hast lang zeit und jahr.
Das alte Jahr

2. Wir bitten dich ewigen Sohn
Des Vatters in dem höchsten thron /
Du wollst dein arme Christenheit
Bewahren ferner allezeit.

3. Entzeuch uns nicht dein heilsam wort /
Welch's ist der seelen höchster hort /
Für falscher lehr / abgötterey /
Behüt uns HErr und steh uns bey.

höchster Hort
4. Hilff daß wir von der sünd ablahn  /
Und fromm zu werden fahen an /
Kein'r sünd im alten jahr gedenck /
Ein gnadenreich neu jahr uns schenck.
ablahn
fahen an
5. Christlich zu leben / seliglich
Zu sterben / und hernach frölich
Am jüngsten tag wied'r auffzustehn /
Mit dir in himmel einzugehn.
zu leben


in Himmel

6. Zu dancken und zu loben dich /
Mit allen engeln ewiglich /
O JEsu / unsern glauben mehr /
Zu deines namens lob und ehr.

48. Im Thon : Von GOtt will ich nicht lassen / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
44 48 48 48 48 48 48
p. 34 33 49 34 30 46 30
HElfft mir Gott's güte preisen /
Ihr lieben kinderlein :/:
Mit g'sang und andern weisen
Ihm allzeit danckbar seyn /
Fürnemlich zu der zeit /
Da sich das jahr thut enden /
Die sonn sich zu uns wenden /
Das neu jahr ist nicht weit.
Helft mir

  

  

fürnehmlich
2. Ernstlich laßt uns betrachten
Deß HErren reiche gnad :/:
Und so gering nicht achten
Sein unzählich wohlthat.
Stäts führen zu gemüth /
Wie er diß jahr hat geben
All nothdurfft diesem leben /
Und uns für leid behüt.

  


unzählich

  


für Leid
3. Lehr-ampt / schul / kirch erhalten /
In gutem fried und ruh :/:
Nahrung für jung und alten
Beschehret auch darzu.
Und gar mit milder hand
Sein güter außgespendet /
Verwüstung abgewendet
Von dieser statt und land.
Lehramt
gutem Fried
4. Er hat unser verschonet /
Auß väterlicher gnad :/:
Wa er sonst hätt belohnet
All unser missethat /
Mit gleicher straff und pein /
Wir wären längst gestorben /
In mancher noth verdorben /
Die wir voll sünden seyn.
verschonet

sonst

5. Nach vatters art und treuen
Er uns so gnädig ist :/:
Wann wir die sünd bereuen /
Glauben an JEsum Christ /
Hertzlich ohn heucheley /
Thut er all sünd vergeben /
[p. 34] Lindert die straff darneben /
Steht uns in nöthen bey.

6. All solch dein güt wir preisen /
Vatter ins hi els-thron :/:
Die du uns thust beweisen /
Durch Christum deinen Sohn.
Und bitten ferner dich /
Gib uns ein frölich jahre /
Für allem leyd bewahre /
Und nehr uns mildiglich.

49. Mel. Gelobet seyst du / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
45 49 49 49 49 49 49
p. 35 34 50 35 31 47 31
O JEsu süß / wer dein gedenckt /
Des hertz mit freud wird überschwenckt /
Noch süsser aber alles ist /
Wo du / o JEsu / selber bist /
Alleluja.
O Jesu süß
überschwenkt

2. JEsu / des hertzens freud und wonn /
Des lebens bru  / du wahre sonn /
Dir gleichet nichts auff dieser erd /
An dir ist / was man je begehrt /
Allel.

3. JEsu / dein lieb ist mehr da süß /
Nichts ist dari  / das ein n verdrieß :
Viel tausend mal ists / wie ich sag /
Edler als mans außsprechen mag /
Alleluja.

ein n

4. JEsu / du quell der gütigkeit /
Ein hoffnung bist all unsrer freud /
Ein süsser fluß und gnaden-brunn /
Des hertzens wahre freud und wonn /
Alleluja.

5. Dein lieb / o süsser JEsu Christ /
Des hertzens beste labung ist /
Sie machet satt / doch ohn verdruß /
Der hunger wächßt im überfluß /
Alleluja.

Hunger wächst
6. JEsu / du engelische zier /
Wie süß in ohren klingst du mir /
Du wunderhonig in dem Mund /
Kein bessern trunck mein hertz empfund /
Alleluja.
engelische Zier

  

empfund
7. JEsu / du hohe gütigkeit /
Meins hertzens lust und beste freud /
Du bist die unbegreifflich güt /
Dein lieb umfäht all mein gemüth /
Allel.


Herzens

umfäht

8. JEsum lieb haben ist sehr gut /
Wol dem / der sonst nichts suchen thut.
Mir selber will ich sterben ab /
Daß ich in ihm das leben hab /
Alleluja.

9. JEsu / o meine süssigkeit !
Du trost der seel / die zu dir schreyt :
Die heissen thränen suchen dich /
Das hertz zu dir schreyt inniglich /
Alleluja.

10. Ja / wo ich bin / um was revier /
So wolt ich / JEsus wär bey mir :
Freud über freud / wann ich ihn find /
Seelig wann ich ihn halten kö t /
All.
um was Revier
11. Was ich gesucht / das seh ich nun /
Was ich begehrt / das hab ich schon.
Für lieb / o JEsu / bin ich schwach /
Mein hertz das flammt und schreyt dir nach /
Alleluja.


für Lieb

12. Wer dich / o JEsu / also liebt /
Der bleibt gewiß wol unbetrübt :
Nichts ist / das diese lieb verzehrt /
Sie wächßt und brennt je längr je mehr /
Alleluja.

13. JEsu / du blum und Jungfrau sohn /
Du lieb und unser gnadenthron /
Dir sey lob / ehr / wie sichs geziemt /
Dein reich kein ende nimmer nimmt /
Alleluja.

14. In dir mein hertz hat seine lust /
HErr mein begierd ist dir bewußt :
Auff dich ist all mein ruhm gestellt /
JEsu du heyland aller welt /
Allel.

15. Du brunnquell der [p. 35] barmhertzigkeit /
Dein glantz erstreckt sich weit und breit /
Der traurigkeit gewölck vertreib /
Das liecht der glori bey uns bleib /
Alleluja.
Glori
16. Dein lob im himmel hoch erklingt /
Kein chor ist / der nicht von dir singt :
Jesus erfreut die gantze welt /
Die er bey GOtt zu fried gestellt /
Alleluja.
zu Fried

17. JEsus im fried regieren thut /
Der übertrifft all zeitlich gut /
Der fried bewahr mein hertz und sinn /
So lang ich hier auff erden bin /
Allel.

18. Und wann ich ende meinen lauff /
So hole mich zu dir hinauff /
JEsu / daß ich da fried und freud
Bey dir genieß in ewigkeit /
Alleluja.

19. JEsu / erhöre meine bitt /
JEsu / verschmäh mein seuffzen nit /
Jesu / mein hoffnung steht zu dir :
O JEsu / JEsu / hilff du mir !
Alleluja.

nit

50. Im thon : Wach auff mein hertz und &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
46 50 50 50 50 50 50
p. 36 35 52 36 32 48 32
NUn laßt uns gehn und tretten /
Mit singen und mit bätten /
Zum HErrn / der unserm leben
Biß hieher krafft gegeben.

Nun lasst uns
bätten
2. Wir gehn dahin und wandern /
Von einem jahr zum andern :
Wir leben und gedeyen /
vom alten biß zum neuen.


gedeihen
3. Durch so viel angst und plagen /
Durch zittern und durch zagen /
Durch krieg und grosse schrecken /
Die alle welt bedecken.
Durch
4. Dann wie von treuen mütter'n /
In schwären ungewitter'n /
Die kindlein hier auff erden
Mit fleiß bewahret werden :
Müutter'n
5. Also auch / und nichts minder /
Läßt Gott ihm seine kinder /
Wann noth und trübsal blitzen /
In seinem schose sitzen.
nichts
ihm

6. Ach hüter unsers lebens /
Fürwahr es ist vergebens /
Mit unserm thun und machen /
Wo nicht dein augen wachen.

7. Gelob't sey deine treue /
Die alle morgen neue /
Lob sey den starcken händen /
Die alles hertzleyd wenden.

8. Laß ferner dich erbitten /
O vatter / und bleib mitten
In unserm creutz und leyden
Ein brunnen unsrer freuden.

9. Gib mir und allen denen /
Die sich von hertzen sehnen
nach dir und deiner hulde /
Ein hertz das sich gedulde.

10. Schleuß zu die jammer-pforten /
Und laß an allen orten /
Auff so viel blutvergiessen /
Die freuden-ströme fliessen.
Freudenströme

11. Sprich deinen milden segen
Zu allen unsern wegen /
Laß grossen und auch kleinen
Die gnadensonn erscheinen.

12. Sey der verlaßnen [p. 36] vater /
Der irrenden berather /
Der unversorgten gabe /
Der armen gut und haabe.
Vater
13. Hilff gnädig allen krancken ;
Gib fröliche gedancken
Den höchstbetrübten seelen /
Die sich mit schmermuth quälen.
Schwermut

14. Und endlich / was das meiste /
Füll uns mit deinen geiste /
Der uns hier herrlich ziere /
Und dort zum himmel führe.

15. Das alles wollst du geben /
O meines lebens leben /
Mir und der Christen schaare /
Zum sel'gen neuen jahre.

51. Mel. Zion klagt mit angst und &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
47 51 51 51 51 51 51
p. 37 36 53 37 32 50 32
HIlff / Herr Jesu / laß gelingen /
Hilff das neue jahr geht an :/:
Laßes neue kräfften bringen /
Daß auffs neu ich wandeln kan !
Laß mich dir befohlen seyn /
Auch darneben all das mein :
Neues glück und neues leben
Wollst du mir auß gnaden geben.
Hilf, Herr Jesu
2. Laß diß seyn ein jahr der gnaden /
Laß mich büssen meine sünd :/:
Hilff daß sie mir nimmer schaden /
Sondern bald verzeihung find :
Auch durch deine gnad verleih /
Daß ich hertzlich sie bereu /
Herr / in dir ! dann du / mein leben /
Kanst die sünde mir vergeben.

büßen

Sünd, find


in dir

3. Tröste mich mit deiner liebe /
Nimm / o GOtt / mein flehen hin :/:
Weil ich mich so sehr betrübe /
Und voll angst und zagen bin.
Wann ich gleich schlaff oder wach /
Sieh du / HErr / auff meine sach /
Stärcke mich in meinen nöthen /
Daß mich sünd und tod nicht töden.

4. HErr / du wollest gnade geben /
Daß diß jahr mir heilig sey :/:
Und ich christlich könne leben /
Ohne trug und heucheley :
Ich auch meinen nächsten lieb /
Und denselben nicht betrüb /
Damit ich allhier auff erden /
Fromm und selig möge werden.

5. JEsu ! laß mich frölich enden
Dieses angefangne jahr :/:
Trage mich auff deinen händen /
Halte bey mir in gefahr :
Steh mir bey in aller noth /
Auch verlaß mich nicht im todt :
Freudig will ich dich umfassen /
Wann ich soll die welt verlassen.




halte bei mir

52. Mel. Vatter unser im himmelreich &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
611 52 52 52 52 52 52
p. 570 36 54 38 33 51 33
NUn tretten wir ins neue jahr /
HErr JEsu / rett uns auß gefahr /
Wend ab in dieser bösen zeit
Krieg / theurung / pest und alles leyd.
Wir bitten / laß dir ins gemein
Die drey hauptständ befohlen seyn.
Nun treten wir

  


Hauptstände
2. Gib uns dein wort und sacrament /
Im lande biß an unser end.
Bekrön das jahr mit deiner güt /
Und uns mit segen überschütt :
Daß solches amen sey und wahr /
Von hertzen wünscht der Christenschaar.
Christenschar

53. Mel. Das neu geborne kindelein &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
612 53 53 53 53 53 53
p. 570 36 54 38 33 51 33
DAs alte jahr ist nun dahin /
Dir / höchster Gott / [p. 37] ist unser sinn /
Für alle deine gütigkeit /
Mit hohem preiß und danck bereit.
Das alte Jahr
2. Du hast uns die vergangne jahr
Auß noth gerissen und gefahr /
In gnaden unser stets verschont /
Und nie nach würden abgelohnt.
abgelohnt
3. Den edlen schatz / dein werthes wort /
Hast du vergönnet unserm ort /
Und dadurch unser seel gespeißt /
Dem leib auch reiche gnad erweißt.
erweist

4. All unsers glaubens bitt und flehn
Hast du gehört und angesehn /
Oft mehr verliehn / denn wir begehrt /
Dafür sey stets von uns verehrt.

5. Wir bitten ferner / frommer Gott /
Steh uns doch bey in aller noth :
Verzeih uns unsre sünd und fehl /
Hilff an dem leib / hilff an der seel.

6. Dein wort / der seelen medicin /
Laß bey uns / Herr / noch ferner blühn /
Gib treue lehrer / treib vorbey
Des teuffels list und ketzerey.


Lehrer
7. Gib unsrer oberkeit auch gnad /
Wend ab den krieg / gib friedens-rath /
Daß wir und sie in stiller ruh
All unser leben bringen zu.
Oberkeit
8. Feucht auch das land / gib sonnenschein /
Laß wachsen graß / geträid und wein /
Das vieh und wild von deiner gab
Auch neben uns zu leben hab.
9. Gib /was uns dient / zu jeder zeit /
Nicht überfluß / nicht dürfftigkeit /
Damit nicht unser hertz beschwert /
Noch sonst durch geitz verführet werd.
nicht Überfluss
10. Hättst du es auch / o Gott / versehn /
Wir solten theils mit tod abgehn /
So laß uns nicht / hilff / steh uns bey /
Ein seligs stündlein uns verleih.
versehen
11. Nimm auff die seel in deine hand /
Den leib scharr ein ins dürre land /
Biß du sie beyde bringst zur freud /
Da sie dich lobn in ewigkeit.

scharr ein

54. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
613 54 54 54 54 54 54
p. 571 37 55 39 34 52 34
NAchdem das alte jahr verflossen /
Und wir / die GOTT nunmehr verneut /
Desselben gnad auffs neu genossen /
So sind wir billich höchst erfreut /
Daß uns derselbe glück und leben
So reichlich biß hieher gegeben.
Nachdem das
2. Der geb uns lauter neue kräffte /
Damit der will / wie auch verstand /
Sich fest an ihn allein anheffte /
und nimmermehr werd abgewand.
Er geb uns auch den neuen willen
Sein neu gebott nun zu erfüllen.
neu Gebot
3. Er laß auffs neu sein liecht auffgehen /
Gleich wie die sonn jetzt höher steigt :
Sein gnaden-gnantz bleib ob uns stehen /
Biß sich die welt zum ende neigt ;
Damit wir wie die fro en handeln /
Und immerfort im tage wandeln.
ob


im Tage
4. Der name / den er selbst bekommen /
Als er für uns beschnitten ward /
Durch den wir unser heil vernommen /
Sey unser weg zur lebensfahrt /
Der sey der schmuck vor unsre krone /
Und zier uns vor des höchsten throne.
vor
5. Er lehr uns unser hertz beschneiden /
Von allem das uns von ihm trennt /
Erfüll uns mit erneurten freuden /
Die nie kein weltlich hertz erkennt /
Damit was alt in uns [p. 38] ersterbe /
Und unser geist sein reich ererbe.
beschneiden

55. Mel. Gelobet seyst du / JEsu Christ / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
614 55 55 55 55 55 55
p. 571 38 56 39 34 52 34
DIe güldne so  e bricht herfür
In erster dieser jahres zier /
Daß du uns hast hinzu gethan /
Drum tretten wirs mit dir auch an /
O JEsu / JEsu.
Die güldne Sonne
erster dieser
dass

2. Heut ist der heilig frohe tag /
Da sich der sünder trösten mag /
Weil heut dein nahm wird kund gemacht /
Den dir dein vatter zugedacht /
O JEsu / JEsu.

3. Der name / den der engel nennt /
Eh dich im fleisch ein mensch erke t /
Der name Jesus / den du hast /
Erleichtert unser sünden-last /
O JEsu / JEsu.
Engel
4. Wir ziehen uns zu sinne heut /
Daß du uns von dem fluch befreyt /
Der dem gesetz gleichfolgend ist /
Weil du am fleisch beschnitten bist /
O JEsu / JEsu.


Gesetz
5. Gib auch / daß wir beschnitten seyn /
Zwar nicht am fleisch / die seel allein ;
Der alte mensch sey abgeschafft /
Verneu uns durch des Geistes krafft /
O JEsu / JEsu.


alte Mensch
6. Gib auch dem leib /was ihm gebricht /
So lang biß wir die monden nicht /
Noch jahre zehlen / wie wir thun /
Wann wir bey dir dort ewig ruhn /
O JEsu / JEsu.


Monden, Jahre

56. Mel. O GOtt / du frommer GOtt.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
615 56 56 56 56 56 56
p. 572 38 56 40 35 53 35
ACh JEsu / dessen Treu im himmel und auff erden
Durch keines menschen mund kan gnug gepriesen werden :
Ich dancke dir /daß du ein wahrer mensch geborn /
Hast von mir abgewandt / daß ich nicht bin verlohrn.
Ach Jesu


daß ich nicht
2. Fürnemlich wird in mir all hertzens-angst gestillet /
Wenn mich dein süsser nam und dessen trost erfüllet :
Kein trost so lieblich ist / als den mir gibt dein nam /
Der süsse JEsus-nam / o fürst auß Davids stamm !
Fürnehmlich
3. O JEsu / höchster schatz / du kanst mir freude bringen :
Es kan nichts lieblichers / als JEsus name klingen.
Ich kan nicht traurig seyn / weil JEsus heißt so viel /
Als heyland oder held / der seelig machen will.

Jesus Name
4. Wenn satan sich bey mir will mit anfechtung regen /
Ist Jesus name mir zum trost /schutz / fried und seegen /
Zur weißheit und artzney in aller angst und noth /
Daß ich nicht fürchten darff den teuffel und den tod.

darf
5. Daß ich ein zorn-kind bin / das macht die schnöde sünde /
Dein name machet mich zu einem gnadenkinde :
Er ni t von mir hinweg die schuld und missethat /
Bringt mir die seeligkeit und deines vatters gnad.

Zornkind
6. Ey nun so heilge mich / der ich bin gantz beflecket /
Dein JEsus-name / der die sünde gantz zudecket :
Er kehre ab den fluch / den seegen zu mir wend /
Auff daß dadurch bey mir sich alle schwachheit end.
heilge mich
7. Er sey mein liecht / das mich im finsternuß erleuchte :
Er sey des himmels-thau / der mich in hitz anfeuchte :
[p. 39] Er sey mein schirm und schild /mein schatten / schloß und hut /
Mein reichthum / ehr und ruhm / er sey mein höchstes gut.
Finsternuß
Schloss und Hut
8. Er sey mein himmelsweg / die warheit und das leben /
Und wolle mir zuletzt auß gnaden dieses geben /
Daß ich alsdann in ihm diß leben schliesse wol /
Wenn meine sterbens-zeit und stunde kommen soll.
Weg, Wahrheit
dieses
9. Inmittelst helff er mir / so lang ich hie noch wandle /
Daß ich in meinem thun treu u  auffrichtig handle.
Er stehe stets bey mir mit seines geistes gab /
Und gebe krafft wenn ich was zu verrichten hab.
inmittelst
10. In JEsu namen bin ich heute auffgestanden /
In ihm vollbring ich heut / was mir ko t unter handen /
In seinem namen ist der anfang schon gemacht /
Das mittel und der schluß wird auch durch ihn vollbracht.

unter handen

11. Dir leb ich / und in dir / in dir will ich auch sterben :
HErr sterben will ich dir / in dir will ich ererben
Das ewig himmelreich / das du erworben mir :
Von dir verklärt will ich dir dienen für und für.

Auff H. drey Könige.

57. Mel. Das neugebohrne Kindelein.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
48 57 57 57 57 57 57
p. 38 39 58 41 36 54 36
WAs förchst du feind Herodes sehr /
Daß uns geborn kommt Christ der HErr ?
Er sucht kein sterblich königreich /
Der zu uns bringt sein himmelreich.
was fürchtst
förchtst
2. Dem stern die Weisen folgen nach /
Solch liecht zum rechten liecht si bracht /
Sie zeigten mit den gaaben drey /
Diß kind Gott / mensch und könig sey.
Gott...

3. Die tauff im Jordan an sich nam /
Das himmelische GOttes lamm /
Dadurch / der nie kein sünde that /
Von sünden uns gewaschen hat.

4. Ein wunderwerck da neu geschah /
Sechs steinern krüge man da sah /
Voll wassers / das verlohr sein art /
Rother wein durch sein wort drauß ward.

Krüge

5. Lob / ehr und danck sey dir gesagt /
Christ geborn von der reinen magd /
Mit vatter und dem heilgen Geist /
Von nun an biß in ewigkeit.

58. Mel. Vom hi el hoch / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
49 58 58 58 58 58 58
p. 38 39 58 42 36 55 36
DEn Weisen scheint ein neuer stern /
Auß morgenland kommen sie fern /
Und fragten zu Jerusalem /
Wo der neu könig sey daheim ?
Den Weisen
2. Herodes wird drüber bestürtzt /
Fürchtet sein reich werd ihm verkürtzt.
Die gantze statt erschrickt mit ihm /
Sie solten alle frölich seyn.


ganze Stadt
3. Dann sie finden in Micha stehn /
Daß der hertzog zu Bethlehem
Sein außgang hab von ewigkeit /
Drum sucht er kein vergänglichkeit.
Micha
Herzog
4. Herodes mit den Juden irrt /
Die Heyden auß Micha gelehrt /
Glauben der schrifft / den leucht der stern /
Bringt sie zum neugebornen HErrn.
mit den Juden

den leucht
[p. 40] 5. Für dem kindlein sie nider knyn /
Opffern ihm gold / weyrauch und myrrhn /
Bezeugen daß er könig sey /
Ein mittler auch im tode frey.
frei

6. HErr Christ ! erschein uns auch also /
Gib dein wort und dein Geist darzu /
Daß wir opffern gold / weyrauch / myrrhn /
Dich mit dem Vatter geistlich ehrn.

___________________________________________________________________________

Passions-Gesänge.

59. Mel. Christus der uns seelig macht / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
50 59 59 59 59 59 59
p. 39 40 59 42 36 56 36
JESU deine passion
Will ich jetzt bedencken /
Wollest mir vom himmels-thron
Geist und andacht schencken.
In dem bild jetzund erschein /
Jesu ! meinem hertzen /
Wie du / unser heyl zu seyn /
Littest alle schmertzen.
Jesu, deine
2. Meine seele sehen mach
Deine angst und bande /
Deine speichel / schläg und schmach /
Deine creutzes schande /
Deine geissel / dornen-kron /
Speer- und nägel-wunden /
Deinen todt / o GOttes Sohn /
Und den leib voll schrunden.
Schrunden
3. Doch so laß mich nicht allein
Deine marter sehen /
Laß mich auch die ursach fein /
Und die frucht verstehen.
Ach die ursach war auch ich /
Ich und meine sünde :
Diese hat gemartert dich /
Nicht das heyd-gesinde.
fein

  


Heid-Gesinde

4. JEsu ! lehr bedencken mich
Diß mit buß u  reue :
Hilff daß ich mit sünde dich
Martre nicht auffs neue.
Solt ich darzu haben lust /
Und nicht wollen meiden /
Was GOtt selber büssen mußt
Mit so grossem leyden ?

5. Wann mir meine sünde will
Machen heiß die hölle ;
JEsu ! mein gewissen still /
Dich ins mittel stelle ;
Dich und deine passion
Laß mich glaubig fassen :
Liebet mich sein lieber Sohn /
Wie kan GOtt mich hassen ?

die Hölle

  

glaubig
6. Gib auch JEsu / daß ich gern
Dir das creutz nachtrage ;
Daß ich demuth von dir lern /
Und gedult in plage ;
Daß ich dirs geb lieb um lieb /
Indeß laß diß lallen
(Bessern danck ich dorten gib)
JEsu ! dir gefallen.
geb, gib
Lallen

60.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
51 60 60 60 60 60 60
p. 40 40 60 43 37 57 37
O Mensch bewäin dein sünde groß /
Darum Christus seins vatters schoß
[p. 41] Aeussert und kam auff erden :/:
Von einer jungfrau rein u  zart
Für uns er hie geboren ward /
Er wolt der mittler werden.
Den todten er das leben gab /
Und legt darbey all kranckheit ab /
Biß sich die zeit herdrange /
Daß er für uns geopffert würd /
Trug unsrer sünden schwere bürd /
Wol an dem creutze lange.

O Mensch

  

  

das Leben
2. Dann als das fest der Juden kam /
Jesus sein Jünger zu ihm nahm /
Gar bald thät er ihn'n sagen :/:
Des menschen sohn verrathen wird /
Ans creutz geschlagen und ermördt /
Darauf die Juden tagen.
In Simons hauß ein fraue kam /
Viel köstlich's wasser zu ihr nahm /
Thäts übern Herren giessen /
Etlich der Jüngen murrten bald /
JEsus die fraue gar nicht schalt /
Das thät Judam verdriessen.

zu ihm
tät

ermördt
tagen

  

bald
3. Zum hohenpriester er sich fügt /
Den HErren zu verrathen lügt /
Nahm dreyssig pfenning b'hende :/:
Bald Jesus mit sein'n Jüngern kam /
Und aß mit ihn'n das Osterlam /
Und thät dasselbig enden.
Er satzt uns auff ein Testament /
Sein'n tod zu b'dencken biß ans end /
Und wusch den Jüngern d'füsse /
Er bild ihn'n für die liebe schon /
Und wie sie ihn würden verlohn /
Mit trost thät ers beschliessen.

sich fügt

pfennig

  

enden
satzt auf

  

bildete vor
4. Darnach er an den Oelberg trat /
In forcht und zittern er da bat /
Ach bettet und thut wachen :/:
Ein steinwurf bald er fürhin gieng /
Zu seinem vatter auch anfieng :
O vatter thu hie machen /
Daß dieser kelch hie geh von mir /
Dann alle ding sind möglich dir /
Doch es gescheh dein wille.
Solch's er zum dritten mahle bat /
So oft auch zu sein'n Jüngern trat /
Sie schlieffen all in stille.

  

  

fürhin

  

  

so oft
5. Er sprach : schlafft ihr in meinem leyd ?
Es ist gnug / Die stund ist bereit /
Des menschen sohn wird geben :/:
In d'händ der sünder / nun steht auff /
Der mich verräth / der lauret drauff /
Nun bettet ihr darneben.
Als er noch redt / sih ! Judas kam /
Ein grosse schaar er mit ihm nahm /
Mit spiessen und mit stangen.
Ein zeichen der verräther gab /
Welchen ich küß merckt eben ab /
Den solt ihr weißlich fangen.

  

geben

  

  

abmerken
[p. 42] 6. Als JESUS nun wußt alle ding /
Gar bald er ihn'n entgegen gieng /
Und sprach zu ihn'n mit güte :/:
Wenn sucht ihr hie mit solchem g'walt ?
JEsum sprach'n sie / und fielen bald
Zurück in ihrem wüten.
Judas gab ihm den kuß behend /
Der grausam hauff auff Jesum rennt /
Und fiengen ihn mit grimme.
Petrus sein schwerdt außzucket recht /
Hieb ab ein ohr deß bischoffs knecht /
JEsus bald antwort ihme :
als

  

Gewalt


  

auszucken
Bischof
7. Ficht nicht / steck ein das schwerdte dein /
Soll ich nicht trinck'n den kelche mein ?
Den knecht macht er gesunde :/:
Der hauff führt zu Hannas JEsum /
Darnach zu Caiphas hinum /
Gefangen und gebunden.
Petrus folgt in den hoff hinein /
Durch den beka ten Jünger sein /
Verläugnet dreyst den HErren.
Der bischoff fraget JESUM stät /
Sie suchten falsche zeug'n und räth /
Die ihn zum tod begehrten.

  



hinum

  

bekannten Jünger

  

die ihn...
8. Christus antwortet ihnen nicht /
Der hohepriester zu ihm spricht :
Was thust du darzu sagen :/:
Ich b'schwer dich bey dem GOtte mein /
Sag / bist du Christ / der sohne sein ?
JEsus antwort ohn zagen :
Ich bins /und sag zu dieser zeit /
Werd't ihr des mensche sohne weit
In wolcken sehen ko en /
Sitzen zur rechten GOttes fein.
Der bischoff z'riß das kleyde sein /
Und sprach : ihr habt vernommen.

  

b'schwer
9. Daß er gelästert GOtt so sehr.
Er sprach : merckt auf / was woll'n wir mehr ?
Sie sprachen : er soll sterben :/:
Und speyten in sein angesicht /
Viel backenstreich auf ihn gericht /
Mit lästerworten herben.
Verdeckten ihm das antlitz sein /
Und schlugen ihm mit fäusten drein /
Sagten : wer hat dich g'schlagen ?
Am morgen früh der hauffe gar
Fragten JEsum mit mancher g'fahr /
Thäten mit ihm bald jagen.
dass er

  

herben
10. Und gaben ihn Pilato b'hend.
Als Judas sah / wo nauß es lend /
Ward ihn die sach gereuen :/:
Das geld er bald den Priestern gab /
Und sprach : ich sehr gesündigt hab /
Erkandte sein untreue.
Erhencket sich und schnellt entzwey.
Die hohenpriester beyderley
Rathschlagten umb das [p. 43] gelde /
Ein's hafners acker kaufften sie /
den bilgern zur begräbnuß hie /
Als auch der Prophet meldet.

lend
gereuen

  

schnellt entzwei
11. Als JEsus vor Pilato stuhnd /
Erhub sich große klag ohn grund /
Thäten ihn hoch verklagen :/:
Dem käyser hat er wiederthon /
Und nennet sich ein GOttes-Sohn /
Verführt das volck all tage.
Pilatus ihn viel fragen thät /
Jesus aber kein antwort redt /
Das nahm Pilatum wunder.
Er schickt ihn zu Herodes hin /
Herodes freuet sich auff ihn /
Vermeynt zu sehn was b'sonder.


thäten
wiederthon
12. Als Jesus nun kein antwort gab /
Verachtet ihn Herodes drab /
Schickt ihn Pilato wieder :/:
Pilatus b'ruft die Jud  / sprach :
Den menschen auch Herodes sah /
Und haltet ihn für bieder.
Ein g'wonheit ihr allwegen han /
Dari  ihr ein'n gefangnen lan /
JEsum will ich loß geben.
Sie schryen all mit lauter sti  :
JEsum uns an das creutze nimm /
Barrabam laß uns leben.

  

  



bieder
han
lan
13. Pilatus Jesum geißlein ließ /
Und unter d'schaar ins richt-hauß stieß /
JEsus ein purpur truge :/:
Auß dornen flochten sie ein cron /
Die mußte durch sein haupte gohn /
Mit ein'm rohr sie ihn schlugen :
Und grüßten ihn ein kön'g mit spott /
Speyten auch in sein ang'sicht koth /
Sein heilig's haupt auch schlugen.
Pilatus sprach : seht an den mann /
An dem ich kein arg's finden kan /
Und hab nicht straffens fuge.
Fuge
14. Sie schryen all mit lauter stimm :
Creutzige / creutz'ge den him nimm /
Sonst bist nicht s'käysers freunde :/:
Als nun Pilatus hört dis wort /
Satzt er sich an des richters ort /
Wusch d'händ wolt seyn ohn sünde.
Gab ihn den mörder Barrabam /
Bald JESUM er zu creutz'gen nahm /
Nach ihrem falschen willen.
Sein kleyder sie anthäten ihm /
Und führten ihn mit grosser stimm /
Das creutz trug er mit stille.

  



satzt
15. Als sie nun giengen auß mit ihm /
Zwangens Simon in ihrem gri  /
Daß er ihm's creutz nachtrüge :/:
Viel volcks und frauen wäinten da /
Bald JESUS als er sie ersah /
Thät sich zu ihnen biegen /
Und sprach : wäinet nicht über mich /
Ihr töchter zion / b'wäine sich
[p. 44] Ein jedes und sein kinde /
Ihr werd't noch sprechen : seelig die
Unfruchtbar'n und die säugten nie /
Vor forcht und qual der sünde.


Zwangens

  

biegen

16. Sie kamen bald zur schedelstat /
Zween übelthäter man da hat /
Die man ans creutz auch schlüge :/:
Zur lincken und zur rechten hand /
Wie es die schrifft längst hat bekandt /
JEsus bald sprach mit fuge :
Verzeih ihn'n vatter diese that /
Keiner weiß /was er hie g'than hat.
Pilatus thät auch schreiben /
Hebräisch / griechisch und latein :
JEsus ein kön'g der Juden fein /
Das thät die Priester b'trüben.

17. Als JESUS nun gecreutzigt war /
Sein kleider sie bald nahmen dar /
Und spielten drüber b'hende :/:
Als JEsus da sein mutter sah /
Darzu Joha em / bald er sprach :
Weib / diesen ich dir sende.
Diß ist dein sohn. Zum Jünger spricht :
Diß ist dein mutter / laß sie nicht.
Bald er sie zu ihm nahme.
Die Hohen-priester trieben spott /
Auch andre viel lästerten GOTT :
Bist du der von GOTT kame ?

18. Bist du nun Gottes lieber sohn /
Steig jetzt vom creutz / hilff dir davon /
Das thäten auch die schächer :/:
Doch einer sich zum andern kehrt /
JEsus unschuld er ihn da lehrt /
Sprach :JEsu denck mein nacher /
So du ko st in das reiche dein.
Er sprach : Heut wirst du bey mir seyn /
Wol in dem paradeise.
Ein finstre ward zur sechsten stund /
Um neune JEsus schrey von grund /
Mit lauter stimm und weise :


Schächer

  

Jesus
nacher
19. Mein GOtt / mein GOtt / wie läst du mich !
In spott brachten sie bald essig /
Und gaben ihm zu trincken :/:
Als Jesus den versuchet hat /
Sprach er : Vollbracht ist / das ich that ;
Sein haupt ließ er da sincken.
O vatter in die hände dein
Befehl ich dir den geiste mein /
Schrey er mit lauter stimme.
Gab auff sein geist / der vorhang b'hend
Im tempel riß entzwey zu end /
Die felsen wichen ihme.


mich / Essig

versuchet

  

schrei
20. Das erdreich auch erzittert war /
Die gräber wurden offenbar /
Der hauptma  und sein g'sinde :/:
Sprachen : fürwahr der fromme was /
Und GOttes sohn /diß zeuget [p. 45] das /
Schlugen ihr hertz geschwinde.
Als sie den schächern brach'n die bein /
War JEsus todt / brachen ihm kein /
Und stachen auff sein seite /
Es rann darauß wasser und blut /
Der's hat gesehen / zeuget's gut /
Die schrifft zeuget's auch weiter.

  

G'sinde

was, das

  

  



Schrift
21. Nach dem als nun der abend kam /
Joseph der fromme JEsum nam
Vom creutz ihn zu begraben :/:
Darzu auch Nicodemus kam /
Viel aloes und myrrhen nahm /
Damit sie JEsum haben
Gewickelt in ein leinwat rein /
Da war ein grab in einem stein /
In einem felsen neue /
Darein sie JEsum legten schon /
Haben ein stein darüber g'thon /
Und giengen hin mit reue.

  

Leinwat

  

  

Reue
22. Die Juden führten noch ein klag /
Verhütens grab am dritten tag /
JESUS stund auff mit g'walte :/:
Auff daß er uns ja fromme mächt /
Und mit ihm in sein reiche brächt /
Auß der sündlichen g'stalte.
Darum wir sollen frölich seyn /
Daß unser Seeligmacher fein /
Christus hat überwunden
Für uns der sünden grosse noth /
Darzu die hölle und den tod /
Und auch den teuffel bunden.
Klage

  

mächt
23. So laßt uns ihm nun danckbar seyn /
Daß er für uns litt solche pein /
Nach seinem willen leben :/:
Auch laßt uns seyn der sünden feind /
Weil uns Gott's wort so helle scheint /
Tag und nacht darnach streben.
Die lieb erzeigen jedermann /
Wie Christus hat an uns gethan /
Mit seinem leyd'n und sterben.
O menschen kind betracht das recht /
Wie Gottes zorn die sünde schlägt /
Thu dich dafür bewahren.

  

leben

  

  

  

dafür
Lied / Cantique 61