Cantique / Lied 480

481.) Im Thon : Ach was soll ich sünder machen &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
417 481 511 508 508 508 508
p. 406 428 688 455 408 602 408

WArum bist du so betrübet /
Liebste seel / was traurest du ?
Leb'st in ku er u   unruh ?
Meinst du / daß dich GOtt hingibet ?
Nein / verzage du nur nicht /
JESUS ist dein zuversicht.

Warum bist du

lebst

  

Zuversicht

2. Will die sünden-last dich drücken /
Quält dich deine missethat /
Und weist weder hülff noch rath ;
So will JEsus dich erquicken :
Ko   zu ihm / und zweiffle nicht /
JEsus ist dein zuversicht.



weist

3. Kommet satan auch getretten /
Hält mit ach und zittern dir
Deine schwere rechnung für /
Weiß ihn hin zur schädel-stätten /
Da die handschrift ist gericht /
JEsus ist dein zuversicht.


Zittern

Schädelstätte

4. Schrecket dich dann das gewissen /
Wie mit dir es werde gehn /
Wann du vor gericht wirst stehn /
Und das urtheil hören müssen /
Hier ist der / der vor dich spricht /
JEsus ist dein zuversicht.

vor dich

5. Sih'st du / daß bey trüben stunden /
GOttes zorn entzündet sich /
Ko   zu JEsu / birge dich
In die höle seiner wunden /
Biß die schwartze wolcken bricht /
JEsus ist dein zuversicht.

bricht

6. Sperrt die hölle ihren rachen
Gegen dich mit voller glut /
JEsus [p. 429] hat mit seinem blut
Sie gelöschet / und den drachen
Gantz und gar dahin gericht :
JESUS ist dein zuversicht.

dahin gerichtet

7. Ob der blasse tod dir raubet
Deinen werth-vertrauten freund /
Und euch gar zu tre en meynt :
Wer an JEsum Christum glaubet /
Bleibet in dem tode nicht :
JEsus ist dein zuversicht.

8. Wenn die zunge nicht kan sprechen /
Wenn die augen nicht mehr seh'n /
Das gehör auch will vergeh'n /
Wenn das hertze nun will brechen /
Bleib getreu in deiner pflicht :
JEsus ist dein zuversicht.

9. Laß es kosten leib und leben /
Gut / blut / alles was du hast /
Mach dir darum keinen brast /
JEsus will dir's wieder geben /
Wenn der grosse tag anbricht :
JEsus ist dein zuversicht.



Brast

10. JEsus ist dein trost im leide /
JEsus ist dein felß und heil /
JEsus ist dein bester theil /
JEsus ist die höchste freude /
JEsus ist dein stab und licht /
JEsus ist dein zuversicht.



Teil



Um tägliches Außkommen.

482.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
418 482 516 513 513 513 513
p. 407 429 695 459 412 606 412

WArum betrübst du dich / mein hertz /
Bekü erst dich und tragest schmertz /
Nur um das zeitlich gut ?
Vertrau du deinem HErren GOtt /
Der alle ding erschaffen hat.

Warum betrübst

2. Er kan und will dich lassen nicht /
Er weiß gar wol / was dir gebricht /
Himmel und erd ist seyn /
Mein vatter und mein HErre GOtt /
Der mir beysteht in aller noth.

lassen

3. Weil du mein Gott und Vatter bist /
Dein kind wirst du verlassen nicht /
Du vätterliches hertz /
Ich bin ein armer erden-kloß /
Auff erden weiß ich keinen trost.

4. Der reich' verläßt sich auf sein gut /
Ich aber will vertrau'n mein'm Gott /
Ob ich gleich werd' veracht :
So weiß ich und glaub vestiglich /
Wer Gott vertraut / dem mangelt nicht.

sein gut
5. Helia / wer ernehret dich /
Da es so lange regnet nit /
In so schwer'r theurer zeit ?
Ein' wittwe auß Sidonier land /
Zu welcher du von GOtt war'st g'sand.
Helia

schwer'r

[p. 430]
6. Da er lag unt'r dem wachold'r-baum /
Ein engel GOtt's vom himmel kam /
Und bracht ihm speiß und tranck :
Er gieng gar einen weiten gang /
Biß zu dem berg Horeb genannt.
Wacholder

7. Joseph in Egypt'n verkauffet ward /
Bey Pharao gefangen hart /
Um sein' gottsförchtigkeit /
GOtt macht ihn zu ein'm grossen herrn /
Daß er konnt vatt'r und brüd'r ernehr'n.

Joseph

8. Des Daniels GOtt nicht vergaß /
Da er unter den löwen saß /
Sein'n engel sandt er hin /
Der macht die wilden thiere zahm /
Biß Daniel auß der gruben kam.

Tiere zahm

9. Es ließ auch nicht der treue GOtt
Die drey mä 'r im feu'r-ofen roth /
Sein' engel sandt er hin /
Bewahrt sie für des feuers glut /
Und halff ihnen auß aller noth.


Drei Männer

10. Ach GOtt / du bist noch heut so reich /
Als du bist g'wesen ewiglich /
Mein trau'n steht gantz zu dir /
Mach mich an meiner seelen reich /
So hab ich g'nug hier und ewiglich.


Trauen

11. Der zeitlich'n ehr will ich gern entbehr'n /
Du woll'st mir nur das ewig' g'wehr'n /
Das du erworben hast
Durch deinen herben bittern tod /
Das bitt ich dich / mein HErr und GOtt.

zeitlich'n

12. Alles was ist auff dieser welt /
Es sey silber / gold oder gelt /
Reichthum und zeitlich gut /
Das währet nur ein kleine zeit /
Und hilfft doch nicht zur seeligkeit.

13. Ich danck' dir Christe / GOttes sohn /
Daß du mich solch's erkennen lan
Durch dein göttliches wort /
Verleyh mir auch beständigkeit /
Zu meiner seelen seligkeit.


lan

14. Lob ehr und preiß sey dir gesagt
Für alle dein' erzeigt' wolthat /
Und bitt demüthiglich /
Laß mich nicht von dein'm angesicht
Verstossen werden ewiglich.


483.) Im Thon : O höchster Gott / o unser lieber &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
419 483 517 514 514 514 514
p. 409 430 697 460 413 608 413

GOtt sorgt für dich / was wilst du dich viel plagen
Mit deiner sorg / o mensch ! und offt verzagen ?
Du bist sein kind / der wird dich nicht verlassen.
Trau nur auf ihn / so wirst du sorgen hassen.

Gott sorgt

  

der

2. Kein vögelein sorgt vor sein's lebens speise /
Es steht früh auff / und [p. 431] singt nach seiner weise
Ein morgen-lied / denn fliegt es in die wälder /
Bald anderwerts / durchsuchet alle felder.

Vögelein

denn fliegt

3. Es weist noch nicht / daß ihm hab hingeleget
Ein körnlein speiß / der GOtt / der alles träget
Durch seine macht. Doch find't es alle morg  /
Sein speiß und tranck / läßt Gott vor mehrers sorgen.

weist

4. So / menschen-kind / mach' es mit deinen sachen /
Laß GOtt vor dich nur immer sorgen / wachen.
Arbeit und bett / er wird dir alles geben /
Was nöthig ist zu deinem gantzen leben.

So

und bett

5. Vertraue GOTT / und ehre seinen willen /
So wird er dich mit gnaden-gut erfüllen /
Er sorget schon / wie er dich mög erhalten /
Laß deinen Gott noch ferner für dich walt .


484.) Im Thon : Warum betrübstu dich mein &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
420 484 518 515 515 515 515
p. 409 431 698 460 413 609 413

MEin lieber christ / was rechnest du /
Und bringest deine zeiten zu
Mit lauter sorgsamkeit ?
Weil viel der tag und wochen seyn /
Da deine nahrung nicht trifft ein ?


Mein lieber

  

sein

2. Nicht rath' ich zwar / daß in den tag
Du lebest hin ohn ungemach /
Ohn sorgen / müh und fleiß :
GOtt will / du solt ohn heucheley
Das deine treulich thun dabey.

in den Tag

3. Doch trau indessen nicht zu viel
Der arbeit / setz auch GOtt kein ziel /
Wie er dich nehren soll :
Stell alle deine zuversicht
Auff ihn / er weiß / was dir gebricht.


Ziel

  

gebricht

4. Und gibt er dir auch kinderlein /
Wird er zugleich ihr vatter seyn /
Und sorgen stets für sie :
Der GOtt / der sie gegeben hat /
Der weiß auch allen guten raht.

5. Der in der lufft die vögelein /
Die fisch im wasser groß und klein /
Ernehret wunderlich ;
Der alle thier im wilden wald
Erhält mit sattem auffenthalt.

Der

wunderlich

satt

6. Der überall läßt laub und graß
Auffwachsen / jedes in der maß /
Als er's geordnet hat /
Und jedes blümlein auch zugleich
An schönen farben machet reich.


Maß

7.Wie solte der verlassen dich /
Und dessen sich erbarmen nicht /
Den er erwehlet hat /
Daß er in seines Sohnes reich /
Soll leben allen engeln gleich ?


dessen

8. Drum stell / o mensch / [p. 432] die rechnung ein /
Und laß Gott deinen Vatter seyn /
Vertrau ihm vestiglich ;
Der dir den himmel gar verspricht /
Läßt dich auff erden darben nicht.

Rechnung
deinen

9. Verbleibe du nur für und für
Fein fromm in deines ampts gebühr ;
Stell' ihm das übrig' heim :
So wahr er GOtt im himmel ist /
So wahr versorgt er dich mein christ.


Gebühr

485.) Im Thon : In dich hab ich gehoffet HErr &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
421 485 519 516 516 516 516
p. 410 432 699 461 414 609 414

Verzage nicht / o frommer christ /
Der du von GOtt erschaffen bist /
Sind gleich gar schwere zeiten ;
Vertrau auf Gott /
Er gibt dir brodt /
Auch nebenst andern leuten.


Verzage nicht

  


nebenst

2. Der dir auß lauter gnaden-güt /
O mensch / den leib und das gemüth /
Auch dein natürlich's leben /
Ohn deine müh /
Gegeben hie /
Wird dir auch nahrung geben.

Gnaden-Güt

3. Nehrt GOtt die vögel insgemein /
Die nichtes können samlen ein /
Dieweil sie nichtes säen :
So traue du /
GOtt kehrt dir zu
Dein körnlein auff dein flehen.


nichtes

4. Was ist das kleine vogel-vieh ?
Um unsert willen leben sie /
Wir alle sind viel höher :
Der sie nun nehrt /
Der GOtt beschehrt
Die nothdurfft uns viel eher.

5. Sih' an die blumen durch das feld /
Was ist doch schöners in der welt /
Als ihre zier und schöne ?
Sorg'st du dann noch ?
So dencke doch /
GOtt kleidet auch sein' söhne.

6. Sie nähen / spinnen / würcken nicht /
Gott schaffet / daß ihn'n nichts gebricht ;
So müssen sie dich lehren /
Daß Gott fortan
Ohn mittel kan
Dich kleiden und ernehren.

würken

  


ohne Mittel

7. Denn kleidet GOtt das grüne graß /
Und ziert es über alle maaß /
Obs gleich muß bald verderben :
So thut GOtt diß
Auch dir gewiß /
Der du sein reich solt erben.

8. Ein vatter sorget für sein kind ;
So ist GOtt gegen uns gesinnt /
Er will die sorge tragen :
Was sorgen wir
Zur ungebühr ?
Die heyden mögen zagen.

zur Ungebühr
Heiden

9. Wer setzt zu seiner läng ein ehl ?
Wer bessert sonsten seine fehl /
Ob er gleich sorgt deßwegen ?
Das sorgen bricht
Kein heller nicht ;
Man muß die hand anlegen.

Ehl

  

bricht

10. Laß fahren / was nicht bleiben will /
Dann [p. 433] GOtt hat dir gesteckt ein ziel /
Dein theil dir zugemessen :
Was ko en soll /
das wird dir wol ;
GOtt wird dein nicht vergessen.


Ziel

11. Sprich nicht in mangel und in noth /
Wo werden wir dann nehmen brodt /
Daß wir nicht hunger leiden ?
Was haben wir ?
Fast nichts ist hier /
Wie wollen wir uns kleiden ?

12. Dann GOtt / der unser vatter ist /
Und sorgt für uns zu jeder frist /
Der weiß wol / was uns fehlet /
Drum wirff auff ihn
Die sorge hin /
Und was dich sonsten quälet.



fehlet

13. Such erst sein reich zu jeder zeit /
Und gleichfalls die gerechtigkeit /
Sey fleissig dabeneben ;
So geht dein glück
Dir nicht zurück /
Es wird sich wieder heben.



dabeneben

14. Wann sichs anließ / als wolte nun
Creutz / noth / und was kan schaden thun /
Mit hauffen dich betretten /
So denck / es sey
Dir gut dabey /
We   du wirst eifrig bett .

sich anließe

betreten

dir gut

15. Wirst du nun alle deine noth
Im leben dein / biß an den todt /
Nach GOttes willen tragen /
Kommt zeit / ko t rath /
Wer hoffnung hat /
Den läßt GOtt nicht verzagen.

Kommt Zeit

16. Hilff / helffer / hilff auß aller noth /
Beschehr' uns unser täglich brodt /
Hilff allen christen-leuten ;
Sie haben hie
Viel angst und müh
In diesen schweren zeiten.

17. Verlaß uns nicht / HErr JEsu Christ /
Weil du auch arm gewesen bist /
Ko   auch zu hülff uns armen /
Bey dieser zeit /
Bey diesem leid /
Erzeig uns dein erbarmen.

18. Du gibst allhie auf dieser welt
Nicht einem jeden gut und gelt /
Du weist es wol zu machen ;
Wie sind vergnügt /
Wie du's gefügt /
Du wirst schon für uns wachen.

vergnügt

19. Dann allezeit kan geld und gut
Erfreuen nicht des menschen muth :
Es ligt mehr am gewissen /
Das unverletzt /
Und uns ergetzt /
Auch wann wir sterben müssen.



Gewissen

20. Ein gut gewissen folgt uns nach /
In allem creutz und ungemach /
Auch wa   wir endlich sterben ;
Was sonsten bleibt /
Zuletzt zerstäupt /
Nur diß kan nicht verderben.

zerstäupt

21. Darum halt i er vest an GOTT /
Und wär auch noch so groß die noth /
Nichts laß dir lie-[p. 434]bers werden.
Wer ihn hält vest /
Sich g'nügen läßt /
Der ist der reichst' auff erden.

22. Wann sich zu uns nun nah't der todt /
So tröste du uns / HErre GOtt /
Durch deines sohnes namen /
Hilff uns behend
An unserm end /
Auß allen nöthen / Amen.


486.) Im Thon : Singen wir auß hertzen-grund &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
422 486 520 517 517 517 517
p. 412 434 702 463 416 612 416

ZWeyerley bitt ich von dir /
Zweyerley trag ich dir für /
Dir / der alles reichlich gibt /
Was uns dient / und dir beliebt /
Gib mein'm bitten / das du weist /
Eh ich sterb / und sich mein geist
Auß des leibes banden reist.

Zweierlei

  

  


reist

2. Gib / daß ferne von mir sey /
Lügen und abgötterey :
Armuth / das die masse bricht /
Und groß reichthum gib mir nicht :
Allzu arm und allzu reich
Ist nicht gut / stürtzt beydes gleich
Unser seel ins sünden-reich.



Maße

  

gleich

3. Laß mich aber / o mein heyl /
Nehmen mein bescheiden theil /
Und beschehre mir zur noth
Hie mein täglich bißlein brodt :
Ein klein wenig / da der muth
und ein gut gewissen ruht /
Ist fürwar ein grosses gut.


bescheiden

Bisslein

4. Sonsten möcht im überfluß
Ich empfinden überdruß /
Dich verläugnen / dir zum spott /
Fragen / wer ist HErr und GOtt ?
Dann das hertz ist frechheit voll /
Weiß offt nicht / wa   ihm ist wohl /
Wie es sich erheben soll.

wenn

5. Wiederum / wanns stehet bloß /
Und die armuth wird zu groß /
Wird es untreu / stihlt / und stellt
Nach des nächsten gut und geldt /
Thut gewalt / braucht ränck und list /
Ist mit unrecht außgerüst /
Fragt gar nicht / was christlich ist.

Ränke

  

6. Ach / mein GOtt ! mein schatz / mein licht /
Dieser keines ziemt mir nicht :
Beydes schändet deine ehr /
Beydes stürtzt ins höllen-meer :
Drum so gib mir füll und hüll /
Also / wie dein hertze will /
Nicht zu wenig / nicht zu viel.


nicht

stürzt

487.) Im Thon : Ach bleib bey uns HErr JEsu &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
423 487 521 518 518 518 518
p. 413 434 703 463 416 613 416

ZWey ding / o HErr / bitt ich von dir /
Die wollest du nicht weigern mir /
Weil ich in diesem leben bin /
Eh mich mein stündlein nimmt dahin.

Zwei Ding

weil

2. Verfälschte lehr / abgötterey /
Auch lügen ferne von mir sey /
Armuth und reichthum gib mir nit /
Doch dieses ich noch ferner bitt.

verfälschte

nit

3. Ein ziemlich nahrung schaff dem leib /
Daß ich kan nehren kind und weib /
Daß kein groß noth noch mangel sey /
Und auch kein überfluß darbey.

ziemlich

4. Sonst / wann ich würd zu satte seyn /
Verläugnet ich den HErren mein /
Und sagte : was frag ich nach Gott !
Ich bin versorgt in aller noth.

5. Oder / wann armuth drückte mich /
Zum stehlen möcht gerathen ich /
Oder mit sünd trachten nach gut
Ohn Gottes scheu / wie mancher thut.

[p. 435]
6. Des HErren segen machet reich /
Ohn alle sorg / wa   du zugleich
In deinm stand treu und fleissig bist /
Und thust / was dir befohlen ist.

befohlen ist

Vom Ehe-Stand.

†  488.) Mel. Allein GOtt in der höh sey ehr &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 488 522 519 519 519 519
p. - 435 703 464 417 613 417

DEr Ehstand ist ein werther stand /
Gott hat ihn eingesetzet:/ :
Als Adam keinen gatten fand /
Mit der er sich ergetzet :
Hat GOtt das weib auß ihm gebaut /
Und ihm sein Eva zugetraut /
Daß sie fort um ihn wäre.

Der Ehstand
wert

mit der

aus ihm

2. Der Ehstand ist ein werther stand /
GOtt hat mit seinem segen :/:
Sehr vest verknüpfft diß hertzen-band /
Noch auff den unschuld-wegen :
Und als der sünder trauer-fall /
Das gut' hinweg nahm überall /
Ist dieser doch geblieben.

noch

3. Der Ehstand ist ein werther stand /
GOtt ließ dari en leben :/:
Die vätter / denen er das pfand /
Des samens hat gegeben :
Von dem entspringen solt ein held /
Der wider alles in der welt
Zu rechte würde bringen.

Pfand

  

wider

4. Der Ehstand ist ein werther stand /
Gott ließ in dem erziehen :/:
Selbst seinen sohn / den er gesand /
Zum trost in unsern mühen :
Darein die sünden-last uns bracht /
Wa   sein gebett und tod uns macht
Entfernet von der höllen.

Mühen :

5. Der Ehstand ist ein werther stand /
Den Christus hat geehret :/:
Wann er zu Cana / wie bekand /
Das wasser hat verkehret /
Als auß dem brunnen auf sein wort /
Die diener schöpfften immerfort /
Und wein für wasser brachten.

verkehrt

6. Der Ehstand ist ein werther stand /
GOtt will dardurch erhalten :/:
Ihm seine kirch in allem land /
Als lang die welt wird alten :
Wann immer neue pfläntzlein stehn /
Die aufwärts nach dem himmel gehn /
Und sich in Christo freuen.

alten

7. Der Ehstand ist ein werther stand /
Er pflegt uns für zu mahlen :/:
Wie nahe sich der HErr verband /
Durch seiner liebe strahlen :
Mit seiner kirch auff erden noch /
Die er will bringen hi el-hoch /
Und ewig da behalten.


für zu mahlen
verband

8. O wol darum ! wer diesen stand /
Wie es sich ziemet / führet :/:
Vermeidet unzucht / sünd und schand /
Und thut was ihm gebühret :
Er bett und hoff / er zweiffle nicht /
Daß Gott sein' augen auf ihn richt /
Und schick ihm seinen segen.

[p. 436]

Wittwen- und Wäysen-Lied

489.) Im Thon : Freu dich sehr / o meine seele / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
424 489 523 520 520 520 520
p. 413 436 705 465 417 614 417

NIchts betrübters ist auff erden /
Nichts kan so zu hertzen gehn /
Als wenn arme wittwen werden /
We   verlaß'ne wäysen stehn /
Ohne vater / ohne muth /
Ohne freunde / ohne gut /
Wittwen sind verlas'ne frauen /
Wer thut auff die wäysen schauen ?

Nichts Betrübters

werden
wäysen

Vater

2. Wo die zäune sind zerlücket /
Jederman hinüber steigt /
Auch ein kind die früchte pflücket /
Da die äste sind gebeugt /
Wo die mauren sind zerspalt /
Da find't sich der feind gar bald /
Wenn der schirm und schatten weichet /
Den die hitze bald erreichet :

zerlücket

  


zerspaltet

3. Also müssen stets die armen
Leiden alles ungemach /
Wenig ihrer sich erbarmen /
Wittwen schreyen weh und ach /
Uber den / der sie so preßt /
Und in nöthen stecken läßt /
Wäysen müssen sich nur schmiegen /
Und der welt zun füssen liegen.

Also

  

Uber

  

zun

4. Also muß es hier ergehen
In der welt auch mir u   dir /
Wäysen müssen traurig stehen /
Wittwen müssen leiden hier /
Denn wie könte GOtt denn mein
Und der meinen vatter seyn ?
Sonsten wäre GOtt nicht richter /
Und der wäysen sachen schlichter.

Denn wie

5. Zwar der armen wittwen zähren
Fliessen wol die backen loß /
Aber ihre seufftzer kehren
Sich zu Gottes sternen-schloß /
Schreyen über diesen mann /
Der die wittwen ängsten kan /
Biß der Höchste GOtt das ende /
Und der wittwen hülffe sende.


los

  



das ende

6. Wittwen sind in GOttes armen
Wäysen sind in Gottes schooß /
Ihrer will er sich erbarmen /
Wär die noth noch eins so groß /
Ein solch ungerechter ma  
Tastet GOttes auge an /
Der die armen wäysen zwicket /
Und der wittwen hertze drücket.


noch eins

das Auge

7. Wenn sie bleiben in den schrancken /
Darein sie GOtt hat gestellt /
Und von ihm nicht abewancken /
Weil er sich zu ihnen hält /
Sollen sie ins himmels schloß /
Werden alles ku ers loß /
Da soll nicht mehr / wie auff erden /
Wittwen-noth gehöret werden.

wenn sie

abewanken

ins

[p. 437]

Jugend-Lied.

490.) M. Vatter unser im &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 490 524 521 521 521 521
p. - 437 706 466 418 615 418

O Treuer GOtt von grosser güt /
Der allzeit jung und alt behüt /
Schaff / daß die kinder ingemein /
Den eltern gern gehorsam seyn /
Sie hertzlich lieben und verehr'n :
Daß du ihn'n mög'st viel guts beschehr'n.

O treuer

ingemein

  

viel Gutes

2. Ich bitt / laß dir befohlen seyn
Die allerliebsten eltern mein /
Woll'st ihn'n auch nach dein'm willen geb'n
Viel segen und ein langes leb'n /
Vor kranckheit / übel und gefahr /
Sie beyd' an leib und seel bewahr.

3. Auch bitt ich / mir ein hertz verleih /
Das willig und gehorsam sey /
Daß ich mein'n eltern leist die schuld /
Mit worten / wercken und gedult /
Daß ich für'm fluch erlang den seg'n /
Zu allen meinen thun und wegen.

Segen

4. Hilff / daß ich sie von hertzen lieb /
Sie ja mit keinem wort betrüb /
Und wann sie werden grau und greiß /
So gib / daß ich ihn'n hülff beweiß /
Sie nicht veracht mit stoltzem muth /
Ihr kindisch wesen halt zu gut.

kindisch

5. Weil auch die liebste mutter mein
Mich hat mit schmertzen und mit pein
Getragen unter'm hertzen lang
Und hat gehabt ein'n sauren gang
Mich hat mit sorgen aufferzog'n /
Als ich hab an ihr'r brust gesog'n :


sauren Gang

6. So hilff mir / daß ichs nicht vergeß /
Vielmehr ihr' angst und noth ermeß/
Sie wiederum von hertzen lieb /
Sie nun und nimmermehr betrüb /
Ihr gut's thu / wo ich weiß und kan /
Daß ich mög segen von dir han.

7. Wo ich mich je auch hätt vermess'n /
Daß ich ihr' gutthat hätt vergess'n /
Durch ungehorsam sie betrübt /
Und nicht gethan / was sie geliebt /
So gib mirs zu bedencken bald /
Straff's nicht an mir / wann ich werd' alt.

alt

8. Hilff / daß ich schau das vorbild an /
Wie JEsus Christus hat gethan /
Da er sein' eltern liebt und ehrt /
Sich ihn'n zu folgen nicht beschwert /
Damit ich willig thu mein pflicht /
Und mich nach sein'm exempel richt.

beschwert

9. Für bösen leuten mich behüt /
Damit ich's mit ihn'n halte nit /
Wann sie mich locken und anführ'n /
Dadurch ich mich [p. 438] leicht könnt verirr'n :
So hilff / daß ich das gut' erkenn /
Mit ihn'n nicht in's verderben renn.



anführen

10. Laß mich zunehmen früh und spat
An weißheit / alter und genad /
Daß ich hab dein / und menschen-gunst /
Und all mein thun nicht sey umsunst /
Durch unsern HErren JEsum Christ /
Der mein trost jetzt und ewig ist.



dein und

_______________________________________________________________


Klag über falsche Freund.

491.) Im Thon. Auff meinen lieben GOtt &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
425 491 525 522 522 522 522
p. 414 438 708 467 419 617 419

ACh könt ich mich von hier
Auffschwingen / GOtt / zu dir /
Von diesen falschen brüdern
Zun treuen hi els-gliedern !
Wie hertzlich u   wie gerne
Schaut ich die welt von ferne !

Ach könnt ich

  

zun

2. Muß da nicht freude seyn /
Wo bey den engelein
Nur einigkeit regieret /
Auch friede wird verspüret ;
Wo falschheit wird gemeidet /
Wo keins das andre neidet ?

keins

3. Wer meint es hier recht gut ?
Der offt sehr freundlich thut /
Sich kan von aussen stellen /
Tracht heimlich dich zu fällen.
Man kan das hertz nicht schauen /
Ob ihm auch sey zu trauen.

stellen

4. Es spricht der ärgste feind :
Ich bin dein treuer freund ;
Wenn man denn steckt in nöthen /
Wird er nichts gutes reden /
Viel lieber deine sachen
Noch schlimmer helffen machen.

helfen

5. Dort aber geht's so nicht :
Das treue liebes-licht
Läßt jeder von sich scheinen /
Da ist nichts / als gut meynen /
Es machen schöne blicke
Gantz keinem ungelücke.

ganz keinem

6. Ach wer doch auch da wär /
Der dürffte hier nicht mehr
Von mißgunst / haß und neiden /
So viel außstehn und leiden.
Ich weiß / was ich vor wunden
Von falschheit hab empfunden.


  

ausstehen

7. Nun GOtt / ich dulde hier /
Biß daß ich ko   zu dir /
Im tod und auch im leben /
Bleib ich dir stets ergeben.
Laß mich die hi els-leuthe
Auch einsten sehn in freude.


492.) JEsu / JEsu / meine freude. Oder : GOtt des hi els und der erden / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
426 492 526 523 523 523 523
p. 415 438 709 467 420 617 420

ISt denn nun kein freund zu finden
In der falsch geschmückten welt /
Der sich will mit mir verbinden /
Der beständig bey mir hält :
Ist die treue weggeflogen /
Ach ! wo ist sie hingezogen.

Ist denn

2. Sey zu frieden / liebe seele /
Was bekümmert dich die welt /
Die vergallte kummer-höle /
Das verblaßte sünden-zelt :
Deines JEsu wunder-treue
Ist dir ja noch täglich neue.

Sei zufrieden

vergallte

3. JEsus hat dich ihm erlesen /
Ehe er die welt gemacht ;
Ob du gleich sein feind gewesen /
Hat er dich doch so geacht /
Daß er gerne [p. 439] leib und leben /
Dich zu retten / hingegeben.


ehe er...

4. Drum : o du geliebte seele /
Schwinge dich zum sternen-zelt ;
Laß die welt / die mörder-höle /
Falsche freude / ehr und geldt ;
Liebe den / der alles gibet /
Der dich über alles liebet.

5. Sey getreu auch biß ins sterben /
Liebste seel ! und wancke nicht /
So wirst du die cron erwerben /
So dir JEsus selbst verspricht ;
Werde nimmermehr abwendig /
Bleibe biß in tod beständig.



Krone

6. Drum was wäinst du / liebe seele /
Schwi st in thränen tag und nacht /
Hier in dieser räuber-höle
Wird die treue nicht geacht /
Da man haß vor liebe schencket /
Und getreue hertzen kräncket.

vor Liebe

7. Ja verhönen und betrügen
Ist der leute eigenthum /
Ihre falschheit muß obsiegen /
Hierdurch suchen sie noch ruhm ;
Drum wohl dem / der es nicht achtet /
Und der tugend zweck nachtrachtet.


Eigentum

  

Tugend

8. Laß verleumbden nach belieben
Dich die leicht gesi te welt /
Sie soll dich doch nicht betrüben /
Weil die unschuld dich erhält /
Sie wird nicht das urtheil sprechen /
Wenn GOtt wird das böse rächen.


gesinnte

  

Gott wird

__________________________________________________

In gemeiner Noth.

493.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
427 493 527 524 524 524 524
p. 415 439 710 468 421 618 421

WAnn wir in höchsten nöthen seyn /
Und wissen nicht wo auß noch ein /
Und finden weder hülff noch rath /
Ob wir gleich sorgen früh und spath ;

Wenn wir
sein

spat

2. So ist das unser trost allein /
Daß wir zusammen ins gemein /
Dich anruffen / o treuer GOtt /
Um rettung auß der angst und noth.

So ist
insgemein

3. Und heben unser aug'n und hertz
Zu dir in wahrer reu und schmertz /
Und suchen der sünd'n vergebung /
und aller straffen linderung.


Vergebung

4. Die du verheissest gnädiglich
Allen / die darum bitten dich /
Im namen dein's sohns JEsu Christ /
Der unser heyl und fürsprech ist.

Fürsprech

5. Drum ko en wir / o HErre Gott /
Und klagen dir all unser noth /
Weil wir jetzt steh'n verlassen gar /
In grosser trübsal und gefahr.

6. Sih' nicht an unser sünde groß /
Sprich uns derselb'n auß gnaden loß /
Steh' uns in unserm elend bey /
Mach uns von allen plagen frey.

<
7. Auff daß von hertzen können wir
Nachmals mit freuden dancken dir /
Gehorsam seyn nach [p. 440] deinem wort /
Dich allzeit preisen hie und dort.
hie und dort

494.) Mel. Vatter unser im himmelreich / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
429 494 528 525 525 525 525
p. 416 440 711 469 421 619 421

NI   von uns HErr / du treuer GOTT /
Die schwere straff und grosse noth /
Die wir mit sünden ohne zahl /
Verdienet haben allzumal /
Behüt vor krieg und theurer zeit /
Vor seuchen / feur und grossem leid.

Nimm von uns

2. Erbarm dich deiner bösen knecht /
Wir bitten gnad und nicht das recht /
Dann so du / HErr / den rechten lohn
Uns geben woll'st nach unserm thun /
So müßt die gantze welt vergeh'n /
Und könnt kein mensch vor dir besteh'n.


wollst

3. Ach HErr GOtt ! durch die treue dein /
Mit trost und rettung uns erschein /
Beweiß an uns dein grosse gnad /
Und straff uns nicht auff frischer that /
Wohn uns mit deiner güte bey /
Dein zorn und gri   fern von uns sey.

4. Warum wilt du so zornig seyn /
Uber uns arme würmelein /
Weist du doch wohl / o grosser GOtt /
Daß wir nichts sind / dann erd und koth /
Es ist ja für dein'm angesicht
Unser schwachheit verborgen nicht.

5. Die sünd hat uns verderbet sehr /
Der teuffel plagt uns noch vielmehr /
Die welt / auch unser fleisch und blut /
Uns allezeit verführen thut /
Solch's elend kenn'st du / HErr / allein /
Ach ! laß uns dir befohlen seyn.


vielmehr

6. Gedenck an dein's sohn's bittern tod /
Sih' an sein heil'ge wunden roth /
Sie sind ja für die gantze welt
Die zahlung und das löse-geld /
Deß trösten wir uns allezeit /
Und hoffen auff barmhertzigkeit.

7. Leit uns mit deiner rechten hand /
Und segne unser stadt und land /
Gib uns allzeit dein heil'ges wort /
Behüt für teuffels list und mord /
Beschehr ein selig's stündelein /
Auff daß wir ewig bey dir seyn.


mord
Stündelein

495.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
430 495 529 526 526 526 526
p. 417 440 712 469 422 620 422

WEnd ab deinen zorn / lieber GOtt / in gnaden /
Und laß nicht wüten deine schwere ruthe :
Richt uns nicht streng nach unsern missethaten /
Sondern nach güte.

Wend ab

2. Denn so du woltest nach verdienste straffen /
Wen könte deinen gri   und zorn ertragen ?
Alles müßt vergehn / was du hast geschaffen /
Für deinen plagen.


vergehn

3. Vergib / HErr / gnädig unsre grosse schulde /
Laß über das recht deine gnade [p. 441] walten :
Dann du pflegst zu schonen nach grosser hulde /
Und zu erhalten.


pflegst

4. Sind wir doch arme würmlein staub und erden /
Mit erb-sünd / schwachheit / noth und todt beladen :
Warum sollen wir gar zu nichte werden
Im zorn ohn gnaden ?


sollen wir

5. Sih' an deins sohnes creutz und bitter leiden /
Der uns erlöset hat mit seinem blute /
Und eröffnen läßt sein hertze und seiten /
Der welt zu gute.


eröffnen

6. Darum / ach vatter / laß uns nicht verderben /
Dein gnad und geist durch CHristum wollest geben :
Mach uns sampt ihm des himmelreiches erben /
Mit dir zu leben.


496.) Im Thon : O GOtt / du frommer GOtt / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
431 496 530 527 527 527 527
p. 417 441 712 470 422 621 422

GRoß ist / o treuer GOtt / die noth / so uns betroffen /
Das unrecht haben wir wie wasser eingesoffen :
Doch ist das unser trost / du bist voll gütigkeit /
Und ni st die straffe weg / wann uns die sünd ist leid.

Groß ist

  

weg

2. Wir ligen hier vor dir / betrauren unsre sünden :
Ach laß uns gnade doch / vor deinen augen finden
Treib ab die kriegs-gefahr durch deine starcke hand /
Gib uns den lieben fried / schütz unser vatterland.


Gnade

3. Erhalte deine kirch in diesen letzten zeiten /
Da teuffel / höll und welt sie plagt auff allen seiten.
Dein ist die sach / o Gott ! drum wach / und mach dich auff /
Schlag eine wagenburg um deinen kleinen hauff.

Wagenburg

4. Laß sehen jederman / laß jederman erfahren /
Du eben sey'st der GOtt / Der sein volck kan bewahren :
Der hülffe senden kan / Wann niemand hülffe weiß :
Dafür wird alles volck dir singen lob und preiß.


Der

5. Hierauff so sprechen wir in JEsu Christi namen /
Auf sein untrüglich wort ein gläubig freudig Amen.
O JESU Christ / durch dich und dein verdienst allein
Wird alles gantz gewiß Ja / ja und Amen seyn.

Ja und Amen


497.) Im Thon : An wasserflüssen Babylon &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
433 497 531 528 528 528 528
p. 420 441 713 470 423 621 423

DEin Kirchen-schiff / HErr JEsu Christ /
Schwebt jetzt in grossen nöthen :
All ungewitter steh'n gerüst /
Dein volck mit sturm zu tödten.
Die winde brausen ohne ruh /
Die wellen schlagen auff uns zu /
Der mastbaum bricht in stücken.
Wer steuren solte gibet nach /
Das [p. 442] schifflein sincket allgemach ;
Kein hülff ist zu erblicken.

Dein Kirchenschiff

stehn

  


in Stücken

2.Hilff / helffer / hilff in dieser noth /
HErr / hilff uns ! wir verderben.
Gedenck an deinen bitter'n todt :
Was nutzt dich unser sterben ?
Im grabe denckt man deiner nicht :
Schau unser hoffnung ist gericht
Hinauff zu dir / in hi el.
Erhebe dich / sprich nur ein wort /
So fleucht das wetter schleunig fort /
U   schweiget das getü el.


wir verderben

  

denkt man

3. Wach auff / o wächter Israel !
Wach auff ! was wilt du schlaffen ?
Wach auff ! rett unser leib und seel /
Nimm weg die schwere straffen ;
Die unser boßheit hat verdient /
Dein leiden aber hat versühnt.
Drum laß dein hertz bewegen :
Laß fallen den erzörnten muth :
So wird bald alles wieder gut /
So muß der sturm sich legen.

Wächter

  


dein Leiden

4. Du bist der mann / dem wind und meer
Gehorsam leisten müssen :
Der erden und des himmels heer
Fallt forchtsam dir zu füssen.
Drum laß dein hohe wunder-hand /
Dort an dem rothen meer erkandt /
Auß der gefahr uns leiten.
Auff daß wir deiner allmacht ruhm
Erzehlen hier im heiligthum /
Und in der welt außbreiten.


  

fallt

Roten Meer

498.) Im Thon : Erhalt uns HErr /bey deinem &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
434 498 532 529 529 529 529
p. 420 442 714 471 423 622 423

REtt / o HErr JEsu / rett dein ehr /
Das seufftzen deiner kirchen hör :
Der feind' anschläg und macht zerstör /
Die jetzt verfolgen deine lehr.


Rett, o Herr
Kirchen

2. Groß ist ihr list / ihr trotz und macht :
Sie fahren hoch daher mit pracht /
All unser hoffnung wird verlacht /
Wir sind bey ihn'n wie nichts geacht.

Trotz
hoch

3. Vergib uns unser missethat /
Vertilg uns nicht / erzeige gnad / /
Beweiß den feinden in der that
Es gelte wider dich kein rath.

Rat

4. Steh deinem kleinen häufflein bey :
Auß gnaden fried und ruh verleih :
Laß jederman erkennen frey /
Daß hie die rechte kirche sey.

5. Laß seh'n / daß du seyst unser GOtt /
Der unser feinde setzt zu spott /
Wirfft ihre hoffart in den koth /
Und hilfft den seinen auß der noth.


setzt zu Spott

499.) In voriger Melodie.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
435 499 533 530 530 530 530
p. 421 442 715 471 424 622 424

O Starcker GOtt ins hi els thron /
Wach auff / und hilff durch dei-[p. 443]nen sohn /
Schau / wie sich hat der feind gerüst /
Daß er dein liebe kirch verwüst.


O starker Gott

2. Wir wissen keinen widerstand /
HErr ! ohn dein macht und starcke hand /
Drum mach dich selber auff den plan /
Du bist der rechte kriegesma .

3. Uns kränckt im hertzen nichts so sehr /
Als daß dein's namens wort und ehr
So gar schrecklich geschändet wird /
Und manches mensch  seel verführt.

verführt

4. Der feind frolockt zwar sehr und lacht /
Weil er's so gar hoch hat gebracht :
Sein datum steht auff lauter krieg /
Und meynt / er habe schon den sieg.

Datum

5. Du aber in dem himmel hoch /
O wahrer GOtt / leb'st gleichwol noch /
Die sach ist dein / das wort ist dein /
Drum laß es dir befohlen seyn.

6. Eh' muß vergehen hi 'l und erd /
Eh' daß dein kirch vertilget werd /
Ohn dich hat sie kein auffenthalt /
Drum brich des feindes groß' gewalt.

Aufenthalt

7. Steh' doch bey uns / streit wider ihn /
Damit er uns nicht abgewinn /
Vergiß / HErr / der gefang'nen nicht /
Und tröste die / so er hinricht.


abgewinne

hinrichtet

8. Behüt uns und das gantze land /
Gib uns ihm ja nicht in die hand.
Erhalt uns/ HErr / dein liebes wort /
Daß wir dich loben hier und dort.


500.) Auß 1. B. Mosis / Cap. 18.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
436 500 534 531 531 531 531
p. 421 443 716 472 424 623 424

O Grosser GOTT von macht / und reich von gütigkeit /
Wilt du das gantze land straffen mit gri igkeit ?
Vielleicht möchten noch fromme seyn /
Die thäten nach dem willen dein /
Der wollest du verschonen /
Nicht nach den wercken lohnen.


O großer Gott

  


der
Werken

2. O grosser GOTT von ehr / diß ferne sey von dir /
Daß böß und fromm zugleich die strenge straff berühr.
Der möchten etwan fünfftzig seyn /
Die thäten nach dem willen dein :
Der wollest du verschonen /
Nicht nach den wercken lohnen.

3. O grosser GOTT von raht / laß die barmhertzigkeit
Ergehen / und halt ein mit der gerechtigkeit.
Der möchten fünff und viertzig seyn /
Die thäten nach dem willen dein /
Der wollest du verschonen /
Nicht nach den wercken lohnen.

4. O grosser GOTT von stärck / schau an das arme land /
Und wende von der straff dein außgestreckte hand.
Der möchten etwan viertzig seyn /
Die thäten nach dem willen dein /
Der wollest du verschonen /
Nicht nach den wercken lohnen.



etwan

5. O grosser GOTT von [p. 444] krafft / laß doch erweichen dich /
Weil das elend gebätt so offt erholet sich.
Vielleicht möchten der dreissig seyn /
Die thäten nach dem willen dein /
Der wollest du verschonen /
Nicht nach den wercken lohnen.


elend

6. O grosser GOTT von gnad / erhör auch unser sti  /
Und in deinm hohen thron Das seufftzen tieff vernimm.
Der möchten etwa zwantzig seyn /
Die thäten nach dem willen dein /
Der wollest du verschonen /
Nicht nach den wercken lohnen.


Das

7. O grosser GOTT von that / schau wie die arme erd
Von deiner miltigkeit noch einen wunsch begehrt.
Der möchten etwa zehen seyn /
Die thäten nach dem willen dein /
Der wollest du verschonen /
Nicht nach den wercken lohnen.


Miltigkeit

8. O grosser GOTT von lob / wann ja das maaß erfüllt
Der sünden / und auß zorn uns gar verderben wilt :
So möchten doch die kinderlein
Thun nach dem rechten willen dein /
Drum wollest du verschonen /
Nicht nach den wercken lohnen.



Kinderlein

9. O grosser GOTT von treu / weil vor dir niemand gilt /
Dann dein sohn JEsus Christ / der deinen zorn gestillt :
So sih' doch an die wunden sein /
Sein marter / angst und schwere pein /
Um seinet willen schone /
Uns nicht nach wercken lohne.


Jesus Christ

501.
Die teutsche Litania.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
437 501 535 532 532 532 532
p. 422 444 717 473 425 624 425

KYrie Eleison /
HErr GOtt Vatter im himmel /
Erbarm dich über uns.


Kyrie eleison
Herr Gott Vater

Christe Eleison /
HErr GOtt Sohn, der welt Heyland /
Erbarm dich über uns.


Sohn,

Kyrie Eleison /
HErr GOtt heiliger Geist /
Erbarm dich über uns.

Sey uns gnädig / Verschon uns lieber HErre GOTT.

Sey uns gnädig / Hilff uns lieber HErre GOtt.
Für allen sünden / für allem irrsahl / für allem übel.
Für des teuffels trug und list.
Für bösem schnellen todt.
Für pestilentz und theurer zeit.
Für krieg und blutvergiessen.
Für auffruhr und zwytracht.
Für hagel und ungewitter.
Für brand und raub.
Und für dem ewigen todt / behüt uns lieber HErre GOtt.
allem Übel.

Durch deine heilige geburt.
Durch deinen todeskampff und blutigen schweiß.
Durch dein creutz und todt.
Durch dein heiliges [p. 445] aufferstehen und himmelfahrt.
In unserer letzten noth.
Und am jüngsten gericht / hilff uns lieber HErre GOtt.

Wir arme sünder bitten / du wollest uns erhören / lieber HErre GOtt.
Und deine heilige christliche kirch regieren und führen.
Alle wahre Bischöffe / Pfarrer und Kirchendiener in heilsamer lehr und heiligem leben behalten.
Deine gemeinde allenthalben von wölffen und miedlingen erlösen und ledig machen.
Allen rotten und Ärgernüssen wehren.
Alle irrige und verführte wiederbringen.
Den satan unter unsere füsse tretten.
Treue arbeiter in deine erndte senden.
Deinen geist und krafft zum wort geben.
Allen betrübten und blöden helffen / und sie trösten / Erhör uns lieber HErre GOtt !

Mietlingen
ledig

  

  


blöden

Wollest auch allen christlichen Potentaten und Königen / sonderlich Ihro Aller-Christl. Maj. unserm allergnädigsten König / in dir fried und einigkeit verleihen / dein wort und reich beförderen / und stäten sieg wider deine / und unsere feinde gönnen.
Unsern Rath und gemeine leiten / segnen / und für allem unrath bewahren.
Allen gewalt / der sich wider das reich deines sohns auflehnet / demüthigen / und ihm underwerffen / Erhör uns lieber HErre GOtt !



König

Unrat

Gewalt

Allen / so in noth und gefahr sind / mit hülff erscheinen.
Allen schwangern und säugerin fröliche frucht und gedeyen geben.
Alle kinder und krancken pflegen und warten.
Alle die / so um unschuld gefangen sind / loß und ledig machen.
Alle wittwen und wäisen verthädigen und versorgen
.
Aller menschen dich erbarmen.
Unsern feinden / verfolgern und lästerern vergeben und sie bekehren.
Die früchte auff dem lande geben und bewahr . Und uns gnädiglich erhören. Erhör uns lieber HErre GOtt !


Säugerin

warten

verthädigen

O JEsu Christe GOt-[p. 446]tes Sohn / Erhör uns lieber HErre GOtt !
O du GOttes la  / das der welt sünde trägt / erbarm dich über uns.
O du GOttes la  / das der welt sünde trägt / erbarm dich über uns.
O du GOttes la  / das der welt sünde trägt / verleih uns stäten fried.
Christe erhöre uns / Kyrie eleison / Christe eleison / Kyrie eleison.

HErr handel nicht mit uns nach unsern sünden / und vergilt uns nicht nach unsrer missethat.


Missetat

In Verfolgung.

502.) Im Thon : Mag ich unglück nicht &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
438 502 537 534 534 534 534
p. 424 446 722 477 428 628 428

ZU GOtt allein hab ich's gestellt /
Wie's ihm gefällt /
Drein will ich mich ergeben :/:
Von ihm laß ich in keiner noth /
Er ist mein Gott
Im todt und auch im leben :
Hab nie geacht
Ein's menschen macht /
Bey GOtt ich bleib /
Wag gut und leib /
Er kan mir's wieder geb .


Zu Gott allein

2. Ob diese welt schon tobet sehr
Ob reiner lehr /
Und will mich davon führen :/:
Muß sie Gott's wort doch lassen stahn /
Und kein'n danck han /
Er kan ihr'm trutz bald steuren :
GOtt ist mit mir
Nach all'r begier /
Die sach ist sein /
Er weiß allein
Mein recht hinauß zu führen.


ob

  

lassen stahn

  

  

hinaus führen

3. Drum wird er mich verlassen nicht
Nach seiner pflicht /
Er kan mich wol behüten :/:
Viel wolthat hat er mir erzeigt /
Wie sich's eräug't /
Nach aller seiner güte /
Hält bey mir vest /
Mich nicht verläßt
In angst und noth /
In creutz und todt /
Zu ihm steht mein gemüthe.


  


eräugt

4. Sein's worts will ich mich nehmen an /
Davon nicht lan /
So lang ich leb auff erden :/:
Damit der reinen lehre schatz
Von menschen-g'satz
Mög recht geläutert werden :
Menschlich gedicht
Bestehet nicht /
Gott's wort allein
Gibt hellen schein /
Und zeigt das ewig leben.

mich annehmen

  


Gesatz

Gedicht

5. So hilff mir nun / HErr JEsu CHrist /
Zu aller frist /
Daß mir's ja wohl gelinge :/:
Dein geist / gnad und krafft mir auch gib /
Daß ich dich lieb /
Und fürcht für allen dingen.
Was kan die welt
Die auff mich hält /
GOtt ist mein hort /
Sein ewigs wort /
Das wird mit macht durchdringen.


  


auf mich hält

[p. 447]

In Kriegs-Zeiten.


503.) Mel. Durch Adams-fall ist gantz verderbt &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
439 503 538 535 535 535 535
p. 425 447 723 477 428 629 428

GIb fried zu uns'rer zeit / o HErr /
Groß noth ist jetzt vorhanden :/:
Der feind begehrt nichts anders mehr /
Dann daß er bring zu schanden
Den namen Christ /
Und dämpf mit list
Wahr'n gottesdienst auff erden /
Solchen erhalt
Durch dein gewalt /
Du hilff'st allein in g'fährden.


Gib Fried zu

  

  

  


Gefährden

2. Gib fried / den wir verlohren han
Durch unglaub und böß leben :/:
Dein wort hast uns gebotten an /
Dem wir all widerstreben.
Daß wir zum theil /
Diß unser heyl
Mit frevelm g'walt außtreiben ;
Zum theil ohn grund
Bekennen rund /
Ohn hertzlich frömmkeit bleiben.

  

Dass

Gewalt
ohne Grund

3. Gib fried / auch deinen geist uns send /
Der unser hertz durch reue :/:
Und leyd um unser sünd behend /
In JEsu Christ erneue.
Auff daß dein gnad
All schand' und schad /
All' forcht und krieges-laste /
Von uns abkehr /
Dadurch dein ehr
Bey allem volck erglaste.

  

Leid

  

Schand

  


erglaste


504.) In voriger Melodie.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
440 504 539 536 536 536 536
p. 426 447 724 478 429 630 429

GIb fried / o frommer treuer GOtt /
Du vatter aller gnaden :/:
Wend ab die groß vorstehend noth /
Verhüt all unsern schaden.
Der feind mit macht
Dahin nur tracht
Die völcker zu verheeren /
Die deinen sohn /
Den heyland fromm /
Bekennen / lobn und ehren.


Gib Fried, o

vorstehend

2. Gib fried / o JEsu lieber HErr /
du schützer deiner heerde :/:
Es langet an dein ampt und ehr /
Den gottes-dienst so werthe.
Solchs alls der feind
Mit ernst jetzt meynt /
Wills hindern und außrotten /
Steh du uns bey /
Und uns befrey /
Die feinde mach zu spotte.



langet

  

mit Ernst

3. Gib fried / o HERR GOtt heilger Geist /
Du tröster aller blöden :/:
Dein hülff uns jetzt und allzeit leist /
Laß dein kirch nicht veröden /
Das gbett erweck /
Den glauben stärck /
Gib wahre buß und reue /
Die feinde stürtz /
Dein volck beschütz /
Auff daß sichs ewig freue.


  

veröden

4. O heilige Dreyfaltigkeit /
Glück / heyl und krafft verleihe :/:
All unser sünd und schwer boßheit /
Nach vatters art / verzeihe.
Damit dein gnad
All schand und schad /
All forcht und kriegsgefährde
Von uns abkehr
Dadurch dein ehr
Bey allem volck kund werde.

Dreifaltigkeit


505.) Melod. HErr JEsu Christ / du höchstes &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
441 505 540 537 537 537 537
p. 426 447 724 478 429 630 429

HIlff / HErre GOtt / uns würmelein /
Sonst müssen wir verzagen :/:
Warum wilt du so zornig seyn /
Dich unser gantz entschlagen :
Sind wir doch dein ererbtes gut /
Erworben [p. 448] durch dein theures blut /
Ach ! HErr / erbarm dich unser.

Hilf, Herre Gott

  

entschlagen

2. Unfried / theurung auff aller seit /
Kranckheit und pestilentze :/:
Habn sich schon starck zum streit bereit /
Zu plagen unsre grentze.
Wach auff / wach auff / hertzliebster GOtt /
Verlaß uns nicht in dieser noth /
Ach ! HErr / erbarm dich unser.

  

bereit

3. Sih' nicht an unser schwere sünd /
Die dich treibt uns zu straffen :/:
O JEsu ! hertzen-güldnes kind /
Alln krieg thu von uns schaffen.
Dein frieden-geist gib jedem stand /
Glück und auch ruh in allem land /
Ach ! HErr / erbarm dich unser.

  

frieden-geist

4. Laß uns fallen in deine hand /
Wir wollen lieber sterben :/:
Als daß krieg herrsch in unserm land /
Und uns zu grund verderbe.
Zerbrich / zerbrich die blutig ruth /
Wirff sie ins feur / o vatter gut /
Ach ! ach ! erbarm dich unser.

5. O treuer GOtt in ewigkeit /
Unser gebett erhöre :/:
Tröst uns in dieser traurigkeit /
Und unsern glauben mehre.
Ach ! wie ist uns so angst und bang /
HErr JEsu Christ / bleib ja nicht lang /
Erbarm dich unser / Amen.

Erbarm dich


506.) Im Thon : Ko t her zu mir spricht &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
442 506 541 538 538 538 538
p. 427 448 725 479 430 631 430

VErzage nicht / du häufflein klein /
Obschon die feinde willens seyn /
Dich gäntzlich zu verstören :
Und suchen deinen untergang /
Davon dir wird recht angst und bang /
Es wird nicht lange währen.


Verzage nicht
sein

2. Drum laßt uns haben klein gedult /
Ist welt uns feind / GOtt ist uns huld /
Er lacht der feinde toben :
Er wird's mit ihn'n nicht machen lang /
Woll'n bald sehn ihren untergang /
Ewig GOtt dafür loben.

klein Geduld
huld

3. Durch Christ den rechten krieges-mann /
Der selbst ist mit uns auf dem plan /
Die feinde allzusammen
Zu schlagen / stürtzen mit gewalt /
Damit sein' kirch das feld behalt /
Zu ehren seinen namen.

Durch Christ

4. Tröste dich nur / daß deine sach
Ist GOttes / dem befehl die rach /
Und laß es ihn schlecht walten :
Er wird durch seinen Gideon /
Den er wol kennt / dir helffen schon /
Dich und sein wort erhalten.


die Rache

Gideon

5. Durch Abraham hat er den Loth
Gerissen auß der feinde rott
Mit weib / haab / vieh und kindern :
Jacob durch seiner engel-schaar
Thät er retten auß grosser g'fahr /
Sein angst und sorge lindern.

Loth


Jakob

6. Der Pharao im rothen meer
Mußt' schändlich mit sein'm gantzen [p. 449] heer
Umkommen und ersauffen :
Sennaherib der zornig' held
Wird auch geschlagen auß dem feld /
Konnt nicht der straff entlauffen.

Pharao


Sennaherib

7. Mit GOttes hülff der Josaphat
Viel feinde überwunden hat /
Erwürget und erschlagen.
In GOttes namen können wir
Getrost auffwerffen siegs-panier /
Und auff sein' hülff es wagen.

Josaphat

  


aufwerfen

8. So wahr GOTT GOtt ist / und sein wort /
Muß teuffel / welt und höllen-pfort
Und was dem thut anhangen /
Endlich werden zu hohn und spott /
GOtt ist mit uns / und wir mit GOtt /
Den sieg woll'n wir erlangen.

sein Wort

  


mit uns

9. Drum sey getrost / du kleines heer /
Streit ritterlich für GOttes ehr /
Und laß dir gar nicht grauen :
GOtt wird den feinden nehm'n den muth /
Daß sie sterben in ihrem blut /
Du wirst's mit augen schauen.

10. Amen / das gib / HErr JEsu Christ /
Dieweil du unser schutz-herr bist /
Hilff uns durch deinen namen :
So wollen wir deine gemein
Dir darvor allzeit danckbar seyn /
Und frölich singen / Amen.

darvor

  


507.) Im Thon : Wann wir in höchsten nöthen &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
443 507 542 539 539 539 539
p. 428 449 727 480 431 632 431

ACh GOtt / dein arme Christenheit
Jetzt allenthalbn verfolgung leidt /
Sie wird gepreßt / geängstet sehr /
Sie kans fast nicht ertragen mehr.

Ach Gott

2. Die feinde tobn gewaltiglich /
Mit mordn und brennen graumsamlich /
Es wird verheert alls mit gewalt /
Man schonet weder jung noch alt.

3. Es ist zwar unser sünden-schuld /
Doch hab / o lieber GOtt / gedult
Mit uns elenden würmelein /
Schon unser armen kinderlein.

Sünden-Schuld

4. HErr JEsu / thu bey uns das best /
Treib von uns solche fremde gäst /
Den türcken und all andre feind /
Die deinem wort zuwider seynd.



den Türken

5. Damit ferner dein liebes wort /
In fried und ruh / an allem ort /
Rein unverfälscht gepredigt werd /
So lang wir lebn auff dieser erd.

6. Ach du hertzliebster Jesu Christ /
Weil alls auffs höchste kommen ist /
Und allen menschen wird sehr bang /
So bleib nun nicht mehr aussen lang.


aufs Höchste

7. Mit deiner hülff / die wir begehrn /
In unser noth ohn alls aufhörn /
Ach komm / und rett uns arme leuth
Auß dieser kriegs-beschwerlichkeit.

Hilf

8. Heb auff den krieg / ni   weg das schwerdt /
Eh wir dardurch werden verzehrt /
Beschehr gewünschten friedenstand /
Bey uns / und auch in anderm land.

[p. 450]
9. Hilff / HErr und helffer / gnädiglich /
Wend ab die straffen vätterlich /
Wir wolln dich preisen danckbarlich /
Hie zeitlich und dort ewiglich.


508.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
444 508 543 540 540 540 540
p. 428 450 728 480 431 633 431

DU friedens-fürst / HErr JEsu Christ /
Wahr'r mensch und wahrer GOtt :/:
Ein starcker noth-helffer du bist /
Im leben und im todt /
Drum wir allein
Im namen dein
Zu deinem vatter schreyen.

Du Friedefürst

2. Recht grosse noth uns stösset an /
Von krieg und ungemach :/:
Darauß uns niemand helffen kan /
Dann du / drum führ die sach /
Dein'n vatter bitt /
Daß er ja nit
Im zorn mit uns woll fahren.

fahren

3. Gedenck / HErr / jetzund an dein ampt /
Daß du ein fried-fürst bist :/:
Und hilff uns gnädig allesampt
Jetzund zu dieser frist /
Laß uns hinfort
Dein göttlich wort
Im fried noch länger schallen.


Friedfürst

4. Verdient haben wir alles wol /
Und leidens mit gedult :/:
Doch deine gnad grösser seyn soll /
Dann unser sünd und schuld /
Darum vergib /
Nach deiner güt /
Die du vest zu uns trägest.

alles

5. Es ist groß elend und gefahr /
Wo pestilentz regiert :/:
Viel grösser aber ist fürwahr /
Wo krieg geführet wird
Da wird veracht /
Und nicht betracht /
Was recht und löblich wäre.


Pestilenz

6. Da fragt man nicht nach ehrbarkeit /
Nach zucht und nach gericht :/:
Dein wort ligt auch zu solcher zeit /
Und geht im schwange nicht /
Drum hilff uns / HErr /
Treib von uns ferr /
Krieg und all schädlich wesen.

liegt

  

7. Erleucht' auch unser sinn und hertz
Durch den geist deiner gnad :/:
Daß wir nicht treiben drauß ein schertz /
Der unser seelen schad /
O JEsu Christ /
Allein du bist /
Der solch's wol kan außrichten.

  

ein Scherz

  

allein


509.) Im Thon : Auff meinen lieben GOtt &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
445 509 544 541 541 541 541
p. 429 450 729 481 432 634 432

IN uns'rer krieges-noth
Trau'n wir allein auff GOTT /
Er wird uns nicht verlassen /
Ob uns die feind schon hassen /
Er kan die feinde schlagen /
Die uns dencken zu plagen.


In unsrer

  


denken

2. Sind schon der feinde viel /
Hab'n sie doch all' ihr ziel /
Wie weit sie sollen kommen /
Daß sie nicht schad'n den fro en :
Mehr [p. 451] sind auff uns'rer seiten /
Als die wider uns streiten.


Ziel

  

mehr

3. Wird schon der feinde macht
Von ihnen groß geacht /
Daß sie sich drauff verlassen /
Trotzen ohn alle massen /
Gott kan sie gar bald dämpffen /
Daß sie auffhörn zu kämpffen.

4. Berathschlagen sie sich
Wider uns listiglich /
GOtt kan ihr'n rath auffdecken /
Die feinde all erschrecken /
Daß ihre falsche tücke
All müssen gehn zurücke.


Tücke

5. Sind schon die feinde nah /
GOtt ist viel näher da
Mit seinen himmels-heeren /
GOTT kan den feinden wehren /
Daß sie zurücke weichen /
Oder werden zu leichen.

6. O du HErr JEsu Christ /
Der du ein fried-fürst bist /
Beschehre wieder friede /
Wir sind des krieges müde /
Treib den krieg auß dem lande /
Gib glück zu allem stande.

7. Laß auch an allem ort
Dein seeligmachend wort
Gantz unverfälscht erklingen /
Und dir allein lobsingen /
So woll'n wir deinen namen
Mit freuden preisen / Amen.



510.) Mel. Auß meines hertzens grunde / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
447 510 545 542 542 542 542
p. 431 451 729 482 432 635 432

HErr GOtt / ein GOtt des friedes
Und aller eingikeit /
Die bitte dieses liedes
Verni   in unserm leid /
Bey dir ist freud und wonn /
Der du den frieden giebest /
Weil du uns hertzlich liebest /
Durch Christum deinen sohn.


Herr Gott, ein

2. Unfried han wir vernommen
In dieser letsten stund /
Dein rachschwerdt ist jetzt kommen /
Will rächen deinen bund /
Groß schrecken ficht uns an /
Daß wir nicht sicher schlaffen /
Wir förchten deine straffen /
Die wir verdienet han.

vernommen
letzte Stunde

rächen

3. Unsr seel ist tieff gebeuget /
Der bauch klebt auff der erd /
Zu dir / HErr / er sich neiget /
Biß ihm geholffen werd.
Ach HErr erwecke dich /
Wach auff / was wilt du schlaffen /
Für deiner heerde schaafen
Verbirg dein antlitz nicht.

Schafen

4. Du kanst den kriegen steuren /
Hie und in dieser welt /
Verbrennst die wag'n mit feuren /
Spieß / bogen und gezelt /
Den fürsten nimmst den muth /
Wann sie wider uns wüten /
So kanst dus ihn n verbieten
Zu rauben unser gut.



feuren

  


ihn n

5. Laß grosse potentaten /
Und ständ der Christenheit
Auff guten sinn gerathen /
Zu guter einigkeit /
Daß wir ohn allen streit /
Bey ihrem gut-regieren
Ein stilles leben führen
In zucht und erbarkeit.


Stände

  


stilles Leben

6. Hilff / daß wir zu pflug-schaaren
Die schwerdter machen all /
Die spieß zu sichel-schaaren /
Daß aller unfried fall /
Auff daß dein gläubig kind
Unter ihrm weinstock sitzen 
Ihrn feygenbaum wol nützen /
Weil sie auf erdë sind.



Scharen

  

Feigenbaum
erdë

[p. 452]
7. O HErr / die böse seuche
Schädlicher pestilentz /
Weil solche auch zugleiche
Ursach ist großn elends /
Ists nicht wider dein willn /
Weil sie kirchen und schulen
Elendiglich zerwühlen /
Thu sie genädig stilln.



Ists nicht

8. Amen / gibs himmlischer Vatter /
Durch Christum deinen Sohn /
O heilger Geist / du tröster /
Zeig uns die rechte bahn.
Auff daß wir jederzeit
Der alten guten strassen
Uns sämptlich mögn anmassen /
Zur seelen seligkeit.



du Tröster

  


anmaßen

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Lied / Cantique 511