Cantique 240

Um Besserung des Lebens.

241.) Im Thon : Was mein GOtt will &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
211 241 247 246 246 246 246
p. 199 195 305 205 183 276 183

HIlf mir / mein Gott / hilff daß nach dir
Von hertzen mich verlange :
Und ich dich suche mit begier /
Wann mir wird angst und bange.
Verleih / daß ich
Mit freuden dich
In meiner angst bald finde.
Gib mir den si  /
Daß ich forthin
Meid alle schand und sünde.

Hilf mir, mein

2. Hilff / daß ich stäts mit reu und schmertz
Mich deiner gnad ergebe :
Hab immer ein zerknirschtes hertz /
In wahrer busse lebe.
Vor dir erschein /
Hertzlich bewäin
All meine missethaten.
Die hand allzeit
Laß seyn bereit
Dem dürfftigen zu rathen.

Vor dir

  

  

raten

3. Die lust des fleisches dämpff in mir /
Daß sie nicht überwinde :
Rechtschaff'ne lieb und lust zu dir
In meinem hertz'n anzünde :
Daß ich in noth
Biß in den todt
Dich und dein wort bekenne /
Und mich kein trutz
Noch eigen-nutz
Von deiner warheit trenne.

4. Behüte mich für zorn und gri  /
Mein hertz mit sanfftmuth ziere ;
Auch alle hoffart von mir nimm /
Zur demuth mich anführe.
Was sich noch find't
Von aller sünd /
Laß mich hinfort ablegen.
Trost / fried und freud
Laß jederzeit
Sich in mir armen regen.

anführe

  

5. Den glauben stärck / die lieb erhalt /
Die hoffnung mache feste /
Daß ich von dir nicht wancke bald /
Beständigkeit ists beste.
Den mund bewahr /
Daß nicht gefahr
Durch ihn mir werd' erwecket.
Speiß ab den leib /
Doch daß er bleib
Von geilheit unbeflecket.

ists beste

  

  

Geilheit

6. Gib daß ich treu und fleissig sey
In dem / was mir gebühret :
Daß ich auch nicht durch heucheley
Und ehrgeiz werd verführet.
Leichtfertigkeit /
Haß / zanck und neid
Laß in mir nicht verbleiben.
Verstockten sinn
Und diebs-gewi
Woll'st ferne von mir treiben.

7. Hilff / daß ich folge treuem rath /
Von falscher meynung trette :
Den armen helffe mit der that /
Für freund und feind stets [p. 196] bette :
Dien' jedermann /
So viel ich kan :
Das böse haß' und meide /
Nach deinem wort
An allem ort :
Biß ich von hinnen scheide.


† 242.) Mel.  Freu dich sehr o meine seele / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 242 248 247 247 247 247
p. - 196 306 206 184 277 184

NUn wol auf / mein hertz und seele !
Sey zu frieden überall /
Fortan nimmer dich so quäle /
Dann du hast nun abermahl
Deiner sünden dich entschütt /
Ach ! den frommen GOtt nun bitt /
Daß er dir ein neues leben /
Und gewissen geist woll' geben.


Nun wohlauf

  

entschütt

2. Nunmehr ist der stein vom hertzen /
Der mich so gequälet hat /
Es seynd überhin die schmertzen /
Von so vieler missethat /
Mein gewissen ist nun froh /
Daß mir ist geholffen so /
Die vergebung hat gegeben
Mir fast todten nun das leben.



überhin

3. Christo bin ich außgesöhnet /
GOTT mein Vatter wieder ist /
Und der heil'ge Geist entlehnet
Dich / mein hertz ! indem du bist
Seine wohnung i erzu /
Bleibe mit der heil'gen ruh
Nun in mir / und daß ingleichen
Ich von dir nicht möge weichen.

ausgesöhnet

  

entlehnet

  

ingleichen

4. GOtt / verbess're du mein leben /
Gib mir deinen guten geist /
Der mir alles sonst kan geben /
Jedoch aber allermeist /
Was zu meiner seligkeit
Wird erfordert in der zeit /
Daß ich lehre meiner seelen
Dich zu ihrem schatz erwählen.

meiner Seelen

  

5. JEsu / meiner seelen pflege /
Nimm dich ihrer hertzlich an /
Mich auff deine schultern lege /
Dein verdienst wol tragen kan.
Laß umb meinet wegen seyn
Freude für den engelein /
Daß ich armer grosser büsser
Deine gnade schmäcke süsser.

pflege

Schultern

  

Engelein

6. Leite si   / hertz und gedancken /
Daß sie seyn ergeben dir /
Laß mich ja darvon nicht wancken /
Dein zu bleiben für und für /
Biß sich sich von einander trennt /
Was man leib und seele ne t /
Eins bleibt zeitlang in der erden /
Deine muß das ander werden.



  

trennt

Vom heiligen Abendmahl.

† 243.) Mel. O mensch bewäin.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
212 243 249 248 248 248 248
p. 200 196 308 206 184 278 184

ALs JEsus Christus / unser HErr /
Wußt / daß sein zeit nun kommen wär /
Daß er von hin'n solt scheiden :/:
Zu tisch er [p. 197] mit sein'n jüngern saß /
Mit ihn'n das Osterlämmlein aß /
Zuletst vor seinem leiden.
Er sprach : Ich hab hertzlich begehrt
Mit euch / eh ich getödet werd /
Essen diß Osterlamme :
Dann ich sag euch / daß ich hinfort
Von diesem nicht mehr essen werd /
Biß das reich Gottes komme.

Als Jesus Christus

Daß

2. Als er nun also mit ihn'n aß /
Er sonderlich betrachtet / daß
Ihr hertz und glaub nicht zaget :/:
Setzt darum ein das sacrament /
Nam das brod mit danck in sein' händ /
Brach's / gab ihn'n das / und saget :
Ne t hin / ess't / das ist mein leichnam /
Der für euch an des creutzes sta
Soll dargegeben werden /
Solch's thut / daß ihr mein denckt darbey /
Daß ich eu'r Herr und heyland sey /
All' die ihr glaubt auff erden.

nemmt

3. Desselben gleichen als nun gar
Solch Abendmahl vollendet war /
Stärckt er sein' jünger schwache :/:
Und machet gantz diß sacrament /
Nam auch den kelch in seine händ /
Danckt / gab ihn'n den / und sprache :
Nehmt hin / trinckt all' / das ist mein blut
Des neuen Testamentes gut /
Welch's ich ans creutz gehencket /
Vergiessen werd für eure sünd /
Solch's thut / so offt ihr davon trinckt /
Daß ihr mein darbey dencket.

Desselben

  

  

  

gehenket

4. Gleich wie GOtt in Egypten thät /
Da er all' erstgeburt ertödt
Im land in einer nachte :
Den könig Pharao ertränckt /
Im rothen meer zu grund versenckt /
Mit aller seiner machte.
Da setzt er ein das Oster-fest /
Daß sein volck darbey dächt u  wüßt
Sein' grosse wunder-thaten /
Durch welche sie geführet auß
Mit starcker hand auß dem dienst-hauß /
Durch's roth' meer trucken traten.

tät

  

  

  

  

trucken

5. Also auch da Christus der HErr /
Durch sein blut in der tauffe meer /
All unser sünd versencket :/:
Den tod erwürgt / die höll zerstört /
Die handschrifft / die das g'wissen mördt /
Mit sich ans creutz gehencket.
Daß sein kirch solch's allzeit betracht /
Er selbst zum Osterla  sich macht /
Im Testament uns schaffte
Sein leib zu essen in dem brod /
Im wein zu trincken sein blut roth /
Durch seines blutes krafte.

Handschrift

  

  

6. Wer nun diß brod nach dem befelch
Ißt / und trinckt von des HErren [p. 198] kelch /
Der soll sein'n tod verkünden :/:
Nemlich / daß Christus / GOttes sohn /
Am creutz bezahlt und g'nug gethan
Für unser aller sünden.
Und daß uns GOtt nun gnädig sey /
So wir solch's glauben / und dabey
Uns an die tauff starck halten /
So soll'n wir Gottes kinder seyn /
Und das himmlisch' erb nehmen ein /
Das will GOtt ewig walten.

Befelch

7. So prüff nun der mensch sich selbst recht /
Eh er diß Sacrament empfächt /
Daß er sein hertz erkenne :/:
Ob er im rechten glauben steh /
Und in wahrer lieb hinzu geh /
Daß ihn kein unbuß brenne.
Daß er ihm nicht eß das gericht /
Drum daß er unterscheidet nicht
Den leib Christi des HErren /
Daß er der sünden sauerteig
Durch hülff des heil'gen Geist's außfeg /
Christo dem lamm zu ehren.


empfächt

  

  

ihm

  

zu Ehren

8. Darum so laßt uns all zugleich
GOTT den Vatter im himmelreich
Von gantzem hertzen bitten :/:
Durch JEsum CHristum seinen Sohn /
Weil der für uns all' g'nug gethan /
Den tod für uns gelitten :
Daß er uns durch den heil'gen Geist
Sein gnad zu starckem glauben leist /
Nach seinem wort zu leben /
In rechter lieb und einigkeit /
Und daß er uns nach dieser zeit
Die ewig' freud woll geben.


Dass er uns
244.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
213 244 250 249 249 249 249
p. 202 198 310 208 186 280 186

JEsus Christus unser heyland /
Der von uns den GOttes zorn wandt /
Durch das bitter leiden sein /
Halff er uns auß der höllen pein.

Jesus Christus

2. Daß wir ni er des vergessen /
Gab er uns sein'n leib zu essen /
Verborgen im brod so klein /
Und zu trincken sein blut im wein.

  

verborgen

3. Wer sich zu dem tisch will machen /
Der hab wol acht auff sein' sachen /
Wer unwürdig hinzu geht /
Für das leb  den tod empfäht.

  

unwürdig

4. Du solt Gott den vatter preisen /
Daß er dich so wohl thut speisen /
Und vor deine missethat
In den tod sein'n sohn geben hat.

5. Du solt glauben und nicht wancken /
Daß ein speise sey der krancken /
Den'n ihr hertz von sünden schwer /
Und für angst ist betrübet sehr.


daß

6. Solch groß' gnad und barmhertzigkeit
Sucht ein hertz in grosser arbeit /
Ist dir wohl / so bleib davon /
[p. 199] Daß du nicht kriegest bösen lohn.

groß Gnad

7. Er spricht selber : ko t ihr armen /
Laßt mich über euch erbarmen /
Kein artzt ist dem starcken noth /
Sein kunst wird an ihm gar ein spott.

kein Arzt

8. Hätt'st du dir was könn'n erwerben /
Was dörfft' ich dann für dich sterben ?
Dieser tisch auch dir nicht gilt /
So du dir selber helffen wilt.

9. Glaub'st du das von hertzen grunde /
Und bekennest mit dem munde /
So bist du recht wohl geschickt /
Und die speiß deine seel erquickt.

10. Die frucht soll auch nicht außbleiben /
Deinen nächsten solt du lieben /
Daß er dein geniessen kan /
Wie dein GOtt an dir hat gethan.

genießen


245.) Im Thon : Ach lieben Christen seyd getrost / etc. Oder : Allein GOtt in &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
214 245 251 250 250 250 250
p. 202 199 311 209 187 281 187

ICh ko  jetzt als ein armer gast /
O HErr / zu deinem tische /
Den du für mir bereitet hast /
Daß er mein hertz erfrische /
Wann mich der seelen hunger nagt /
Wann des gewissens durst mich plagt /
Biß ich den schweiß abwische.

Ich komm jetzt

für mir

2. Nun sprichst du / seelen-bischoff / dort :
Ich bin das brodt / das leben /
Diß brodt treibt auß des hungers noth /
Den sonst nichts mag auffheben /
Ich bin der / wer da glaubt an mich /
Dem wird der tod nicht ewiglich
Im hertzen stiche geben.

Seelenbischof

3. Drum führe mich / o treuer hirt /
Auf deine himmels-auen /
Biß meine seel erquicket wird /
Wann du sie lässest schauen
Die ströme deiner gütigkeit /
Die du für alle hast bereit /
So deiner hut sich trauen.

sich trauen

4. Ich armes schäfflein suche dich /
Auf einer grünen weyde /
Dein lebens-manna speise mich /
Zu trost in allem leide /
Es träncke mich dein theures blut /
Auf daß mich ja kein falsches gut
Von deiner liebe scheide.



Manna

5. Gleichwie des hirsches mattes hertz
Nach frischem wasser schreyet /
So schreyet auch mein seelen-schmertz /
Ach laß mich seyn befreyet
Von meiner schweren sünden-pein /
Und schencke mir die trost fluth ein /
Dann bin ich benedeyet.


Hirsch

6. Für allem aber würck in mir
Ein ungefälschte reue /
Daß / wie für einem wilden thier /
Ich mich für sünden scheue /
Wirff mir den rock des glaubens an /
Der dein verdienst ergreiffen kan /
Damit mein hertz sich freue.

  

Rock

7. Entzünd in mir der andacht brunst /
Daß ich die welt verlasse /
Und deine treu und bruder-gunst
In dieser speise fasse /
Daß durch dein lieben lieb zu dir
Und meinem nächsten wachs herfür /
Und ich fort niemand hasse.

zu dir

fort

8. Ach führe mich nur selbst von mir /
Bey mir ist nichts [p. 200] denn sterben /
Ni  aber mich / o HErr / zu dir /
Bey dir ist kein verderben /
In mir ist lauter höllen-pein /
In dir ist nichts denn selig seyn /
Mit allen himmels-erben.

von mir

9. Erneure mich / o lebens-stab /
Mit deines geistes gaben /
Laß mich der sünden dancken ab /
Die mich sonst pflegt zu haben /
Regiere meinen laster-sinn /
Daß er die lüste werffe hin /
Die er sonst pflag zu haben.

Lebens-Stab

danken ab

  

pflag

10. So ko  nun / o mein seelen-schatz /
Und laß dich freundlich küssen /
Mein hertze gibt dir raum und platz /
Und will von keinem wissen /
Als nur von dir / mein bräutigam /
Dieweil du mich am creutzes-stamm
Auß noth und tod gerissen.

11. O liebster heyland / grossen danck
Für deine süssigkeiten /
Ich bin für lauter liebe kranck /
Drum warte ich die zeiten /
In welchen du / o lebens-fürst /
Mich sampt den auß erwehlten wirst
Zur hi els-taffel leiten.

warte

246.) Im Thon : O traurigkeit / o hertzenleid / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
215 246 252 251 251 251 251
p. 204 200 313 210 188 282 188

ICh trette frisch
Zu GOttes tisch :
Hilff / vatter / hilff mit gnaden /
Daß mir keine missethat
Hiezu möge schaden.

Ich trete frisch

2. Ich läugne nicht
Was mir gebricht /
Ich beichte meine schulden /
Reu für sünden pflegst du ja /
Fro er Gott / zu dulden.

3. Weil's nöthig fällt /
Durch löse-geld
Die handschrift zu vernichten /
Wird der HErr der herrlichkeit
Das für mich entrichten.

nötig fällt



entrichten

4. Drauff stell ich dir
Mich / JEsu / für
In kindlichem vertrauen /
Jesu / den die Cherubim
Lüstet anzuschauen.

lüstet

5. Dein leib und blut /
Das mir zu gut
Gebrochen und vergossen /
Wird / o grosse wunderthat /
Hier am tisch genossen.

6. Ich soll jetzund /
Mit seel und mund /
(Kein witz kan diß ermessen)
JESU Christi werthes fleisch
Unbegreiflich essen.

Witz

7. O grüble nicht /
Wie das geschicht /
Noch ob es mag geschehen /
GOtt kan überschwencklich thun /
Das wir nicht verstehen.

grüble nicht

  

überschwenklich

8. Vernunfft und sinn
Laß i er hin /
Was möglich scheint / vergleichen /
Ich will nun und ni ermehr
Von dem buchstab weichen.

vergleichen

9. Wer diß verspricht /
Betreugt mich nicht /
Und kan mich nicht betrügen /
Der die warheit selber ist
Kan unmüglich lügen.


betreugt

10. Verleih / o GOtt /
Durch Christi todt /
Daß weder witz noch teuffel
Mir beym heil'gen Abendmahl
Mache furcht und zweiffel.

[p. 201]
11. So will ich hier /
HErr JESU / dir /
Und dort im himmel oben /
Für dein theur-vergoß'nes blut
Dancken / und dich loben.


247.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
216 247 253 252 252 252 252
p. 204 201 314 210 188 283 188

SChmücke dich / o liebe seele /
Laß die dunckle sünden-höle :/:
Komm an's helle liecht gegangen /
Fange herrlich an zu prangen /
Da der HErr voll heyl und gnaden
Will dich jetzt zu gaste laden /
Der den himmel kan verwalten
Will jetzt herberg in dir halten.

Schmücke dich

2. Eile / wie verlobte pflegen /
Deinem bräutigam entgegen :/:
Der da mit dem gnaden-ha er
Klopfft an deine hertzens-kammer.
Oeffn'ihm bald die geistes-pforten /
Red' ihn an mit schönen worten :
Ko mein liebster / Laß dich kïussen /
Laß mich deiner nicht mehr missen.

Eile

3. Zwar in kauffung theurer waaren
Pflegt man sonst kein gelt zu sparen :/:
Aber du wilst für die gaben
Deiner huld / kein gelt nicht haben.
Weil in allen bergwercks-gründen
Kein solch kleinod ist zu finden /
Das die blut-gefüllte schalen /
Und diß manna kan bezahlen.

Kaufung

  

kein Geld nicht

  

Schale

4. Ach ! wie hungert mein gemüthe /
Menschen-freund / nach deiner güte :/:
Ach ! wie pfleg ich offt mit thränen
Mich nach dieser kost zu sehnen !
Ach ! wie pfleget mich zu dürsten
Nach dem tranck des lebens-fürsten !
Wünsche stets / daß mein gebeine
Sich durch GOtt mit GOtt vereine.

Gebeine

5. Beydes lachen und auch zittern
Lässet sich in mir jetzt wittern :/:
Das geheimniß dieser speise
Und die unerforschte weise /
Machet daß ich früh vermercke
HErr / die grösse deiner wercke.
Ist auch wohl ein mensch zu finden /
Der dein allmacht solt ergründen ?

Lachen

  

unerforscht

6. Nein / vernunfft die muß hie weichen /
Kan diß wunder nicht erreichen :/:
Daß diß brodt nicht wird verzehret /
Ob es gleich viel tausend nehret :
Und daß mit dem safft der reben
Uns wird Christi blut gegeben.
O der grossen heimlichkeiten /
Die nur GOttes Geist kan deuten !

Heimlichkeiten

7. JEsu / meine lebens-sonne /
JEsu / meine freud und wonne :/:
JEsu / du mein gantz beginnen /
Lebens-quell und liecht der [p. 202] sinnen !
Hie fall ich zu deinen füssen /
Laß mich würdiglich geniessen
Dieser deiner hi els-speise /
Mir zum heyl / und dir zum preise.

dieser

8. HErr / es hat dein treues lieben
Dich vom hi el abgetrieben :/:
Daß du willig hast dein leben
In den todt für uns gegeben /
Und darzu gantz unverdrossen /
HErr / dein blut für uns vergossen /
Das uns jetzt kan kräfftig träncken /
Deiner liebe zu gedencken.

9. JEsu / wahres brod des lebens /
Hilff / daß ich doch nicht vergebens
Oder mir vielleicht zum schaden /
Sey zu deinem tisch geladen !
Laß mich durch diß seelen-essen
Deine liebe recht ermessen /
Daß ich auch wie jetzt auff erden
Mög ein gast im himmel werden.

ein Gast

248.) Im Thon : Wo Gott zum hauß nicht &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
217 248 254 253 253 253 253
p. 206 202 316 212 189 285 189

O JESU / du mein bräutigam /
Der du auß lieb am creutzes-sta
Für mich den tod gelitten hast /
Genommen weg der sünden last.

O Jesu, du


Last.

2. Ich ko  zu deinem abendmahl /
Verderbt durch manchen sünden-fall /
Ich bin kranck / unrein / nack't und bloß /
Blind und arm / ach mich nicht verstoß.

3. Du bist der artzt / du bist das licht /
Du bist der HErr / dem nichts gebricht.
Du bist der brunn der heiligkeit /
Du bist das rechte hochzeit-kleid.

Hochzeitskleid

4. Darum / HErr JEsu / bitt ich dich /
In meiner schwachheit heile mich /
Was unrein ist / das mache rein /
Durch deinen hellen gnaden-schein.

5. Erleuchte mein verfinstert hertz /
Zünd' an die schöne glaubens-kertz /
Mein' armuth in reichthum verkehr /
Und meinem fleische steur' und wehr.

6. Auff daß ich dich / du wahres brodt
Der engel / wahrer mensch und Gott /
Mit solcher ehrerbietung nehm /
Wie dir das rühmlich / mir bequem.

bequem

7. Lösch alle laster auß in mir /
Mein hertz mit lieb und glauben zier /
Und was sonst ist von tugend mehr /
Das pflantz in mir zu deiner ehr.

8. Gib / was nutz ist zu seel und leib /
Was schädlich ist / fern von mir treib /
Komm in mein hertz / Laß mich mit dir
Vereinigt bleiben für und für.

nutz

[p. 203]
9. Hilff / daß durch dieser mahlzeit krafft
Das böß' von mir werd' abgeschafft /
Erlassen alle sünden-schuld /
Erlangt des vatters lieb und huld.

10. Vertrieben alle meine feind /
Die sichtbar und unsichtbar seynd /
Den guten vorsatz / den ich führ /
Durch deinen geist fest mach in mir.

11. Mein leben / sitten / sinn und pflicht
Nach deinem heil'gen willen richt /
Ach laß mich meine tag in ruh
Und friede christlich bringen zu.

12. Biß du mich / o du lebens-fürst !
Zu dir in hi el nehmen wirst /
Daß ich bey dir dort ewiglich
An deiner tafel freue mich.


in Himmel

249.
) Mel. O Gott du frommer GOtt / &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
219 249 255 254 254 254 254
p. 208 203 317 212 190 286 190

DIe Mahlzeit ist bereit von Christi abgesandten /
Der tisch ist schon gedeckt / die himmels-musicanten
Die sti en allbereit ihr heilig / heilig an /
Wen hungert oder dürst / der trette nur heran.


Die Mahlzeit
Musikanten
allbereit

2. Sehr kostbar ist die kost / sehr kostbar das geträncke /
Mich wunderts immer mehr / je mehr ich ihm nachdencke /
Hier wird ein lamm / das Gott zum vatter hat / gespeißt :
Gespeiset wird ein lamm / das selber hirte heißt.


ihm

Lamm, Hirte

3. Des HErren leib und blut empfäh'st du mit dem munde /
Halt ohr und augen zu / vernunfft geht hier zu grunde /
Weg mit dem speculier'n / die sach ist dir zu schwer /
Drum grüble nicht so tieff / wie dieses möglich wär.


zu Grunde

4. Wie's möglich könne seyn / da laß du den drum sorgen /
Der dieses hat gesagt / dir ist die weiß verborgen :
Ob du mit deiner witz den weg nicht kanst erseh'n /
So kan's doch ausser dir und deiner witz gescheh'n.


Witz

5. Ergründen kanst du's nicht / nicht finden oder fassen /
Dann was man glauben soll will sich nicht sehen lassen :
Schmeck'st du gleich nur das brod / und mit dem brod den wein /
So kan nichts minder fleisch und blut zugegen seyn.


nichts minder

6.Was über meinen witz / das kan ich nicht außdencken :
Ich muß mich nach der schrifft / und sie nach mir nicht lencken.
Ich glaube gerne das / was Gottes wort verspricht /
Was aber dieses schweigt / das glaube ich auch nicht.


nicht

[p. 204]
7. Er selber hats gesagt / d'ran laß ich mir genügen :
Dann er / der dieses sagt / der will und kan nicht lügen :
Wer mich / warum ich doch diß alles glaube ? fragt /
Dem soll zur antwort seyn : er selber hats gesagt.


fragt



†  250.) Mel. Freu dich sehr / o meine seele / &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 250 256 255 255 255 255
p. - 204 319 213 191 287 191

LIebe seele / nun dich schwinge
Von dem ort der eitelkeit.
Du must über alle dinge
Die gedancken heben heut /
Anzuschauen deinen GOtt /
Deinen helffer in der noth /
Deinen bräut'gam / der jetzt eben
Kommt sich selber dir zu geben.


Liebe Seele

2. Er will meine speise werden /
Von ihm ich geladen bin.
Schwing dich / seele / von der erden /
Zu dem seelen-speiser hin !
Rüst' dein hertz mit demuth auß /
Daß es werde Gottes hauß /
Ein hauß / das ihm wolgefalle /
Das von meinem JEsu lalle.


lalle

3. Weg von mir / ihr welt-gendancken /
Hier ist meiner seelen-speiß.
Auff dein wort wil ich nicht wancken /
JEsu / ehrend dein geheiß.
Was du hast versprochen mir /
Kanst du auch wol geben hier :
Du wilt deinen leib mir geben /
Und dein wahres blut darneben.

4. Nun umfang mit höchsten freuden /
Seele / deinen bräutigam.
Nun kanst du dich mit ihm weiden /
Mit dem frommen GOttes-lamm.
Auff der au des glaubens dein
Wilst du stetig bey ihm seyn :
Biß GOTT wird einst recht zulassen /
Deinen JEsum zu umfassen.


Au

5. Nun hab ich den besten orden /
GOtt in mir / und ich in dir /
Nun bist du mein bruder worden /
O mein JEsu / bleibe hier /
Laß mich immer bleiben dein /
Du solt stets mein eigen seyn.
Dich / ich / der mich liebet / liebe /
Und mich dir gantz gantz eigen giebe.

dich, ich



 251.) Im Thon : Wol mir ! JEsus meine freude / Lebet noch und schafft &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
220 251 257 256 256 256 256
p. 209 204 320 214 192 288 192

WOhl mir ! JEsus / meine freude /
Ladet mich zu seinem mahl /
Auf ! mein hertz / und dich bescheide /
Eile zu dem tafel-saal /
Laß die andacht nicht erkalten /
JEsus will sein nachtmahl halten.

Wohl mir

dich bescheide

  

Nachtmahl

2. Auff ! mein hertz / in vollen springen /
Eile deinem Jesu zu /
Komm / dir soll es jetzt gelingen /
Hier ist wahre seelen-ruh /
Ruhe solt du / frey von sünden /
Bey des HErren nachtmahl finden.

Springen

3. Ach ! indem sein hertz bestreitet
Noth und todt mit [p. 205] gleicher macht /
Hat er diesen tisch bereitet /
Und auß heisser lieb bedacht /
Wie er sich mit dir mög letzen /
Und zum erben dich einsetzen.

sich letzen

4. Hier hast du das brod / das leben /
Hier hast du den fronen-leib /
Den er in den tod gegeben /
Dir zu gute / daß er bleib
Deine kost / daß dich / o seele /
Nicht ein ewger hunger quäle.


fronen

5. Schaue / was ko t dort geronnen
Vor ein rother lebens-safft /
Auß den fünf frey-offnen bronnen ;
JEsu / deiner liebe krafft
Hieher allen armen wincket /
Spricht : ko t lieben all und trincket.


fünf

6. Hungrig ko  ich nach genaden /
Durstig nach barmhertzigkeit /
Der ich gleichfalls bin geladen
Zu des lammes hochzeit-freud /
Himmlisch manna mich ergetzet /
JEsus blut die seele netzet.


Jesus

7. JEsu / hilff / daß ich diß schencken
Deines leibs und blutes hier
Nehme dir zum angedencken /
Und betrachte für und für /
Wie dein leib am creutz entblößet /
Und dein blut mich hat erlöset.

8. Nun ich will mit danck und ehren
Meines JESU (weil ich bin)
Lieb und lob mit lob vermehren /
Mein durch ihn erneurter sinn
Soll sich stets in JEsu freuen /
GOtt wird hierzu gnad verleihen.


weil

 252.) Mel. Liebster JEsu wir sind hier / &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
221 252 258 257 257 257 257
p. 210 205 321 215 192 289 192

GUter hirte / JESU CHrist / dir sey lob und danck gegeben
Vor dein theures Abendmahl / das uns dient zum hi els-leben /
Und frey macht von allen sünden /
So offt wir uns darzu finden.

Guter Hirte

2. Sihe / JEsu / dieses mal sind wir auch allhier vorhanden /
Deinen wahren leib und blut wider unser sünden-schanden /
Zu geniessen / und dein leiden
Zu verkündigen mit freuden.

dieses Mal

3. Ach ! HErr JEsu / schencke uns deines guten geistes gaben /
Daß wir mögen allesampt darzu rechte hoffnung haben /
Dich mit glauben zu empfangen /
Und dir immer anzuhangen.

4. Schaff uns neu durch diese kost / daß wir alles böse lassen /
Und nur dich und dein geheiß / und was hi lisch ist / erfassen ;
Ach ! gib es durch deinen namen /
JEsu / liebster JEsu / Amen.


Gesänge unter und nach dem heiligen Abendmahl.

253.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
222 253 260 259 259 259 259
p. 210 205 323 216 194 291 194

GOtt sey gelobet und gebenedeyet /
Der uns selber hat gespeiset
Mit seinem fleische und mit seinem blute /
Das gib uns / HErr GOtt / zu gute /
Kyrie eleiſ.
HErr / durch deinen heiligen leichnam /
Der von deiner mutter Maria kam /
Durch das heilige blut /
Hilff uns / HErr / auß aller noth /
Kyrie eleiſ.

Gott sei
gebenedeiet

  


Leichnam
Maria

[p. 206]
2. Der heil'ge leichnam ist für uns gegeben
Zum tod / daß wir dadurch leben :
Nicht grösser güte könte er uns schencken /
Dabey wir sein soll'n gedencken /
Kyr. eleiſ.
HErr / dein lieb so groß dich gezwungen hat /
Daß dein blut an uns groß wunder that /
Und bezahlt uns're schuld /
Daß uns GOtt ist worden huld /
Kyrie eleiſ.
huld

3. GOtt geb uns allen seiner gnaden segen /
Daß wir geh'n auff seinen wegen /
In rechter lieb und brüderlicher treue /
Daß uns die speiß nicht gereue /
Kyrie eleiſ.
HErr / dein heil'ger Geist uns nimmer laß /
Der uns geb zu halten rechte maß /
Daß dein arm' christenheit /
Leb in fried und einigkeit /
Kyr.

Maß

  


254.) Im Thon: JEsu meine freude / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
223 254 261 260 260 260 260
p. 211 206 324 217 194 291 194

JEsu heyl und leben /
Als du wurd'st gegeben
In den bittern tod :/:
Da du wurd'st verrahten /
O der übelthaten !
Wegen meiner noth :
Hast du für uns eingesetzt
Ein gedächtniß deiner wunder /
JESU / mach mich munter.

Jesu, Heil

  

Übeltaten

  

munter

2. JEsu / liebstes hertze /
Meiner augen kertze /
Meiner seelen licht :/:
Gib mir solche gaben /
Mich damit zu laben /
Wann mein hertze bricht :
Laß dein leib mein speise seyn /
Laß von deinem blut mich trincken /
Wa mein hertz will sincken.


Kerze

  

3. Dein leib ist mein' speise /
Wunderlicher weise /
Welche mich erhält :/:
Daß ich nicht kan sterben /
Sondern muß ererben /
Das / was mir gefällt :
GOtt und seiner gnaden schein /
Freude / fried und ewig's leben /
Und bey GOtt kan schweben.


wunderlich

  

4. O du hi els-speise !
Baum im paradeise !
Mein gerechtigkeit :/:
Laß mich dich geniessen /
Meinen lust zu büssen /
Ko  / ich bin bereit :
Mach mich satt nach deinem wort /
Laß mein hertz dein tempel werden /
Hier auff dieser erden.

  



Lust

5. JEsu / brod des lebens /
Laß ja nicht vergebens
Mich geniessen dich :/:
Wann mein seel sich kräncket /
Und stets nach dir dencket /
Komm / und stärcke mich.
Thue dann von deinem tisch
Ein klein brosamlein mir schicken /
Um mich zu erquicken.

nach dir

  

Brosamlein

6. JEsu / felß der ehren /
Wollest mir bescheh-[p. 207]ren /
Daß ich trinck von dir :/:
Du hast lassen fliessen /
Durch viel blutvergiessen /
Ström des lebens hier.
Wann mein seel ist matt und kranck /
So gib mir im wein dein blute /
Daß mir's komm zu gute.

7. Dein blut ist die stärcke
Aller wunder-wercke
Meines lebens krafft :/:
Niemand kan's gnug preisen /
Was es kan erweisen /
Ja des hi els safft /
So gib mir die seligkeit /
Drum woll'st du mir öfters schencken /
Deiner zu gedencken.

gedenken

8. Daß ich an dir bleibe /
Wie ein klett am leibe /
Daß ich sey bey dir :/:
Und du in mir lebest /
Und im hertzen schwebest /
JEsu ! für und für.
Da werd ich gewißlich nicht /
Wann ich soll von hinnen scheiden /
JEsu / seyn im leiden.


Klette

9. Sondern werde leben /
Und in freuden schweben /
in des hi els-thron :/:
Dich werd ich erkennen /
Meinen bruder nennen /
Tragen eine cron /
Die dein blut erworben hat /
Drum so will ich dich stets loben /
JESU / hier und droben.


255.) Mel. Nun lob mein seel den HErren / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
224 255 262 261 261 261 261
p. 212 207 326 218 195 293 195

WIe wohl hast du gelabet /
O liebster JEsu deinen gast :/:
Ja mich so reich begabet /
Daß ich jetzt fühle freud und rast /
O wundersame speise !
O süsser lebens-tranck /
O liebmahl / daß ich preise
Mit einem lobgesang /
In dem es hat erquicket
Mein leben / hertz und muht /
Mein geist der hat erblicket
Das allerhöchste gut.


Wie wohl

  

  



in dem

2. Du hast mich jetzt geführet /
O HErr / in deinen gnaden-saal :/:
Daselbst hab ich berühret
Dein edle güter allzumal /
Da hast du mir vergebens
Geschencket mildiglich
Das werthe brod des lebens /
Das sehr ergetzet mich /
Du hast mir zugelassen /
Daß ich den seelen-wein
Im glauben möchte fassen /
Und dir vermählet seyn.

vergebens

  

  



vermählet

3. Bey dir hab ich gegessen
Die speise der unsterblichkeit :/:
Du hast mir voll gemessen
Den edlen Kelch / der mich erfreut.
Ach GOtt / du hast erzeiget
Mir armen solche gunst /
Daß billich sich jetzt neiget
Mein hertz für liebes brunst /
Du hast mich lassen schmecken
Das köstlich engel-brod /
Hinfort kan mich nicht schre-[p. 208]cken /
Welt / teuffel / sünd und tod.

sich neiget

4. So lang ich leb auff erden
Preiß ich dich liebster JEsu wohl :/:
Daß du mich lassest werden
Von dir und durch dich satt und voll /
Du hast mich selbst geträncket
Mit deinem theuren blut /
Und dich zu mir gelencket /
O unvergleichlichs gut /
Nun werd ich ja nicht sterben /
Weil mich gespeiset hat
Der nimmer kan verderben /
Mein trost / schutz / hülff und raht.

5. Wie kan ichs aber fassen /
HErr JEsu / daß du mit begier :/:
Dich hast so tieff gelassen
Vom himmels-saal herab zu mir ?
Du / schöpffer aller dinge /
Besuchest deinen knecht.
Ach ! hilff / daß ich dir bringe
Ein hertz das fro  und schlecht /
Das gläubig dir vertraue /
Damit nach dieser zeit
Ich ja dein antlitz schaue
Dort in der ewigkeit.



sich lassen

  

  

schlecht

6. Du bists / der ewig bleibet /
Ich aber bin dem schatten gleich :/:
Den bald der wind vertreibet /
HErr / ich bin arm / und du bist reich /
Du bist sehr groß von güte /
Kein unrecht gilt bey dir /
Ich boßhafft von gemüthe /
Kan fehlen für und für /
Noch kommest du hernieder
Zu mir dem sünden-mann /
Was geb ich dir doch wieder /
Das dir gefallen kan ?


Schatten

  

  


noch

7. Ein hertz durch reu zerschlagen /
Ein hertz / das gantz zerknirschet ist :/:
Das / weiß ich / wird behagen /
Mein heyland / dir zu jeder frist /
Du wirst es nicht verachten /
Demnach ich embsig bin /
Nach deiner gunst zu trachten /
Ni  doch in gnaden hin
Das opffer meiner zungen /
Dann billich wird jetzund
Dein treuer ruhm besungen /
HErr GOtt / durch meinen mund.

emsig

  


billich

  

8. Hilff ja / daß diß geniessen
Des edlen schatzes / schaff in mir :/:
Ein unauffhörlich's büssen /
Daß ich mich wende stets zu dir.
Laß mich hinführo spüren
Kein and're lieblichkeit /
Als welche pflegt zu rühren
Von dir in dieser zeit /
Laß mich ja nichts begehren /
Als deine lieb und gunst /
Da  niemand kan entbehren
Hie deiner liebe brunst.

  

  


hinfüro

in dieser

  

9. Wohl mir ! ich bin versehen
Mit himmels-speiß und engel-tranck :/:
Nun wil ich rüstig stehen
Zu singen dir lob / ehr und danck.
Ade du welt-ge-[p.209]tümmel /
Du bist ein eitler tand /
Ich seuffze nach dem himmel /
Dem rechten vatterland.
Ade / dort werd ich leben
Ohn unglück und verdruß /
Mein GOtt du wirst mir geben
Der wollust überfluß.

  


rüstig

Tand

  

256.) Im Thon : Meinen JEsum laß ich nicht / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
225 256 263 262 262 262 262
p. 214 209 328 219 197 294 197

MEinen JEsum laß ich nicht /
Meine seel ist nun genesen /
Selig ist das heut'ge licht /
Da ich JESUS gast gewesen ;
Drum rufft bloß mein hertz und spricht :
Meinen JEsum laß ich nicht.

Meinen Jesum

2. Meinen JEsum laß ich nicht /
Weil er mich so brünstig liebet /
Und sich in mein hertz verpflicht /
Ja sich mir zu eigen gibet /
Und sich ewig mir verspricht /
Meinen JEsum laß ich nicht.


brünstig
verpflicht

3. HErr / dein leib und theures blut /
JEsu / das ich jetzt genossen /
Stärckt mich / und macht alles gut /
Daß ich hinfort nicht verstossen
Bin von deinem angesicht /
Meinen JEsum laß ich nicht.

4. Wohl mir / daß mich nichts mehr drückt /
Ach wie wohl ist mir geschehen /
Meine seel ist gantz erquickt /
Weil ich, JEsu / dich gesehen.
JEsu meine zuversicht /
Dich / mein JEsu / laß ich nicht.

5. Mose donner nur nicht mehr /
Für mich ist's gesetz erfüllet /
JEsus / Gott des vatters ehr /
Hat den grossen zorn gestillet /
Und das werck mit blut geschlicht /
Meinen JEsum laß ich nicht.


donner

6. Dich / la  GOttes / laß ich nicht /
Weil du trägst auff deinem rucken
Meiner sünden quaal und gicht /
Die mich armen solten drucken ;
Wann mich meine sünd anficht /
Laß ich dich / lamm GOttes / nicht.


Rucken

7. Meinen JEsum laß ich nicht /
Er ist nun mein bruder worden /
Trotz ! daß welt und satan spricht :
Ich sey noch in ihrem orden ;
Nein / mein JEsus ist mein licht /
Dich / mein bruder / laß ich nicht.

trotz

8. Mein gewissen, stille dich /
Deine handschrifft ist zerrissen /
JEsus / der so jämmerlich
Ward gemartert und zerschmissen /
Der vertritt mich vor gericht /
Meinen JEsum laß ich nicht.

Gewissen,

  

zerschmissen

9. Kommt ihr teuffel / sprecht mir hohn /
Fragt / ob ich sey GOttes erbe :
[p. 210] Freylich / JEsus / GOttes sohn /
Bleibt mein erbtheil / wenn ich sterbe ;
Trotz / wer mir das gut abspricht /
Meinen JEsum laß ich nicht.

trotz

10. Tod / dein stachel ist entzwey /
Christus ist zum gifft dir worden /
Von dir bin ich ewig frey /
Weil du mich nicht kanst ermorden ;
Trotz / daß mich dein stachel sticht /
Meinen JEsum laß ich nicht.

Stachel

11. Hölle / schweig / denn deine glut
Ist nun völlig außgelöschet /
JEsus ist es / dessen blut
Mich von allen sünden wäschet /
Und mich frey vom feuer spricht /
Meinen JEsum laß ich nicht.

12. JEsus ist / und bleibet mein /
Er hat sich mit mir verlobet /
Wie ein bräut'gam / ich bin sein /
Ob der feind' gar greulich tobet /
Weiß ich / daß mir nichts geschicht /
Meinen JEsum laß ich nicht.

bin sein

13. Laß mich auch / mein JEsu / nicht /
We  es mit mir ko t zum ende /
We  mir sinn und hertze bricht ;
JEsu nimm in deine hände
Meinen geist / des lebens licht /
Meinen JEsum laß ich nicht.

14. Und deß bin ich auch gewiß /
Weil mein JESUS mir verheissen /
Auß des todes finsterniß
Mich mit starcker hand zu reissen /
Drum auch meine seele spricht :
Amen / JEsum laß ich nicht.


257.) Im Thon : Auß meines hertzens grunde &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
230 257 264 263 263 263 263
p. 219 210 331 220 198 296 198

ACh HERR / ich bin nicht tüchtig
Zu dem was heilig heißt ;
Mein gantzes thun ist nichtig /
Weil es wie wachs zerfleußt /
We es für dein gericht
Zur rechnung wird gezogen /
Wenn es wird abgewogen /
Kan es bestehen nicht.

Ach Herr

  


für

2. Und ach ! was soll ich sagen ?
Auch die gerechtigkeit /
Die ich vermein zu tragen /
Ist wie ein garstig kleid ;
O Herr / ich bin nicht werth /
Daß du mich sünder nennest /
Mich für dein kind erkennest /
Mich / der ich dich beschwert.

nennest


3. Wenn ich gleich gerne wolte
Mein leben stellen an /
Als wie ich billich solte /
Auff dieser lebens-bahn ;
So bin ich doch zu schwach
Du / HErr / sih'st mein vermögen /
O laß mich doch hingegen
Nicht hören ewig Ach.

Ach

4. Mein trachten und mein tichten
Ist nur von jugend auf
Was böß ist zu [p. 211] verrichten /
Nach dem gemeinen lauff ;
Zur sünde bin in starck /
Zur sünde bin ich kräfftig /
Zum bösen thun geschäfftig /
O das ist allzu arg.


von Jugend auf

5. Hilff / JEsu / daß ich lebe /
Wie's dir gefällig ist ;
Hilff / daß ich widerstrebe
Des teuffels schmeichel-list.
Laß mich mein'n sinn und hertz
Von allem bösen kehren /
Damit mich nicht beschweren
Der höllen angst und schmertz.

6. Laß / JEsu / deinen willen
Mich je und allezeit /
Durch deine gnad / erfüllen /
Nach bester möglichkeit.
Das wollen hab ich wol /
Gib du mir das vollbringen /
So will ich dir lobsingen /
Als wie ich billich soll.



vollbringen

258.) Im Thon : Ich ruff zu dir HErr JEsu &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
231 258 265 264 264 264 264
p. 220 211 332 221 199 297 199

HIlff / JEsu / hilff / wo soll ich hin ?
Ach muß es seyn gestritten ?
Des bösen feindes mörder-sinn
Kommt auß der schwefel-hütten
Mit gantz ergri ter höllen-macht /
Soll ich mich nicht entsetzen /
Und verletzen
Den / den viel unbedacht
Vor ihren fürsten schätzen.


Hilf, Jesu

  

  



unbedacht

2. Wo find' ich aber hülff und rath ?
Wer hilft mir widerstehen ?
Daß ich des feindes mörder-that
Mag unverletzt entgehen ;
O JEsu / o mein HERR und GOtt /
Du bist der rechte krieger /
Und viel klüger
Als aller feinde rott /
Du bist der rechte sieger.

3. Darum ko  ich allein zu dir /
Und bitt in diesen nöthen :
Ach ko  / ach ko  / und hilff auch mir /
Eh' mich die feinde tödten.
Ach hilff mir / o mein treuer hort /
Und treib ihr mord-beginnen
Weit von hinnen /
Damit es durch dein wort
Muß ohne frucht zerrinnen.

4. Hilff mir den streit in dieser welt
Durch deine krafft vollbringen ;
Hilff / daß ich / als ein krieges-held /
Hier ritterlich zu ringen
Im todt und leben sey bereit /
Damit ich möge bleiben /
Und vertreiben
Die / welch' in diesem streit
Mich trachten zu beteuben.

bleiben

  

betäuben

5. Wenn du / o JEsu / bey mir bist
In diesem schweren wercke /
So acht ich nicht der feinde list /
Noch ihre höllen-stärcke.
Der glaub erhält doch noch den sieg /
Der wird mich noch mit freuden /
Nach dem leiden
Und außgestand'nem krieg /
In ewigkeit bekleiden.

[p. 212]
6. Du wirst mir noch die himmels-cron
An jenem tage geben /
Als einen gnad-geschenckten lohn :
Denn wer in diesem leben
Hier ritterlich gekämpffet hat /
Der wird auch dorten ko en
Mit den frommen
Zur rechten ruhestatt /
Von aller pein entnommen.

dorten

  


7. Nun mag gleich teuffel / fleisch und welt
Ohn ende kriege führen /
So werd ich doch das sieges-feld
Niemahlen nicht verlieren ;
Denn JESUS / JEsus ist bey mir /
Der hilfft mir tapffer kriegen /
Und besiegen /
Des satans mord-begier
Muß dennoch unterligen.

besiegen

  

8. Dir / JEsu / dir soll mein gemüth /
Nach wol-vollbrachtem ringen /
Ein stetes lob und sieges-lied
Mit froher sti e singen ;
Wenn ich auß dieser thränen-welt
Werd in den himmel reisen /
Und mit preisen
Dir / o du sieges-held /
Die schuldig' ehr erweisen.


259.) Im Thon : Der HErr ist mein getreuer hirt &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
645 259 266 265 265 265 265
p. 602 212 333 222 200 298 200

ERmunt're dich / o fro er christ /
Steh auff von deinen sünden /
Leg ab von dir / was irdisch ist /
Und laß dich heilig finden /
Du wirst in diesem jammerthal
Zu einem grossen abendmahl
Von GOtt selbst eingeladen.

Ermuntre dich

2.Du aber must dich sternen-werts
Mit den gedancken schwingen /
Und ein zerknirschtes reuend hertz
Zu dieser mahlzeit bringen /
Es muß dein geist sich himmel-an /
Von dieser eitlen erden-bahn /
Durch liebes-flammen heben.

3. Schau / was dir Gott vor gnad erweißt
Und wie er dich bedencket /
Indem er seinen leib dir speißt /
Und dich genädig träncket
Mit einer purpur-rothen fluth /
So er / alleine dir zu gut /
Am creutze hat getragen.


bedenket
speist

  

getragen

4. Sticht etwan dich der sünden-dorn /
Und fühl'st du grosse flammen /
Daß du vermeynest / Gottes zorn
Schlag über dir zusammen :
Sey nur getrost und tritt hinzu /
Du findest da gewissens-ruh'
Bey dieser hi els-speise.

etwan

5. So bald dir dein HErr JEsus Christ
Sein leib und blut läßt reichen /
So muß des teuffels arge list /
Und alle sünde / weichen ;
GOtt kehret selber bey dir ein /
Mit seinem [p. 213] theuren gnaden-schein /
Und wird mit dir vereinigt.

6. Du wirst durch dieses himmel-brod /
Zu Gott hinauff gerücket /
In jeder schweren seelen-noth
Mit grosser krafft erquicket /
Es dämpffet alle böse lust /
Und reiniget vom sünden-wust /
Und mehret deinen glauben.

  

es

7. Im fall du diß genossen hast /
Und glaubest Christi worten /
So bist du ein recht würd'ger gast ;
Die hohe hi els-pforten
Steh'n dir eröffnet angel-weit /
Zu deiner seelen seligkeit /
Und bist ein kind des lebens.

  

angelweit

8. Wenn es denn endlich GOtt gefällt /
daß du dem armen leben /
Und dieser bösen falschen welt /
Must einen abschied geben /
So führet dich diß abendmahl
Hinauff in GOttes freuden-saal /
Zu allen außerwehlten.


260.) Im Thon : Nun laßt uns GOtt dem &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
646 260 267 266 266 266 266
p. 603 213 335 223 200 299 200

O JEsu / meine wonne /
Du meiner seelen sonne /
Du freundlichster auff erden /
Laß mich dir danckbar werden.

O Jesu

2. Wie kan ich gnugsam schätzen
Diß himmel-süß ergötzen /
Und diese theure gaben /
welch' uns gestärcket haben.

3. Wie soll ich's dir verdancken /
O HErr / daß du mich krancken
Gespeiset und geträncket :
Ja selbst dich mir geschencket.

verdanken

4. Ich lobe dich von hertzen /
Für alle deine schmertzen /
Für deine schläg und wunden /
Der du so viel empfunden.

der

5. Dir danck ich für dein leiden /
Den ursprung meiner freuden /
Dir danck ich für sein sehnen /
Und heiß-vergoßne thränen.

6. Dir danck ich für dein lieben /
Das standhafft ist geblieben /
Dir danck ich für dein sterben /
Das mich dein reich läßt erben.

7. Jetzt schmecket mein gemüthe
Dein übergrosse güte /
Diß theure pfand der gnaden
Tilgt allen meinen schaden.

8. HErr / laß mich nicht vergessen /
Daß du mir zugemessen
Die kräfftig' hi el-speise /
Wofür mein hertz dich preise.


zugemessen

9. Du wollest ja die sünde /
Welch' ich annoch empfinde /
Auß meinem fleische treiben /
Und kräfftig in mir bleiben.


annoch

10. Nun bin ich loß ge-[p. 214]zehlet
Von sünden / und vermählet
Mit dir / mein liebstes leben /
Was kanst du werthers geben ?


vermählet

11. Laß / schönster / meine seele
Doch stets in dieser höle
Des leibes mit verlangen
An deiner liebe hangen.

12. Laß mich die sünde meiden /
Laß mich gedultig leiden /
Laß mich mit andacht betten /
Und von der welt abtretten.

gedultig

abtreten

13. Im handeln / wandeln / essen /
Laß nimmer mich vergessen /
Wie trefflich ich beglücket /
Und hi lisch bin erquicket.

14. Nun kan ich nicht verderben /
Drauff will ich selig sterben /
Und freudig aufferstehen /
O JEsu / dich zu sehen.


† 261.) Mel. Hertzlich lieb hab ich dich &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 261 268 267 267 267 267
p. - 214 336 224 201 300 201

GElobet seyst du / grosser GOtt /
Du GOtt und herrscher Zebaoth /
Daß du nicht hast verschonet
Des ein'gen sohns / den du der welt /
Auß grosser liebe / vorgestellt /
Der unter uns gewohnet /
In trübsal / armuth / angst und noth /
Biß er zuletst den bitter'n tod /
Nach seinem selbst beliebten rath /
Am creutzes-holtz erlitten hat /
Gestifftet auch zur selben zeit :/:
Ein denckmahl der barmhertzigkeit.

Gelobet seist
Var. 1

2. HErr / welch ein unvergleichlich's gut !
Hier ist sein leib / darzu sein blut /
Das er für uns gegeben :
Wer sich mit diesem fleische speißt /
Und das vergoß'ne blut geneußt /
Kan und soll ewig leben ;
Er wird des würgers macht nicht seh'n /
Und frölich wieder auffersteh'n :
Auff diß vertrauen kommen wir
Zu diesem mahl jetzt mit begier /
Daß wir der gnad auch werden voll :/:
Laß alles ja gelingen wohl.

Var. 2

3. Ich weiß es zwar / mein GOtt / vorhin /
Daß ich ja ni er würdig bin /
Diß theu're pfand zu nehmen ;
Nah' ich mich hin zu dir / o licht /
So fühl ich erst / was mir gebricht /
Und muß mich innig schämen ;
Doch bin ich gleich gering und schlecht /
So macht mich doch dein blut gerecht :
Du bist es ja / HErr JEsu Christ /
Der uns von GOtt gemachet ist /
(O grosser trost in hertzeleid ! :/: )
Zur weißheit und gerechtigkeit.

vorhin
Var. 3

4. Dich ruff ich an auß hertzen-grund :
Erweck in mir zu dieser stund
Ein [p. 215] gläubiges gemüthe /
Mich dürstet als ein dürres land
Nach dir / o süsses gnaden-pfand /
Und unerschöpfte güte :
O brod / damit uns GOtt begabt !
O Manna / das die seelen labt :
O lebens-tranck so hell und frisch /
Den man geneußt an Christi tisch !
Ach ! bleib dadurch / mein heyl / in mir :/:
So bleib ich ewig auch in dir.

Var. 4

5. O höchster trost / o guter geist /
Den Christus unsern lehrer heißt /
Regier auch meinen willen /
Du werther hort / verleihe mir /
Daß ich der seelen hunger hier
Und ihren durst mög stillen ;
Daß mich diß wahre himmel-brod
Erquick in meiner sünden noth /
Ja weil auß diesem kelch in trinck /
Ich nicht im tode untersinck :
HErr / werd ich so durch dich befreyt :/:
So preiß ich dich in ewigkeit.

Var. 5

† 262.) Mel. Von GOtt will ich nicht lassen / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 262 269 268 268 268 268
p. - 215 337 225 202 302 202

HIer ist der HErr zugegen /
Hier ist des himmels pfort /
Es ist mit gnad und segen
Der Herr an diesem ort :
Hier finden gantz gewiß
Die wahren glaubens-streiter
Die himmels-thür und leiter /
Trotz satans hinderniß.

Hier ist der Herr

  



Himmelsleiter

2. Die thür steht allhier offen /
Wer nur mit reu erscheint /
Im glauben / lieb und hoffen /
Und seine schuld bewäint /
Der wird verstossen nicht ;
Er wird mit allen frommen
Von JEsu auffgenommen /
Und ko t nicht ins gericht.


Wer

3. Wer mühsam und beladen /
Der stelle sich nur ein /
Er findt für seinen schaden
Hier nicht nur brot und wein /
Nein / sondern JEsu leib
Und blut / für ihn vergossen /
Wird hier zum heyl genossen /
Damit er ewig bleib.

mühsam

4. Hier ist ein mahl der freuden
Für Gottes volck bereit /
Hie sollen die sich weiden /
Die in dem krieg und streit
Geschwächt und außgezehrt ;
Die mit der sünde kämpffen /
Und satans wercke dämpffen /
Die werden hier ernehrt.

5. Die arm im geiste leben /
Und i er hungrig sind /
Die sich dem HErrn ergeben /
Und wo sich reue findt ;
Die nach gerchtigkeit
Sich sehnen / solchen hertzen
Ist / für die sünden-schmertzen /
Diß gnaden-mahl bereit.

arm im Geiste

6. Die ihre schuld bereuen
Von hertzen früh und spät /
Die sollen sich [p. 216] erfreuen
an dieser heil'gen stätt :
GOtt stößt sie nicht hinauß ;
Weil sie auß ihm gebohren /
So hat er sie erkohren /
Zu seyn in seinem hauß.

7. O JESU / meine wonne /
Ich ko  jetzt auch zu dir /
Als der gerechten sonne /
Mit hertzlicher begier ;
Tränck mich mit deinem blut /
Speiß mich mit deinem leibe /
Dieweil ich weiß und gläube /
Daß du mein höchstes gut.

8. Erquicke mich mit freuden /
Weil ich bin müd und matt
Von sünden-schmertz und leiden /
Damit ich werde satt
Vom lebens-wein und brod /
Und dir getreu verbleibe /
Ja dir mich gantz verschreibe /
Im leben und im tod.

† 263.) Mel. Allein GOtt in der höh sey ehr / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 263 270 269 269 269 269
p. - 216 339 226 203 303 203

O JEsu / dir sey ewig danck
Für deine treu und gaben :
Ach ! laß durch diese speiß und tranck
Auch mich das leben haben ;
Ach ! sey willko en / edler gast /
Der du mich nicht verschmähet hast /
Wie soll ich's dir verdancken ?

O Jesu, dir

  


Ach sei

2. Mein heiland / du du kanst allein
Mir geist und seele laben ;
Ich bin ja dein / und du bist mein /
Mit allen deinen gaben :
Hier hab ich was ich haben soll /
Dein gnaden-brü lein ist stets voll /
Es quillet trost und leben.

Brünnlein

3. Laß mich auch ewig seyn in dir /
Laß dir allein mich leben ;
Und bleib du ewig auch in mir ;
Mein heyl / du wirst mir's geben /
Daß ich / krafft dieser speiß und tranck /
Genese / der ich schwach und kranck /
Nur dir hinfort zu dienen.


† 264.) Mel. O GOtt du frommer GOtt / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 264 271 270 270 270 270
p. - 216 339 226 203 303 203

O JESU ! wilt du noch so gnädig an mich dencken /
Und meiner seele dich im abendmahle schencken /
Laß dein gedächtniß auch in mir lebendig seyn /
Da ich dein fleisch und blut empfang' im brod und wein.

O Jesu, willst du

2. Ich sünder war von GOtt / und GOtt von mir geschieden ;
So drückte mich der fluch / so hatt' ich keinen frieden ;
Denn das gesetze stieß mich in die höll hinein /
Und da solt ich verda t mit leib und seele seyn.

3. Ich konte nimmermehr nichts zur versöhnung setzen :
Kein mensch / kein engel auch / kein gold [p. 217] mit allen schätzen /
Bezahlet meine schuld / noch riß mich auß der noth :
Mein letstes urtheil war nichts / als der strenge tod.

setzen

bezahlet

4. Doch du / mein Heiland ! bist an meine statt gekommen :
Der sünden straff und schuld hast du auf dich genommen ;
Du trugest GOttes zorn / du littest höllen-pein /
Daß ich in dir gerecht und selig solte seyn.

5. GOtt lob ! es ist gescheh'n / Ich habe nun das leben :
Denn du hast leib und blut zum opffer hingegeben /
Und ich bin gantz versöhn't / was du / mein JEsu ! du /
In deiner krafft gethan / das rechnet er mir zu.

er

6. Mein glaube hält dich fest / und / dich nicht zu vergessen /
Gibst du mir / mit dem brod / den wahren leib zu essen /
Den leib / der für mich starb ; doch nicht den leib allein ;
Dein blut / dein wahres blut / trinck ich auch mit dem wein.

7. Ist / HErr / dein opffer gleich gescheh'n/ vor vielen jahren /
So muß ich dessen kraft doch jetzo noch erfahren :
Denn dein verdienst ist mir so kräfftig / frisch und neu /
Als ob's erst diesen tag von dir erworben sey.

8. Ach ! nun ich dancke dir / ich dancke dir von hertzen /
Für deine huld und treu / für deine pein und schmertzen /
Für deinen bitter'n tod / für deinen leib und blut /
Damit du labest mich / o allerhöchstes gut.



deinen

9. Laß deine liebe doch hertz / geist und seel durchdringen :
Hilff mir mein sündlich fleisch mit allen lüsten zwingen :
Ach ! halt mein inners rein / mein hertze sey dein hauß /
Und wirff / was eitel ist / durch deinen geist / hinauß.

10. Laß mich bußfertig stets zu deinem tische kommen /
Und würdig allemal / biß du / mit allen frommen /
Mich in den himmel ruff'st / daß ich soll bey dir seyn :
So geh' ich hoch vergnügt zu deinen freuden ein.

___________________________________________________________________
 
Psalmen-Lieder.

265.) Der 1. Psalm.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
234 265 273 271 271 271 271
p. 224 217 343 227 204 304 204

WOhl dem menschen / der wandelt nicht
In dem rath der gottlosen :/:
Noch auff den weg der sünder tritt /
Noch sitzt [p. 218] da spötter kosen /
Sondern hat seine lust gemein
In des HErren gesetz allein /
Und red't das tag und nachte.

Wohl dem

  

kosen

2. Der wird seyn ein baumes-pflantz
Bey guten wasser-bächen :/:
Der sein frucht bringt in so ers-glantz /
Sein blatt wird sich nicht schwächen.
Was er anfaht / wird glück bey seyn /
So die gottlosen fahren hin /
Gleich wie die spreu vom winde.

bei

Spreu

3. Die gottlosen in dem gericht
Werden nicht stehen bleiben :/:
Auch sünder bey den g'rechten nicht /
Sie werden all vertrieben.
Dann GOtt ke t der gerechten weg /
Und aber der gottlosen steg
Wird durch sein g'walt umkommen.

und aber

Suche das I. Gloria.

[Ehr sey dem Vatter und dem Sohn /
Und auch dem heil'gen Geiste :/:
Als es im anfang war und nun /
Der uns sein gnade leiste /
Daß wir wandeln in seinem pfad /
Daß uns die sünd der seel nicht schad /
Wer das begehrt / sprech : Amen.]

1. Gloria

  

Als
 

Der 2. Psalm.

266.) In eigenem thon. Oder : Wo GOtt der HErr nicht &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
235 266 274 272 272 272 272
p. 224 218 344 227 205 305 205

HIlff GOtt / wie geht es immer zu /
Daß alles volck so grimmet :/:
Fürsten und könig han kein ruh /
In gmein sind sie gesinnet
Widerzustreben deiner hand /
Und Christo / den du hast gesandt
Der gantzen welt zu helffen.

Hilf Gott
grimmet

2. Sie wollen ungestraffet seyn /
Und lebn nach ihrem sinne :/:
Und werffen von sich deinen rath /
Und was du lehrest drinne.
Sie gehn nach ihres hertzens wahn /
Ein jeder ma auf seiner bahn /
Und lassen ihn'n nicht wehren.

jeder Mann

3. Du aber in dem hi el hoch /
O GOtt / wirst sie verlachen :/:
Verspotten ihren besten rath /
Und ihrn anschlag verachten.
Du wirst mit zorn sie sprechen an /
Und straffen / was sie han gethan /
Mit gri  wirst du sie schrecken.

4. Der HErr hat zum könig gesetzt
Christum / den ihr acht kleine :/:
Auff Sion sein heiligen berg /
Das ist / über sein gemeine /
Daß er soll kund thun überall /
Des vatters sinn und wolgefall /
Und lehren sein gesetze.



acht kleine

5. Er sprach zu ihm / du bist mein sohn /
Heut hab ich dich gezielet :/:
Von den todten erwecket schon /
Und in dir außerwehlet /
Für erben und für kinder mein /
Die glauben an den namen dein /
Daß sie all durch dich leben.


gezielet

6. Die heyden will ich schencken dir /
Mein kind / zu einem erbe :/:
Daß du mit deinem wort in ihn'n /
Des fleisches lust verderbest.
Ein neu volck solt du richten an /
Das meinen namen preisen kan /
An allem ort auff erden.



ihn'n

neu Volk

7. Darum ihr könig mercket nun /
Ihr solt euch lassen lehren :/:
Und diesem könig hören zu /
Sein wort halten in ehren.
Daß ihr GOtt lernet förchten wol /
Und wie ein hertz ihm trauen soll /
Das heißt GOtt recht wol dienen.

das heißt

8. Nehmt auff die straffe williglich /
Daß nicht erzürn [p. 219] der HErre :/:
Halt ihn für augen stetiglich /
Und lebt nach seiner lehre /
Wann sein zorn als ein feur aufgeht /
Wol ist dem / der für ihm besteht /
Das sind die auff ihn trauen.



für Augen

† Ehr sey dem Vatter allermeist /
Und Christo seinem sohne :/:
Und dem tröster dem heil'gen Geist /
Gar hoch ins hi els-throne.
Als es im anfang und auch jetzt
Gewesen ist und bleibet stets /
In der welt allzeit / Amen.

Ehr sei
 

Der 3. Psalm.

267.) Im thon : Ach GOtt / wie lang vergissest &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
236 267 275 273 273 273 273
p. 225 219 345 228 205 306 205

ACh HErr / wie sind mein'r feind so viel /
Die sich wider mich setzen :/:
Sprechen : ihm GOtt nicht helffen wil /
Deß woll'st du mich ergetzen.
Dann HErr / du bist vor mir der schild /
Der mich zu ehren setzen wilt /
Und mein haupt thun aufrichten.

Ach Herr

  

ergetzen

wilt

2. Mein stimm zum HErren ruffen soll /
Vom berg wird er mich hören :/:
Ich lag und schlief / er wachet wol /
Mein feind mocht mich nicht stören.
Dann GOtt der HErr / mich selbst erhält /
Ob hundert tausend würd'n gezehlt /
Die sich wider mich legen.

  

er wachet

3. Steh' auff / o HErr / zu helffen mir /
Dann du schläg'st all mein feinde :/:
Auff den kinbacken mit begier /
Und dem gottlosen g'sinde
Brich'st du ihr zähne mit gewalt /
Die hülff sich / HErr / bey dir erhalt /
Uber dein volck dein segen.

  

Kinnbacken

Suche das II. Gloria.

[Dem HErren GOtt vom hi elreich
Lob / ehr und preiß ich leiste :/:
GOtt Vatter / GOtt dem Sohn deßgleich /
Und GOtt dem heil'gen Geiste.
Sein' herrlichkeit / barmhertzigkeit /
Großmächtigkeit und heiligkeit /
Seynd ewig und ohn ende.]


 

Der 6. Psalm.

268.) Im thon : Ach GOtt vom hi el. Od. Wär Gott nicht mit uns &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
237 268 276 274 274 274 274
p. 226 219 346 229 206 307 206

HErr / straff mich nicht in deinem zorn /
Das bitt ich dich von hertzen /
Ich bin sonst gantz und gar verlohr'n /
Mit dir ist nicht zu schertzen /
Und zücht'ge mich nicht in dein'm gri  /
Weil ich so voll betrübniß bin /
Und leide grossen schmertzen.

Herr, straf

2. Sey gnädig mir / de  ich bin schwach /
Von hertzen sehr erschrocken ;
Kein ruh' hab ich bey tag und nacht /
Das marck im bein wird trocken /
Mein seel auch sehr betrübet ist /
Daß du / o HErr / so lang auß bist /
Auff den ich stets muß hoffen.

3. Ach ! wende dich / du lieber HErr /
Errette meine seele !
Hilff mir durch deine güt' und ehr /
Weil ich mich dir befehle.
Im tod gedenckt man dei-[p. 220]ner nicht /
Auch in der höll kein danck geschicht /
Dari  ist nichts denn quälen.

4. Von seuffzen ich so müde bin /
Mein bette muß ich schwemmen /
Betrübt ist mir hertz / muth und sinn /
Nach dir thu ich mich sehnen :
Die gantze nacht das lager mein
Mit thränen muß genetzet seyn ;
Das woll'st du / HErr / erkennen.


schwemmen

5. Vom trauren abgenommen hat
Mein gstalt und ist veraltet /
Ich werd' geängstet früh und spat /
Das hertz im leib erkaltet.
Ach HErr / erhör das wäinen mein ;
Mein fleh'n laß nicht vergeblich seyn /
Im glauben mich erhalte.

6. Ihr übelthäter weicht von mir /
Der HErr erhört mein flehen /
Mein' feind zu schanden werden schier /
Mein bitt zu Gott geschehen /
Wird nicht vergeblich seyn fürwahr /
Das ist gewiß und offenbahr /
Deß kan ich mich versehen.



schier
 

Voriger Psalm.

269.) Mel. Hertzlich thut mich verlangen / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
238 269 277 275 275 275 275
p. 226 220 346 229 206 307 206

ACh HErr / mich armen sünder
Straff nicht in deinem zorn :/:
Dein ernsten grimm doch linder /
Sonst ist's mit mir verlohr'n.
Ach HERR / woll'st mir vergeb  /
Mein sünd und gnädig seyn /
Daß ich mög ewig leben /
Entfliehn der höllen pein.

Ach Herr, mich

2. Heil du mich lieber HErre /
Dann ich bin kranck u   schwach :/:
Mein hertz verwundet sehre
Leidet groß ungemach.
Mein g'bein die sind erschrocken /
Mir ist gar angst und bang /
Mein seel ist sehr erschrocken /
Ach du HErr / wie so lang !

3. HERR / tröst' mir mein gemüthe /
Mein seel rett' lieber GOtt :/:
Von wegen deiner güte /
Hilff mir auß aller noth.
Im tod da ist's gantz stille /
Da denckt man deiner nicht /
Wer will doch in der hölle /
Dir dancken ewiglich ?

4. Ich bin von seuffzen müde /
Hab weder krafft noch macht :/:
Ich grossem schweiß ich lige
Durchauß die gantze nacht.
Mein lager naß von thränen /
Mein g'stalt vor trauren alt /
So thu ich mich sehr grämen /
Die angst ist mannigfalt.

5. Nun weich't ihr übelthäter /
Mir ist geholffen schon :/:
Der HErr ist mein erretter /
Er nimm't mein flehen an.
Er hör't mein's wäinens stimme /
[p. 221] Es müssen fall'n geschwind /
All sein und meine feinde /
Und kommen schändlich um.

† 6. Drum danck ich dir von hertzen /
O GOtt im höchsten thron :/:
Du wirst mir meine schmertzen
Und leiden lindern schon /
Auch mir all'gnad erweisen /
Wie ich gebetten dich ;
Dafür will ich dich preisen
Immer und ewiglich.

Drum dank ich
 

270.) Voriger Psalm noch ein mal.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 270 278 276 276 276 276
p. - 221 347 230 207 308 207

STraff' mich nicht in deinem zorn /
Grosser GOtt / verschone /
Ach laß mich nicht seyn verlohr'n /
Nach verdienst nicht lohne /
Hat die sünd
Dich entzündt /
Lösch ab in dem lamme
Deines grimmes flamme.

Straf mich nicht

  

lohne

2. HErr / wer denck't im tode dein /
Wer danckt in der hölle /
Rette mich auß jener pein
Der verda ten seele /
Daß ich dir
Für und für
Dort an jenem tage /
Höchster Gott / lob sage.

Dort an jenem

3. Zeig' mir deine vatters-huld /
Stärck mit trost mich schwachen /
Ach HErr / hab' mit mir gedult /
Mein gebeine krachen /
Heil die seel /
Mit dem öhl
Deiner grossen gnaden /
Wend' ab allen schaden.

Öl der Gnade

  

4. Ach sih' mein gebeine an /
Wie sie all' erstarren /
Meine seele gar nicht kan
Deiner hülffe harren ;
Ich verschmacht' /
Tag und nacht
Muß mein lager fliessen
Von den thränen-güssen.

5. Ach ! ich bin so müd und matt
Von den schweren plagen /
Mein hertz ist der seuffzer satt /
Die nach hülffe fragen /
Wie so lang !
Mach'st du bang
Meiner armen seele /
In der schwermuths-höle.

6. Weich't ihr feinde / weich't von mir /
GOTT erhört mein betten !
Nunmehr darff ich mit begier
Vor sein antlitz tretten ;
Teufel weich !
Hölle fleuch !
Was mich vor gekräncket /
Hat mir Gott geschencket.

7. Vatter / dir sey ewig preiß /
Hier und auch dort oben /
Wie auch Christo gleicher weiß /
Der allzeit zu loben /
Heil'ger Geist /
Sey gepreißt /
Hoch gerühmt / geehret /
Daß du mich erhöret.

Vater, dir
Lied / Cantique 271