Cantique / Lied 510

Dancksagung für erlangten Frieden.

  

511.) Mel. Ach bleib bey uns HErr JEsu / &c.
Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
448 511 546 543 543 543 543
p. 432 452 731 483 433 636 433

ACh höchster GOtt / wie kö en wir
Nur i ermehr gnug dancken dir /
Daß du den edlen frieden werth
Uns hier auch wiederum beschert.


Ach höchster
immermehr

2. Und bitten dich / erhalte du
Uns allezeit in solcher ruh :
Vor theurung und vor pestilentz /
Bewahr auch gnädig unser grentz.

Grenze

3. Verleih durch deines geistes gnad /
Daß wir vor aller missethat
Uns hüten / und all ins gemein
Hierfür recht mögen danckbar seyn.

4. Gib uns / und uns'rer obrigkeit
Dein gnad und seegen allezeit /
Ni   endlich uns auff in dein reich /
Daß wir dich loben ewiglich.

512.) Mel. Ach GOtt und HErr / wie groß &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
449 512 547 544 544 544 544
p. 432 452 731 483 433 636 433

WOl stehts im land
In allem stand /
Wann fried darinn regieret :
Der fried ernehrt /
Unfried verzehrt /
Alls guts der fried gebieret.

Wohl steht's

2. Dem fried nachjag /
In lieb vertrag /
Wanns nicht so gleich zugehet :
Auff krieg und streit
Ko t hertzeleyd /
Verwüstung drauß entstehet.



zugeht

3. O GOTT mein HErr /
Dem satan wehr /
Daß er uns nicht bethöre /
Gut policey
Und fried verleih /
Daß eins das ander liebe.

Polizei

eins

4. So wollen wir
Uns für und für
Der danckbarkeit befleissen /
Und dich allzeit
In ewigkeit
Erheben / und hoch preisen.

___________________________________________


Bey schwerem Donnerwetter.

513.) Mel. Wo GOtt der HErr nicht &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
450 513 549 546 546 546 546
p. 433 452 733 484 434 638 434

ACh lieber HErr / du grosser GOtt /
Den alle welt muß ehren /
Auff welches wincken und gebott /
Der donner sich läßt hören /
Es breiten sich die schnellen blitz
Jetzt weit von deinem hohen sitz /
Dein regen triefft hernieder.

Ach lieber Herr

  

  


hohen Sitz

[p. 453]
2. Wir hören wolcken / donner / feur /
Dazu den wind dort oben
Mit prasseln / brüllen ungeheur /
Und schlägen schrecklich toben :
Die felsen spalten sich für dir /
Die hohen berge springen schier /
Die starcken winde sausen.

  


ungeheuer

  

schier

3. Des himmelsſeulen zittern sehr /
O GOtt / für deinem schelten /
Wir arme sünder noch vielmehr /
Denn deine macht muß gelten
Sehr hoch in unserm schwachen sinn.
Ach HErr / wo soll man fliehen hin /
Wo du wilt mit uns zürnen.

Himmels

  



fliehen hin

4. Wilst du nach uns'rer missethat
Die straff ergehen lassen /
So können wir noch trost / noch rath /
Für grosser trübsal / fassen /
Dann alles fleisch ist liederlich
Von dir gewichen hintersich /
Kein mensch kan hie bestehen.

Willst

  



bestehen

5. Ach ! aber / HErr / erbarme dich /
Du bist ja groß von gnade /
Wend ab das wetter vätterlich /
Daß uns der blitz nicht schade.
Du fro es hertz / du lebens-HERR /
Du glücks- und heils-beförderer /
Ach hör ! ach hilff geschwinde !

frommes

geschwinde

6. Kein unglück laß uns treffen doch /
HErr / hilff nach deiner güte /
Wir sind ja deine kinder noch /
Dein erb und dein geblüte /
Thu nicht nach deinem zorn und grimm /
Hab acht auff uns're jammer-stimm /
Hilff uns in diesen nöthen.

Hilf uns

7. Bewahre menschen / vieh und kraut /
Dazu die frücht'n in feldern /
Und was zur wohnung ist erbaut /
Schon auch der bäum in wälder'n :
Hilff / daß ja nicht von oben her
Ein heisser keil uns schnell verzehr /
Und jämmerlich verderbe.


in

  


jämmerlich

8. Laß deinen donner / wind und blitz /
O lieber GOtt / auffhören /
Daß weder knall / noch schlag / noch hitz
Uns treffen und versehren :
Gib / daß ein schöner sonnen-schein
Nach dem gewitter möge seyn /
So wollen wir dich preisen.

dich preisen

† 514.) Melod. Erbarm dich mein / o HErre &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 514 550 547 547 547 547
p. - 453 734 485 435 639 435

ACh ! GOTT / wie schrecklich ist dein grimm /
Wenn du starck auff den wolcken gehst /
Und deine schwere donner-stimm
Mit starckem krachen von dir stößt.
Wir arme blöde menschen-kind
Erkennen deine grosse macht.
Drum wir in [p. 454] furcht und schrecken sind /
Dieweil der himmel blitzt und kracht.

Ach Gott, wie

2. Der erd-ball / der sich sonst nicht regt /
In grosser furcht erschüttert sich ;
We   du nur schnaubest / wird bewegt
Der berge grund / und fürchtet dich.
Dein arm ist starck / dein hand ist schwer /
Wenn du im zorn sie hebest auff /
Und wirffst die strahlen hin und her /
Mit zittern tretten wir zu hauf.

zuhauf

3. Wir hätten wol verdient / o GOtt /
Mit unser'n sünden schwer und viel /
Daß du uns schlügst mit grimm zu todt /
Weil fast niemand gehorchen will ;
Doch weil wir deine kinder seynd /
Dein volck und schaafe deiner weid /
Das volck / das seine schuld beweint /
So hoffen wir barmhertzigkeit.



Schafe

4. Wir wissen nichts und nirgend hin /
Wenn wir durchlieffen alle welt /
Zu wem wir sicher möchten flieh'n /
All creatur zur rach sich stellt.
Wir wissen nichts als deine gnad /
Die alle morgen neu auffgeht /
Die groß ist / und kein ende hat /
Die jederman stets offen steht.



kein Ende

5. Wir schreyen aus dem jammerthal /
Durch Christum / deinen lieben Sohn /
Hinauff zu dir ins himmelsſaal /
Um seinet willen unser schon.
O Vatter der barmhertzigkeit /
Straff uns ja nicht / wie wir verschuldt ;
Uns ist die sünde hertzlich leid /
Kehr dich zu uns mit gnad und huld.

Jammertal

Himmelssaal
schon

6. Laß nicht anzünden deinen blitz /
Was du an nahrung hast verehrt ;
Für donner-schlägen uns beschütz /
Laß unsern leib seyn unversehrt :
Sey du bey uns in unser noth /
Zu dem all hoffnung ist gericht ;
Behüt für bösem schnellen todt /
Mit deiner hülff verlaß uns nicht.

anzünden
verehrt

  


gerichtet

7. Bedecke du mit deiner hand
Leib / leben / hauß / vieh / gut und haab :
Erhalt die frücht durch feld und land /
Und was sonst mehr ist deine gaab /
Für schlossen / hagel / wasser-fluth /
Für feur und ander'm wetter-schad :
Halt uns / o GOtt / in deiner hut !
Wir wollen rühmen deine gnad.

Schloßen

8. Du bist allein der HErr und GOtt /
Dem Donner / blitz / feur /lufft / und wind /
Dem alles stehet zu gebott /
Und seinen willen thut geschwind.
Ach HErr ! wo ist dir je-[p. 455]mand gleich
Im himmel und in aller welt ?
Wer hat ein solch gewaltig reich /
Dem alles stracks zu fusse fällt ?

9. Drum sprich ein wort ; so weichet bald
Des schweren wetters grausammkeit :
Dein wort durchdringet mit gewalt /
Drum uns zu retten sey bereit.
Ach ! ko  / ach ! komm / und jetzt beweiß /
Daß du der rechte helffer seyst ;
So wollen wir dir singen preiß /
Samt Christo und dem heil'gen Geist.

Nach geendigtem Wetter

515.) Mel. Von GOtt will ich nicht lassen &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
451 515 551 548 548 548 548
p. 434 455 736 486 436 640 436

WIr haben jetzt vernommen /
Wie du / HErr Zebaoth /
Zu uns bist schrecklich kommen /
Durch blitz und feuers-noth : 
Wir wären gar verzehrt /
We   du es nicht gewendet /
Und hülffe zugesendet /
Wie wirs von dir begehrt.

Wir haben

2. HErr / deine macht wir preisen /
Dein zorn ist uns bekannt :
Doch kanst du uns auch weisen /
Wie deine gnaden-hand /
Die dich anflehen / schützt.
Wer sich zu dir bekehret /
Der bleibet unversehret /
Wie sehr es kracht und blitzt.

anflehen

3. Ist trübsal da mit hauffen /
So denck'st du jederzeit
An die / so dich anlauffen :
Hilff'st in barmhertzigkeit.
Du hast an uns gedacht /
Wie du des nicht vergessen /
Der in der arch gesessen /
Hast ihn zu lande bracht.

mit Haufen

anlaufen

  


bracht

4. Da wetter ist vertrieben
Durch deine gnad und krafft /
Du bist stets bey uns blieben /
Hast sicherheit verschafft /
Wie dein Sohn JEsus Christ /
Das wilde meer bedräuet /
Die jünger bald erfreuet /
Der helffer du stets bist.



bedräuet

5. Hauß / hoff / gut / leib und leben
Hat deine gnaden-hand
Behütet / und daneben
Beschützet unser land :
Dein gnädig angesicht
Läss'st du uns wieder schauen
Die wir uns dir vertrauen /
Mit starcker zuversicht.



läss'st

6. Danckopffer wir dir bringen
Für diß / was du gethan /
Von deiner macht wir singen /
Ni s / Vatter / gnädig an /
Durch Christum deinen Sohn /
Um seins verdienstes willen /
Der deinen zorn kan stillen /
Der wahre gnaden-thron.

Gnadenthron

7. Ach HERR ! am jüngsten tage /
Wenn der [p. 456] herein nun fällt /
Daß er mit do erschlage
Anzünde diese welt /
So streck auß deine hand /
Und zeuch uns / die wir gläuben
An dich / und treu verbleiben /
Hinauff ins vatterland.

hereinfällt

  


zeuch


† 516.) Mel. Der tag ist hin / mein JESu &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
- 516 552 549 549 549 549
p. - 456 737 487 437 641 437

BEreite dich / mein hertz / aus allen kräften :
Entzeuch den sinn von irdischen geschäften :
Nimm alsobald dein saiten-spiel zur hand /
Und sing ein lied in geistes-glut entbrannt.

Bereite dich

2. Schwing jetzt empor die flügel deiner sinnen /
Und preise GOtt / der von des himmels zinnen
Hat dein gebet und seufftzen angehört.
Sprich : Herren-HERR / dein nam ist hoch geehrt.

Herren-Herr

3. Du hörest stets des armen volckes flehen /
Und pflegest sein geschrey nicht zu verschmähen :
Wir haben kaum dir / grosser gnaden-thron /
Die noth geklagt / da hilffest du uns schon.

4. Du siehest an das lechzende gefilde /
Und wässer'st es gantz gnädiglich und milde :
Du giebst befehl / daß sich die wolcken-fluth
Ergiessen soll / als wie sie jetzt auch thut.


wässerst

5. Wo ist doch wol ein GOtt / dir zu vergleichen ?
Wer hat wol je verübet solche zeichen /
Wie du / o GOtt ? dir muß der sonnenschein /
Wind / regen / blitz / stets zu gebote seyn.

ein Gott

6. Nun / grosser HErr/ wir dancken deinem namen ;
Wir dancken ihm / daß er graß / frucht und saamen /
Zu rechter zeit durch regen-thau erquickt /
Und wieder drauff ein warmes wetter schickt.

7. Auch bitten wir / laß deinen gnaden-seegen
Sich ferner noch um unsre felder legen /
Daß wir mit danck / in ruh und ungekränckt /
Geniessen des / was deine hand uns schenckt.



Um gedeyliche Witterung.

517.) Mel. Wann wir in höchsten nöthen &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
452 517 553 550 550 550 550
p. 435 456 738 488 438 642 438

GOtt Vatter / der du deine sonn
Läss'st scheinen über böß und fromm /
Und der gantzen welt damit leuchst /
Mit reg'n und thau die erd befeuchst.


Gott Vater

leuchst

2. Die berg machstu von oben naß /
Und läßst drauf wachsen laub und graß /
In gäng und felß gut ertz du legst /
Fried / schutz und recht du selber hegst.

machstu
läßst
Gänge
hegst

[p. 457]
3. Du gibst auch reichlich brod und wein /
Daß unser hertz kan frölich seyn /
Du deckst auch unsre sünde zu /
Dein wort bringt uns trost / fried und ruh.

4. So bitten wir dein gnad und güt /
Im wort und fried uns stets behüt /
Die frücht der erden uns bewahr /
Und gib uns heur ein reiches Jahr.


Wort

5. Ein fruchtbar wetter uns berschehr /
Dem hag'l und ungewitter wehr /
Schnee / regen / wind und sonnenschein /
Allzeit dein'm wort gehorsam seyn.


sein

6.Heuschrecken / raupen sind dein ruht /
Alles das schad'n an früchten thut /
Solch ungezieffer / Herr / vertreib /
Daß dein gab unbeschädigt bleib.

Rute

7. Denck / daß wir arme würmelein /
Dein g'schöpff / erbgut und kinder seyn /
Und warten auff dein milde hand /
Uns aus deim wort und werck bekandt.

Würmelein

Um Sonnenschein.
8. Die liebe sonn uns scheinen laß /
Heiß wachsen ertz / brod / kraut und graß /
Das leut und vieh ihr nahrung hab /
Und dich erke   auß deiner gab.

Sonnenschein

Erz
das

Um gedeylichen Regen.
9. Durch Christ dein Sohn hör unser bitt /
Theil uns ein'n gnäd'gen regen mit /
Und krön das Jahr auß deiner hand /
Mit dein'n Fußstapffen düng das land.

Regen

10. Den HErrn von Zion man dich nennt /
In aller welt dein güt man kennt.
Hörst unser bitt / und hilffst allein /
Gib gnad / daß wir dir danckbar seyn.

____________________________________________________

Zur Zeit der Theurung.

† 518.) Mel. Wo GOtt der HErr nicht bey &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
453 518 557 554 554 554 554
p. 435 457 744 491 441 646 441

ACh HErre / du gerechter GOtt /
Wir habens wohl verdienet
Mit uns'rer sünd und missethat /
Daß unser feld nicht grünet /
Daß vieh und menschen traurig seyn :
Wenn du zuschleust den himmel dein /
So müssen sie verschmachten.

Ach Herre

2. HErr / unser sünd bekennen wir /
Die woll'st du uns verzeihen /
All unser hoffnung steht zu dir /
Trost / hülff thu uns ver-[p. 458]leihen.
Gib uns regen und segen dein
(klarheit und so enschein)
Um deines namens will'n allein /
HErr unser GOtt und Tröster.

Klarheit

3. Gedencke HErr / an deinen bund /
Um deines namens willen /
Wir bitten dich von hertzen-grund /
Unser noth woll'st doch stillen
Vom himmel mit dem regen dein (sonnen-schein)
Denn dein ist der himmel allein /
Ohn dich kan es nicht regnen (die sonn nicht scheinet).



hertzen-grund

4. Kein and'rer GOtt vermag es nicht /
Daß es solt regen (klarheit) geben /
Den himmel hast du zugericht /
Darinnen du thust schweben.
Allmächtig ist der name dein /
Solch's kanst du alles thun allein /
HErr unser GOtt und Tröster.

andrer Gott
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        In Sterbens-Läufften.

Läuften

519.) Mel. Ach GOtt vom himmel sieh &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
454 519 558 555 555 555 555
p. 436 458 745 491 441 647 441

WIe tröstlich hat dein treuer mund /
O liebster GOTT / verheissen :/:
Daß wann uns kranckheit will zu grund /
Und in die gruben reissen /
Und wir mit rechter zuversicht
Vor dich zu tretten säumen nicht /
Du wolst uns nicht zerschmeissen.

Wie tröstlich

  

  


zerschmeißen

2. Ach ! HErr / wir haben diese plag
Uns auff den halß gezogen :/:
Die pest ist leider ! diesen tag
Uns schleunigst zugeflogen.
Es hat die seuch uns angesteckt /
Das grab hat manchen schon bedeckt /
Eh man es recht erwogen.


auf den Hals

3. Der todt will uns den schaaffen gleich
Durch hitz und kranckheit schlachten :/:
Sehr viele macht er kalt und bleich /
Die nicht daran gedachten.
Pest ist noch schneller als das schwerdt /
Das ohne scheu und reu verzehrt /
Noch wil man es nicht acht .


Hitze

  


Scheu und Reu

4. Nun mag ich nicht verstocket seyn /
Ich will mich schuldig nennen :/:
Gesündigt hab ich dir allein /
Bin würdig drum zu brennen /
Wie mancher schon durch solche ruht /
In dieser pest und kranckheit thut :
Die schuld muß ich bekennen.

brennen
Rute

5. Ich habe nicht dein göttlichs wort
Mit andacht angehöret :/:
Offt hat mir ein verkehrter ort
Den guten sinn verstöret /
Der teuffel / wollust / fleisch und welt /
Von welchen uns wird nachgestellt /
Die haben mich bethöret.



Ort

6. Ach GOtt ! wir haben geld und gut
Für alles nur begehret :/:
Wir haben unserm frechem muth
Kein üppigkeit gewehret /
Diß ist nun worden pest und gifft /
Das unsre schwache leiber trifft /
Ja marck und bein verzehret.

gewehret

7. Wir haben diesen maden-sack
Sehr herrlich außgeschmücket :/:
Der kurtz hernach gar sehr erschrack /
Als ihn der schmertz gedrücket.
[p. 459] Wo dienet nun die hoffart zu ?
Der krancke leib ligt ohne ruh /
Auch biß ins grab gebücket.

Madensack

  


wo... zu

8. Wir haben unser gantzes land /
Und häuser offt beflecket :/:
Mit unzucht / greuel / sünd und schand /
Es war da nichts bedecket /
Und hieß es gleich noch einst so schli  :
Was wunder / daß uns GOttes grimm
So heiß hat angestecket ?

bedecket

9. Nun treuer GOtt / wir können nicht
Deß unrechts uns entfreyen :/:
Wir kommen für dein angesicht /
Um trost dich anzuschreyen.
Es dringet uns der grosse schmertz /
Wir bringen ein zerschlagen hertz /
Das bittet um verzeihen.

anzuschreien

10. Auff unsern knyen ligen wir /
Und unsre augen wäinen :/:
Es schreyen tag und nacht zu dir
Die grosse sa t den kleinen :
Vergib uns doch die missethat /
Die dich so hart erzörnet hat /
Laß deine gnad uns scheinen.

11. Nimm von uns diese scharpffe ruth /
Hör auff / uns so zu plagen :/:
HErr straff uns als ein vatter thut /
Damit wir nicht verzagen.
Im glauben hab ich dich gefaßt /
Hilff mir und andern diese last
Jetzt gnädig auch ertrag .

scharpffe

als ein Vater

12. Du bist noch helffer in der noth /
Bey dir ist rath zu finden :/:
Du kanst die kranckheit / ja den tod /
Gantz sigreich überwinden.
Du schlägst zu zeiten eine beul /
Du kanst jedoch dieselb in eil /
Als unser artzt / verbinden.

13. Nun / HErr / bezeichne thor und thür
Mit Christi blut und sterben :/:
Daß / wann der würger geht herfür /
Wir nicht durch ihn verderben.
Sey gnädig / HErr / und laß uns bald
Gesunde leiber und gestalt
Durch deine güt erwerben.



Würger

520.) Mel. Hilff Herre Gott uns würmelein &c.
Oder : Auß tieffer noth &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
455 520 559 556 556 556 556
p. 437 459 747 493 442 649 442

ACh lieben Christen seyd getrost /
Wie thut ihr so verzagen :/:
Weil uns der HErr heimsuchen thut /
Laßt uns von hertzen sagen :
Die straff wir wol verdienet han /
Solchs muß bekennen jederman /
Niemand darff sich außschliessen.

Ach lieben

thut

2. In deine händ uns geben wir /
O GOtt du lieber Vatter :/:
Dann unser wandel ist bey dir /
Hier wird uns nicht gerathen.
Weil wir in dieser hütten seyn /
Ist nur elend / trübsal und pein /
Bey dir der freud wir warten.

hier

3. Kein frucht das wäitzen-körnlein bringt /
Es fall dann in die erden :/:
So muß auch unser ird'scher leib
Zu staub und aschen werden /
Eh' er ko t zu der herrlichkeit /
Die du / HErr Christ / uns hast bereit /
Durch deinen gang zum Vatter.

Weizenkorn

4. Was wollen wir dann förchten sehr
Den [p. 460] tod auff dieser erden :/:
Es muß einmahl gestorben seyn /
Wie wol ist hier gewesen /
Welcher wie Simeon entschläfft /
Sein sünd bekennt / Christum ergreifft /
So muß man selig werden.

Wie wohl

5. Dein seel bedenck / bewahr dein'n leib /
Laß GOtt den Vatter sorgen :/:
Sein engel deine wächter seyn /
B'hüt'n dich für allem argen.
Ja wie ein henn ihr küchelein
Bedeckt mit ihren flügelein /
So thut der HErr uns armen.

bedenke

  


Henne

6. Wir wachen oder schlaffen ein /
So sind wir doch des HErren :/:
Auff Christum wir getauffet seyn /
Der kan dem satan wehren.
Durch Adam auff uns ko t der todt /
Christus hilfft uns auß aller noth /
Drum loben wir den HErren.

Adam

  

* Ehr sey dem HErren JEsu Christ /
Der für uns ist gestorben :/:
Uns wieder aufferstanden ist /
Des Vatters huld erworben.
Daß wir nun nicht in Adams fall
Umko en / und auch sterben all /
Sondern das leben erben.

Ehr sei

521.) Melod. Wann wir in höchsten nöthen seyn / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
456 521 560 557 557 557 557
p. 438 460 748 494 443 650 443

ACh GOtt ! in gnaden von uns wend
Diß grosse creutz und groß elend /
Darmit wir sind umgeben gar /
Und stehn all augenblick in g'fahr.

Ach Gott

2. Behüt uns deine kinderlein /
Um Christi unsers HErren pein /
Für pestilentz und schnellem todt /
Und laß uns nicht in dieser noth.


Pein
für

3. In dieser noth / ach laß uns nicht !
Wend von uns dein zorn und gericht /
Daß dir lobsinge unser mund
Für deinen schutz auß hertzen-grund.


522.) Mel. Ach HErr mich armen sünder &c.
Oder : Ich danck dir lieber HErre &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
457 522 561 558 558 558 558
p. 439 460 748 494 443 650 443

IN diesen schweren zeiten /
Wer weiß wer heute steht :/:
Der jetzt ohn alles leiden
Auß seinem hause geht /
Dem kans gar leicht geschehen /
Daß er ko t heim und stirbt /
Und wo er nicht versehen /
Mit leib und seel verdirbt.


In diesen

  

  


versehen

2. Wer seelig hofft zu sterben /
Und nicht in ewigkeit :/:
Will leib und seel verderben /
Der mache sich bereit
All stund und augenblicke
Durch wahre buß zum tod /
Daß / wie es GOtt ihm schicke /
Die seele sey auß noth.


in Ewigkeit

  


zum Tod

3. Dann / sünder ! deine sünden /
Die dich und deinen GOtt :/:
Von freundschafft thun entbinden /
Ursachen dir den todt /
Und solche schwere plagen /
Die unser [p. 461] land und stadt
Jetzund so hart muß tragen
Um unser missethat.

dann

  

ursachen

4. Ich schick mich abzuscheiden
Gar gern von dieser welt :/:
Entbind mich von dem leiden /
Wann dirs / mein Gott / gefällt.
Soll ich an dieser plage /
Die ich sehr wohl verschuldt /
Beschliessen meine tage /
So gib mir nur gedult.

schicke mich

5. Hie schneide / brenn und säge /
Und mich mit quaal und pein :/:
So hart du wilt / belege /
Laß nur das leiden dein
An mir nicht seyn vergebens /
Und ni   mich nach der pein /
Du frieden-fürst des lebens /
In deinen himmel ein.

säge

Morgen-seegen in Sterbens-Läufften

523.) Mel. Ach GOtt und HErr / wie groß &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
458 523 562 559 559 559 559
p. 439 461 749 495 444 651 444

GOtt lob und danck /
Daß ich nicht kranck
In dieser macht bin worden /
Daß ich gesund /
Mit meinem mund /
Dich lob in meinem orden.

Gott Lob und

  

  

Orden

2.Ich bitte dich /
Behüte mich 
Auch ferner diesen tage /
Und straff mich nicht
In dein'm gericht /
Durch die grassierend Plage.



diesen Tage

  

grassierend

3. Erzörnet sehr
Hab ich dich / HErr /
Mit meinen schweren sünden /
Doch schau die buß /
Ich fall zu fuß /
Und hoffe gnad zu finden.

4. Wie lang wilt du
Dann schlagen zu
Auff die betrübte sünder ?
Wirff doch die ruth
Ins feuers glut /
Und tröste deine kinder.

5. Halt ein / o GOtt /
In dieser noth
Mit sterben und verderben /
Soll da   der rest
An dieser pest
So gantz abscheulich sterben ?

Halt ein

6. HErr / von uns ni  
Den schweren gri    /
Und laß denselben sincken /
Schenck creutz und pein
Uns nicht mehr ein /
Den becher außzutrincken.

Becher

7. Du weist ja wol /
Daß keiner soll /
Der auff dich hofft / verderben /
Drum wirst du / GOtt /
In dieser noth
Dein kind nicht lassen sterben.

8. Verschone mein
In dieser pein /
Auff daß ein jeder schaue /
Daß er nicht ko  
In nöthen um /
Der seinem GOTT vertraue.

er

9. Doch schreib ich dir
Kein maaß nicht für /
Dein will der ist der beste /
Ist es mir gut /
So ni   die ruth /
Und schlag mich mit der peste.


nicht

10. Da   hertzlich gern /
Ohn alles sperrn /
Fall ich in deine hände /
Und schließ darein
Die seele mein
An meinem letsten ende.


sperren

11. Darum trutz todt /
Sampt pest und noth /
[p. 462] Ihr kö t nur zeitlich schaden /
Und bringet hin /
Da wo ich bin
All meiner pein entladen.


bringet hin

12. O Eins in Drey /
Ich gehe frey
Nun auß in deinem namen /
Du bist mein schild /
Machs wie du wilt /
Ich sprech darzu mein Amen.

Eins

Abend-segen in Sterbens-Läufften

524.) Melod. Mein wahlfahrt ich vollendet &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
459 524 563 560 560 560 560
p. 440 462 750 495 445 652 445

GOtt / der uns diesen tag bewacht /
Dem sey nun lob gesungen :/:
Daß er durch seine starcke macht
Uns heute beygesprungen /
Damit uns nicht ein schneller todt
Hat plötzlich überfallen /
Und in so schwerer grossen noth
Erhöret unser lallen.

Gott, der uns

  

beigesprungen

  


Lallen

2. Dir / grosser GOtt / bekennen wir
Die menge uns'rer sünden :/:
Wir bitten aber / laß für dir
Uns doch genade finden /
Und dich der grossen niderlag /
HErr JEsu / doch erbarmen /
Und treib der seuchen schwere plag
Von uns verlaßnen armen.

  

Niederlage

3. Wend / HErr / von uns die pestilentz /
Die um uns her thut schleichen :/:
Laß sie doch unser hauß und gräntz /
O JEsu ! nicht erreichen /
Steh du uns bey mit deiner gnad /
Die kräfftig in den schwachen /
Und hilff / daß uns die pest nicht schad /
Reiß uns auß ihrem rachen.



Grenze

  

Schwachen

4. Du starcker GOtt / dem folgen muß
Wind / meer und auch die erden :/:
Wir fallen dir durch buß zu fuß /
Und wollen frömmer werden /
Sprich nur ein wort durch deinen mund /
So heilet was geschlagen /
Und bleibet frisch / was noch gesund
Von diesen schweren plagen.

folgen

5. Weil uns die schwartze nacht umgibt /
So laß uns sicher schlaffen :/:
Wer GOtt vertraut / und selben liebt /
Dem können solche straffen
Auch krümmen nicht ein einzigs haar /
Es sey dann GOttes wille /
Drum bett und schick dich zur gefahr /
Und halt dem HErren stille.

weil

selben

  


bett

6. Verzage nicht in deinem leid /
GOtt wird dich nicht verderben :/:
Du bist des HErren allezeit /
Im leben und im sterben.
Solt du dann sterben / sterbe hin /
Thu GOTT dein seel ergeben /
Ist doch der tod uns ein gewinn /
Und Christus unser leben.



des Herren

  


Gewinn

[p. 463]
7. Hat doch der mensch kein'n fried noch ruh /
Dierweil er lebt auff erden :/:
Biß daß er thut die augen zu /
Da möcht es besser werden /
Dann er ist von der harten schlacht
Des bösen feinds entsprungen /
Und frey von allem creutz gemacht /
Mit dem er offt gerungen.

8. Daru   geb ich mich willig drein /
Und hoff auff GOtt den HErren :/:
Es muß einmal gestorben seyn /
Was soll ich mich viel sperren.
Wer heut entschläfft / ist morgen schon
Auß diesem welt-getü el / weltgetümmel ?
Und prangt mit unverwelckter cron
Bey seinem GOtt im himmel.



es muss
sperren

9. Dir / JEsu / seye heimgestellt
Mein leben und mein sterben :/:
Mach du's mit mir / wie dir's gefällt /
Nur daß ich mag ererben
Die hohe gnad / o JEsulein /
Daß ich in deinem leben
Nur möge dein thorhüter seyn /
Das wollest du mir geben.

Torhüter

10. Und sterb ich gleich / so sterb ich dir /
Du bist ja auch gestorben :/:
Und hast ein ewigs leben mir
Durch deinen tod erworben.
Diß ist mein trost / darauff ich mich
Behertzt nun lege schlaffen /
Wer busse thut / und hofft auff dich /
Ruht unter deinen waffen.

unter... Waffen


Morgen-Gesänge

525.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
460 525 564 561 561 561 561
p. 442 463 753 497 446 653 446

ICh danck dir / lieber HErre /
Daß du mich hast bewahrt :/:
In dieser nacht so g'fähre /
darin ich lag so hart
Mit finsterniß umfangen /
Darzu in grosser noth /
Drauß daß ich bin entgangen /
Halffst du mir / HErre GOtt.

Ich dank dir

so g'fähre

  

  

Draus dass

2. Mit danck will ich dich loben /
O du mein GOtt und HErr /
Im himmel hoch dort oben /
Den tag mich auch gewähr /
Warum ich dich thu bitten /
Und auch dein will mag seyn /
Leit mich in deinen sitten /
Und brich den willen mein.

gewähr

und auch

3. Daß ich / HERR / nicht abweiche
Von deiner rechten bahn :/:
Der feind mich nicht erschleiche /
Damit ich irr möcht gahn.
Erhalt mich durch dein güte /
Das bitt ich fleissig dich /
Fürs teuffels list und wüten /
Damit er setzt an mich.

setzt

4. Den glauben mir verleihe
An dein'n Sohn JEsum Christ :/:
Mein [p. 646] sünd mir auch verzeihe
Allhie zu dieser frist.
Du wirst mir's nicht versagen /
Wie du verheissen hast /
Daß er mein sünd thu tragen /
Und löß mich von der last.

5. Die hoffnung mir auch giebe /
Die nicht verderben läßt :/:
Darzu ein christlich liebe /
Zu dem / der mit verletzt /
Daß ich ihm guts erzeige /
Such nicht darinn das mein /
Und lieb ihn als mich eigen /
Nach all dem willen dein.

giebe
verderben

  

  

mich eigen

6. Dein wort laß mich beke en
Für dieser argen welt :/:
Auch mich dein'n diener ne en /
Nicht förchten g'walt noch geldt /
Daß mich bald mög ableiten 
Von deiner warheit klar :
Woll'st mich auch nicht abscheiden
Von der christlichen schaar.

daß

7. Laß mich den tag vollenden /
Zu lob dem namen dein :/:
Auch mich nicht von dir wenden /
Ans end beständig seyn.
Behüt mir leib und leben /
Darzu die frücht im land /
Was du mir hast gegeben /
Steht all's in deiner hand.

8. HErr Christ / dir lob ich sage
Für deine wolthat all :/:
Die du mir all mein tage
Erzeigt hast überall.
Dein'n namen will ich preisen /
Der du allein bist gut /
Mit deinem leib mich speise /
Tränck mich mit deinem blut.

mein Tage

  


speise

9. Dein ist allein die ehre /
Dein ist allein der ruhm :/:
Die raach dir niemand wehre /
Dein segen zu uns ko .
Daß wir im fried entschlaffen /
Mit gnaden zu uns eil /
Gib uns des glaubens waffen /
Fürs teuffels listig pfeil.

Waffen


526.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
461 526 565 562 562 562 562
p. 443 464 754 498 447 654 447

AUß meines hertzens grunde
Sag ich dir lob und danck :/:
In dieser morgen-stunde /
Darzu mein lebenlang /
O GOttin deinem thron /
Dir zu lob / preiß und ehren /
Durch Christum unsern HErren /
Dein'n eingebornen Sohn.

Aus meines
Herzens

2. Daß du mich auß genaden /
In der vergang'nen nacht :/:
Für g'fahr und allem schaden
Behütet und bewacht.
Ich bitt demüthiglich /
Woll'st mir mein sünd vergeben /
Womit in diesem leben
Ich hab erzörnet dich.

Dass

3. Du wollest auch behüten
Mich gnädig diesen tag :/:
Fürs teuffels list und wüten /
Vor sünden und vor schmach :
Vor [p. 465] feur und wassers-noth /
Vor armuth und vor schanden /
Vor ketten und vor banden /
Vor bösem schnellen tod.

Schmach

4. Mein seel / mein leib / mein leben /
Mein weib / gut / ehr und kind :/:
In deine händ thu geben /
Darzu mein haußgesind /
Ist dein geschenck und gab /
Mein eltern und verwandten /
Geschwister'n und bekandten /
Und alles was ich hab.

Hausgesind

5. Dein'n engel laß auch bleiben /
Und weichen nicht von mir :/:
Den satan zu vertreiben /
Auf daß der böß feind hier
In diesem jammerthal
Sein tück an mir nicht übe /
Leib u   seel nicht betrübe /
Und bring mich nicht zu fall.

6. GOtt will ich lassen rathen /
Dann er all ding vermag :/:
Er segne meine thaten /
Mein vornemmen und sach /
Dann ich ihm heimgestell't
Mein'n leib / mein seel / mein leben /
Und was er mir sonst geben /
Er machs wie's ihm gefällt.

raten

  

vornemmen

7. Darauff so sprech ich amen /
Und zweiffle nicht daran :/:
GOtt werd es all zusa en
Ihm wol gefallen lan.
Und streck nun auß mein hand /
Greiff an das werck mit freuden /
Darzu mich GOTT bescheiden
In mein'm beruff und stand.

bescheiden


527.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
462 527 566 563 563 563 563
p. 444 465 756 498 448 655 448

ICh danck dir schon durch deinen Sohn /
O GOtt ! für deine güte /
Daß du mich heunt in dieser nacht
So gnädig hast behütet.

Ich dank

  

heunt

2. In welcher nacht ich lag so hart
Mit finsternuß umfangen /
Von aller sühnd geplaget ward /
Die ich mein tag begangen.


Finsternus

mein Tag

3. Drum bitt ich dich auß hertzen-grund /
Du wollest mir vergeben
All meine sünd, die ich begunt
In meinem gantzen leb .



begunt

4. Und wollest mich auch diesen tag
In deinem schutz erhalten /
Daß mir der feind nicht schaden mag
Mit listen mannigfalten.

5. Regier mich nach dem willen dein /
Laß mich in sünd nicht fallen /
Auff daß dir mög das leben mein /
Und all mein thun / gefallen.



auf dass

6. Da   ich befehl mein leib und seel
Und all's in deine hände /
In meiner angst und ungefäll /
Herr / deine hülff mir sende.



ungefäll

7. Auff daß der fürste dieser welt
Kein macht an [p. 466] mir nicht finde /
Dann wo mich nicht dein gnad erhält /
Ist er mir viel zu g'schwinde.

Welt


geschwinde

8. Ich hab es all mein tag gehört /
Menschen-hülff ist verlohren /
Drum steh mir bey / o treuer GOtt /
Zur hülff bist zu erkohren.

9. Allein GOtt in der höh sey preiß /
Sampt seinem ein'gen Sohne /
In einigkeit des heil'gen Geists /
Der herrscht ins himmels throne.


528.) Mel. Nun laßt uns GOtt dem &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
463 528 567 564 564 564 564
p. 444 466 757 499 448 656 448

WAch auff ! mein hertz / und singe
Dem Schöpffer aller dinge /
Dem geber aller güter /
Dem frommen menschen-hüter.

Wach auf

2. Heunt als die dunckle schatten
Mich gantz umgeben hatten /
Hat satan mein'r begehret /
GOTT aber hats gewehret.

heunt

mein'r

3. Ja / Vatter / als er suchte /
Daß er mich fressen möchte /
War ich in deinem schoose /
Dein flügel mich beschlosse.

Ja, Vater

4. Du sprachst : mein kind nun lige /
Trotz dem / der dich betriege /
Schlaff wol / laß dir nicht grauen /
Du solt die so e schauen.


betriege

5. Dein wort das ist geschehen /
Ich kan das licht noch sehen /
Für noth bin ich befreyet /
Dein schutz hat mich verneuet.

6. Du wilt ein opffer haben /
Hier bring ich meine gaben :
Mein weyrauch / farrn und widder
Sind mein gebett und lieder.



Farren

7. Die wirst du nicht verschmähen /
Du kanst ins hertze sehen /
Und weist wol / daß zur gabe
Ich ja nichts bessers habe.

8. So woll'st du nun vollenden
Dein werck an mir / und senden /
Der mich an diesem tage
Auff seinen händen trage.



der mich

9. Sprich ja zu meinen thaten /
Hilff selbst das beste rathen /
Den anfang / mitt'l und ende /
Ach HErr ! zum besten wende.

10. Mit seegen mich beschütte /
Mein hertz sey deine hütte /
Dein wort sey meine speise /
Biß ich gen himmel reise.


529.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
464 529 568 565 565 565 565
p. 445 466 758 500 449 657 449

GOtt des hi els und der erden /
Vatter / Sohn und heil'ger geist :/:
Der es tag und nacht läßt werden /
Sonn und mond uns scheinen heißt /
Dessen starcke hand die welt /
Und was drinnen ist / erhält.

Gott des Himmels

2. GOtt / ich dancke dir [p. 467] von hertzen /
Daß du mich in dieser nacht :/:
Für gefahr / angst / noth und schmertzen
Hast behütet und bewacht /
Daß des bösen feindes list
Mein nicht mächtig worden ist.

3. Laß die nacht auch meiner sünden
Jetzt / mit dieser nacht / vergehn :/:
O HErr JEsu / laß mich finden
Deine wunden offen stehn /
Da alleine hülff und rath
Ist für meine missethat.

4. Hilff / daß ich auch diesen morgen
Geistlich aufferstehen mag :/:
Und für meine seele sorgen /
Daß / wa   nun dein jüngster tag
Uns erscheint / und dein gericht /
Ich davor erschrecke nicht.

jüngster

5. Führe mich / HErr / und begleite
Meinen gang nach deinem wort :/:
Sey und bleibe du auch heute
Mein beschützer und mein hort.
Nirgends als von dir allein
Kan ich recht bewahret seyn.

6. Meinen leib und meine seele /
Sampt den sinnen und verstand :/:
Grosser GOtt / ich dir befehle
Unter deine starcke hand.
HErr / mein schild / mein ehr und ruhm /
Ni   mich auff dein eigenthum.

auf dein

7. Deinen engel zu mir sende /
Der deß bösen feindes macht :/:
List und anschläg von mir wende /
Und mich hab in guter acht.
Der auch endlich mich zur ruh
Trage nach dem himmel zu.

Anschläg

8. Höre / GOtt / was ich begehre /
Vatter / Sohn und heil'ger Geist :/:
Meiner bitt mich / HErr / gewähre /
Der du selbst mich bitten heist :
So will ich dich hier und dort
Hertzlich preisen fort und fort.

gewähre


530.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
465 530 569 566 566 566 566
p. 446 467 759 500 450 658 450

WIe schön leucht't uns der morgen-stern /
Vom firmament deß hi els fern /
Die nacht ist nun vergangen :/:
All creatur macht sich herfür /
Des edlen liechtes pracht und zier
Mit freuden zu empfang .
Was lebt /
Was schwebt /
Hoch in lüfften /
Tieff in klüfften /
Laß zu ehren
Seinem GOTT ein dancklied hören.

Wie schön...vom
Morgenstern

  

  


  


lass

2. Du / o mein hertz / dich auch auffricht /
Erheb dein sti  / und säume nicht
Dem HErrn dein lob zu bringen :/:
Dann HErr ! du bists / dem lob gebührt /
Und dem man billich musiciert /
Dem man läßt innig klingen
Mit fleiß
Danck / preiß /
Freuden-säiten /
Daß von weiten
[p. 468] Man kan hören
Dich / o meinen heyland ! ehren.

von weiten

  

3. Ich lag in stoltzer sicherheit /
Sah nicht / mit was gefährlichkeit
Ich diese nacht umgeben :/:
Deß teuffels list und büberey /
Die höll / des todes tyranney
Stuhnd mir nach leib und leben /
Daß ich
Schwerlich
Wär entkommen /
Und entno en
Disen banden /
Wann du mir nit beygestanden.

  

Büberei

  

  


nit

4. Allein / o JEsu / mein freud
In aller angst u   traurigkeit /
Du hast mich heunt befreyet :/:
Du hast der feinde macht gewehrt /
Mir sanfft und süsse ruh beschehrt /
Deß sey gebenedeyet.
Mein muth /
Mein blut
Soll nun singen /
Soll nun springen /
All mein leben
Soll dir danckes-lieder geben.

sanft

  

5. Ey mein HErr / süsser lebens-hort !
Laß ferner deine gnaden-pfort
Mir heut auch offen bleiben :/:
Sey meine burg und vestes schloß /
Und laß kein feindliches geschoß
Darauß mich ni er treiben /
Stell dich
Für mich
Hin zu kämpffen /
Und zu dämpffen
Pfeil und eisen /
Wa   der feind will macht erweisen.


  

Burg

  


hin

6. Geuß deiner gnaden reiche strahl
Auff mich vom hohen hi els-saal /
Mein hertz in mir verneue :/:
Dein guter geist mich leit und führ /
Daß ich nach meiner ampts-gebühr
Zuthun mich innig freue :
Gib raht /
Und that /
Daß mein sinnen /
Und beginnen /
Stets sich wenden /
Seinen lauff in dir zu enden.

Strahl

  


Gebühr

7. Wend unfall ab / kans anders seyn /
Wo nicht / so geb ich mich darein /
Ich will nicht widerstreben :/:
Doch komm / o süsser morgenthau /
Mein hertz erfrisch / daß es dir trau /
Und bleib im creutz ergeben /
Biß ich
Endlich
Nach dem leiden /
Zu den freuden
Werd erhoben /
Da ich dich kan ewig lob .

anders

  

Morgentau

8. Indeß / mein hertze / sing und spring /
In allem creutz sey guter ding /
Der himmel steht dir offen :/:
Laß schmermuth dich nicht nemmen ein /
Denck / daß die liebsten kinderlein
Allzeit das unglück troffen /
Drum so
Sey fro /
Glaube veste /
Daß das beste /
So bringt frommen /
Wir in jener welt bekommen.


531.) Mel. Auff meinen lieben GOtt / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
466 531 570 567 567 567 567
p. 447 468 761 502 451 659 451

LOb und danck sag ich dir /
Du meine hi els-[p. 469]zier /
Daß ich gesund auffstehe /
Du hüter auß der höhe /
Send deine gnaden-wercke /
Du meines lebens stärcke.

Lob und Dank
Zier

2. Daß mich in diser nacht
Der höllen-löwen macht
Nicht gänzlich hat verderbet /
Mit angst und noth gefärbet /
Das ist / du burg der fro en /
Von deiner allmacht kommen.


gefärbet

3. Ach nimm doch / nimm dich doch /
Auch meiner ferner noch
In gnaden an / und hüte /
Du unerschöpffte güte /
Daß mich kein unfall rühre /
Und keine sünd abführe.

abführe

4. Den teuffel und die welt /
So tausend netze stellt /
Die deinige zu binden /
Laß mich / HErr / überwinden.
Laß deine gnade scheinen
Mir und den lieben meinen.

Den

5. Geuß deines Geistes schein
In meine seele ein /
Daß ich heut deinen willen
In allem mög erfüllen /
Nur nach der tugend strebe /
Und ausser sünden lebe.

6. Rühr meinen unverstand
Mit deiner weißheit hand /
Daß ich in deinen wegen /
Durch deines geistes segen /
In ehrbarn thun und wandel /
Vollführe meinen handel.

Handel

7. Ach unterrichte mich /
HErr JEsu / ohne dich /
Und deines Geistes gaben /
Ist alles / was wir haben /
Nur finsterniß / drum lehre
Und rede / Herr ! ich höre.


ohne dich

  


rede, Herr

8. Eröffne du das hertz /
Daß es sich sonder schertz
Nach dir und nach der ehre
Der wahren weißheit kehre /
Daß meine blöde sinnen
Nichts wider dich beginnen.


sonder

  


wider

9. O grosser GOtt / gib du
Doch meiner seelen ruh /
Dir sey es heimgestellet
Thu was dir wolgefället /
Beschütze / segne / lehre /
Erhalte / nehre / mehre.


Beschütze


532.) Mel. Auß meines hertzens grunde / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
467 532 571 568 568 568 568
p. 448 469 762 502 451 660 451

O GOtt ich thu dir dancken /
Daß du / durch deine güt /
Mich hast fürs teuffels wancken
In dieser nacht behüt /
Also / daß er mich fein
Hat müssen lassen schlaffen /
Und mir mit seinen waffen
Nicht können schädlich seyn.

O Gott, ich tu

wanken

2. Beschütze mich auch heute
Für grosser angst und noth /
Für Gotts-vergeßnen leuthen /
Für einem schnellen tod /
Für sünden und für schand /
Für wunden und für schlägen /
Für ungerechtem seegen /
Für wasser und für brand.

vergessenen

  


Segen

3. An meinem geist mich stärcke /
So wol auch an dem leib /
Daß ich meins amptes wercke
Mit allen freuden treib /
Und thu nach meiner pflicht /
So viel / als mir befohlen /
Biß daß du mich wirst hohlen
Zu deinem heilgen licht.

4. Mein g'sichte mir verleihe
Biß an mein letstes end /
Und gnädig benedeye
Die arbeit meiner händ /
Damit ich auch was hab
Für mich in schweren zeiten /
Und davon armen leuthen
Kan geben eine gab.

Gesicht

  

  


armen Leuten

5. Für allem mich regiere
Mit deinem gnaden-geist /
Daß ich mein gdancken führe
[p. 470] In himmel allermeist /
Und ja nicht gantz und gar
Sey mit dem geitz besessen /
Und schändlich mög vergessen
Des lieben himmels klar.

In Himmel

6. Erhalt mir leib und leben /
So lang es dir gefällt /
Und thu mir / HErr / nur geben
Den schatz in jener welt /
So gilt mir alles gleich /
Und bin es wol zu frieden /
Ob ich schon nicht hienieden
Bin für den menschen reich.

für

7. O HErr / hilff mir vollenden
Die saure lebens-zeit
Thu mir dein hülffe senden /
Und sey nicht allzuweit /
Wa   ich heim schlaffen geh /
Auff daß ich friedlich fahre /
Und mit der christen-schaare
Zum leben auffersteh.


heim


533.) Mel. Erhalt uns HErr bey deinem &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
468 533 572 569 569 569 569
p. 449 470 763 503 452 661 452

DIe helle sonn leucht't jetzt herfür /
Frölich com schlaff auffstehen wir /
Lobt Gott / der uns heunt diese nacht
Behüt't hat für des teuffels macht.


Die helle Sonn

2. HErr Christ den tag uns auch behüt
Für sünd und schand / durch deine güt /
Laß deine liebe engelein
Unser hüter und wächter seyn.

unser

3. Daß unser hertz in ghorsam leb /
Deinm wort und willn nicht widerstreb /
Daß wir dich stets für augen han /
In allem was wir fangen an.



für

4. Laß unser werck geraten wol /
Was ein jeder außrichten soll /
Daß unser arbeit / müh und fleiß
Gereich zu deinem lob und preiß.

Lob und


534.) Mel. Christ der du bist der helle tag / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
470 534 573 570 570 570 570
p. 450 470 763 503 452 661 452

DIe nachtwach nun vergangen ist /
Wir dancken dir / HErr JEsu Christ /
Daß du uns frey von aller plag /
Gesund läst leben diesen tag.

Die Nachtwach

2. Wir bitten dich / du gnadenstrahl /
Leucht uns in diesem ja erthal /
Beschirm uns täglich und auch heut /
Bewahr uns ferner allezeit.

3. Darneben gib uns fried und ruh /
Und was uns nöthig ist darzu /
Durch deine starcke gnaden-hand
Beschütze uns und unser land.

4. All sünd und schwachheit uns verzeih /
Ein gut gewissen stets verleih /
Gib / daß wir deines nahmens ehr
Außbreiten i er mehr und mehr.

5. Und wenn es dir / o HErr / gefällt /
Uns abzufordern auß der welt /
So gib ein seelig ende hier /
Daß wir dort ewig seyn bey dir.


abzufordern

† 6. O JEsu Christ / erbarme dich /
Hör unser bitten gnädiglich /
Durch dein verdienst / durch deinen todt
Erlöse uns auß aller noth.

O Jesu

535.) Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
471 535 574 571 571 571 571
p. 451 470 764 504 453 662 453

GOtt lob / nun ist es wieder morgen /
Die nacht vollendet ihren lauff ;
Nun wachen alle meine sorgen
Auff einmal mit mir wieder auff :
Die ruh ist auß / der schlaff ist hin /
Und ich seh wieder wo ich bin.

Gottlob, nun

Sorgen

2. Ich bin noch i er auff der erde /
Wo jeder tag sein elend hat /
Wo ich nur i er älter werde /
Und häuffe sünd [p. 471] und missethat :
O GOtt / von dessen brodt ich zehr /
Wenn ich dir nur was nütze wär.



nur


was

3. Ohn zweiffel siehst du mich auffstehen /
Regier mich heut in dieser welt ;
Ich weiß nicht / wie mirs heut wird gehen /
Mach alles so / wie dirs gefällt ;
Schleuß mich in deine vorsicht ein /
Dein will ich tod und lebend seyn.

Vorsicht

4. Vergib mir / Vatter / meine sünden /
Die ich mit auß dem bette bring /
Und laß mich vor dir gnade finden /
Erhöre was ich bett und sing ;
Denn wenn ich nur bey dir wol steh /
So acht ichs gar nicht / wie mirs geh.

wohl stehe

5. Hilff du in allen sachen rathen /
Denn ich bin selber mir nicht klug :
Behüte mich vor missethaten /
Für böser menschen list und trug ;
Laß mich den tag wol legen an /
Und gutes schaffen / weil ich kan.

weil

6. Erhalte mir mein leib und leben /
(Der seelen kräffte) (Mein weib und kind, mein) haab und gut /
Und laß den himmel segen geben /
Wenn meine hand das ihre thut :
Hilff daß ich alles wol verricht :
Du wirst es thun / ich zweiffle nicht.


Weib und Kind

536.) Mel. O Gott du from_mer Gott. Oder : Nun dancket alle GOtt / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
474 536 575 572 572 572 572
p. 453 471 765 504 453 663 453

O JEsu / süsses liecht ! nun ist die nacht vergangen /
Nun hat dein gnaden-glantz auffs neue mich umfangen /
Nun ist / was an mir ist / vom schlaffe auffgeweckt /
Und hat nun in begierd zu dir sich außgestreckt.


O Jesu

2. Was soll ich dir de   nun / mein GOtt ! für opffer schencken ?
Ich will mich gantz und gar in deine gnad einsencken /
Mit leib / mit seel / mit geist / heut diesen gantzen tag /
Das soll mein opffer seyn / weil ich sonst nichts vermag.

denn nun

Leib...

3. Drum siehe an / mein GOtt / da hast du meine seele /
Sie sey dein eigenthum / mit ihr dich heut vermähle
In deiner liebes-krafft / da hast du meinen geist /
Darinnen wolst du dich verklären allermeist.

4. Da sey denn auch mein leib zum tempel dir ergeben /
Zur wohnung u   zum hauß / ach allerliebstes leben !
Ach ! wohn / ach ! leb in mir / beweg und rege mich /
So hat geist / seel und leib mit dir vereinigt sich.

Tempel

5. Dem leibe hab ich jetzt die kleider angeleget /
Laß meiner seelen seyn dein bildnuß eingepräget /
In güldnem glaubens-schmuck / in der gerechtigkeit /
So allen seelen ist das rechte ehren-kleid.


Bildnuss

6. Mein JEsu / schmücke mich mit weißheit und mit liebe /
Mit keuschheit / mit gedult / durch deines geistes triebe /
Auch mit der demuth mich vor allem kleide an /
So bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan.


Triebe

7. Laß mir doch diesen tag stets für den augen schweben /
Laß dein allgegenwart mich / wie die lufft / umgeben /
Auff daß mein gantzes thun / durch hertz / durch sinn und [p. 472] mund /
Dich lobe inniglich / mein GOtt / zu aller stund.


Lass

8. Ach ! segne / was ich thu / ja rede und gedencke /
Durch deines geistes krafft es also führ und lencke /
Daß alles nur gescheh zu deines namens ruhm /
Und daß ich unverrückt verbleib dein eigenthum.


537.) Mel. Auff meinen lieben GOtt / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
475 537 576 573 573 573 573
p. 453 472 766 505 454 664 454

SO trett ich demnach an /
So gut ich immer kan /
Mein a t / beruff und wesen /
Dazu mich GOtt erlesen /
Der wird mir seinen segen
Auch wissen beyzuleg .


So tret ich
so gut
Wesen

2. Dir / Vatter / sag ich danck /
Daß du mein lebenlang
So reichlich mich ernehret /
Und manche gnad beschehret /
Laß deine güt und gaben
Mich auch noch ferner laben.

3. Ach mein HErr JEsu Christ /
Der du mein helffer bist /
Gesegne meine wercke /
Und mich vom hi el stärcke /
Damit ich deinen willen
In allem mög erfüllen.

4. Behüte seel und leib /
Und alles von mir treib
Was meine arbeit hindert /
Und deinen seegen mindert ;
Laß mich in fried und freuden
Zuletzt von hinnen scheiden.



Arbeit

  

hinnen

538.) Mel. Christ der du bist der helle tag / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
476 538 577 574 574 574 574
p. 454 472 766 506 454 664 454

WAnn ich früh auß dem schlaff erwach /
Richt ich zu Christo all mein sach /
Wenn ich auffsteh auß meinem beth /
Zu Christo all mein hoffnung steht.

Wann ich früh

Beth

2. Wann ich geh an die arbeit mein /
Christum laß ich mein helffer seyn.
Wann ich die glocken schlagen hör /
Christo danck ich / sonst keinem mehr.

mehr

3. Wann mich mein fleisch zur sünd verleit /
Um Christi willen ichs vermeid /
Summa / was ich red oder thu /
Christi gedächtnuß kommt darzu.

summa

4. Daß heißt sich Christo recht ergebn /
Und schmeckn allhier das ewig lebn.
Ach gib / HErr JEsu / daß auch ich
Mit dir dort lebe ewiglich.

Ach gib


539.) Mel. Wie schön leuchtet der morgenstern / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
477 539 578 575 575 575 575
p. 454 472 767 506 455 665 455

BRich an / du schönes morgen-liecht /
Und mache munter mein gesicht /
Laß deine strahlen gli en :/:
Brich an / du theure andachts-flamm /
Auß deinem heissen hertzens-stamm
Ein danck-lied anzusti en :
Preiset /
Weiset
Den mit loben /
Der von oben
Mich behütet /
Und mit seegen überschüttet.


Brich an

glimmen

  


weiset

2. Ach GOtt ! mein Gott ! ich dancke dir
Von gantzem hertzen / daß du mir
Verliehen deine güte :/:
Und mich in dieser düstern nacht
Durch deine engel hast bewacht
An leib / seel und gemüthe :
Daß ich
Frölich
Meine glieder
Habe wieder
Ohn verletzen
Mögen auß der ruhe setzen.

3. Ach gib / o treues Vatter-hertz /
Daß alle sünden / angst und schmertz
Mit dieser nacht vergehen :/:
Daß ich in deiner gnad und huld /
Auch jetzund möge ohne schuld
Recht geistlich aufferstehen :
Laß mich
Christlich
Meine [p. 473] sorgen
Diesen morgen
So erwegen /
Daß ich spüre deinen seegen.

4. HErr JEsu ! leite meinen gang /
Daß ich forthin mein lebenlang /
Nach deinem willen walle :/:
Behüte mir mein seel und leib /
Mich selbst in deine hände schreib /
Damit ich ja nicht falle :
Ach gib
Mein lieb
Deine wunden
Alle stunden
Zu betrachten /
Und die welt vor nichts zu achten.

5. Regiere mich mit deinem geist /
Der mir den weg zum leben weist /
Auff daß ich überwinde :/:
Une deine reiche seegens-hand
In meiner nahrung oder stand
Zu jeder zeit empfinde.
Biß ich
Endlich
Werd in freuden
Davon scheiden /
Und mit singen
Dir ein neues danck-lied bringen.

Nahrung

  


540.) Mel. O Ewigkeit / du donner-wort / &c.

Ed. 1709 1722 1737 1740 1746 1754 1766
654 540 579 576 576 576 576
p. 608 473 768 507 455 665 455

GOTT / der du selber bist das licht /
Deß güt u   treue stirbet nicht /
Dir sey jetzt lob gesungen /
Nachdem / durch deine grosse macht /
Der helle tag die finstre nacht
So kräfftig hat verdrungen /
Und deine gnad und wunderthat
Mich / da ich schlieff / erhalten hat.

Gott, der du
Licht

2. Laß ferner mich in deinem schutz /
O Vatter / für des satans trutz
Mit freuden aufferstehen /
Damit ich diesen gantzen tag
Dich ja mit meinem nutzen mag
Im glauben frölich sehen /
Für allem sey du selber mir
Das liecht des lebens für und für.


für

  

Nutzen

3. Des glaubens liecht in mir bewahr /
O stärck / o mehr es wunderbar /
Erwecke treu und liebe /
Die hoffnung mach in nöthen fest /
Hilff / daß ich mich auffs allerbest
Auch in der demuth übe /
Daß deine furcht stets für mich steh /
Und ich auff guten wegen geh.

4. HErr / halte meinen gang gewiß /
Treib auß von mir die finsterniß
Und boßheit meines hertzen /
Behüte mich den gantzen tag
Für aberglauben / zorn und plag /
auch für verbotnem schertzen /
Bewahre mich für stoltzem pracht /
Und allem / was mich lästern macht.

Pracht

5. Gib / daß ich dir gehorsam sey /
Und mich für zanck und hader scheu /
Auff daß der so en strahlen
Mich diesen tag nicht zornig sehn /
Und nachmals traurig untergehn /
Ach / laß mich nicht bezahlen
Dem nächsten seine bitterkeit
Mit feindschaft / hassen / grimm und neid.


  

diesen Tag

6. Für unzucht und für böser lust /
Für kargheit und des geistes wust
Behüte mich in gnaden :
Gib / [p. 474] daß die falschheit dieser zeit /
Zusa t der ungerechtigkeit /
Mein hertz ja nicht beladen :
Ach / daß dein heiligs angesicht
Doch solche sünd erblicke nicht.


Kargheit, Wust

  

zusamt

7. O treuer GOtt / erweck in mir
Nur einen hunger stets nach dir /
Daß mich die welt verliere /
Auch lehre mich / du starcker held /
Zu thun allein / was dir gefällt /
Dein guter geist mich führe /
Damit ich ausser bösem wahn
Stets wandeln mög auff eb'ner bahn.

8. Befihl auch deiner engel schaar /
Daß sie mein leben für gefahr
Den gantzen tag beschützen /
Und auff den händen tragen mich /
Daß nicht der satan grausamlich
Mich könn allhie beschmitzen :
So werd ich gegen löwen stehn /
Und unverzagt auff drachen gehn.




auf den Händen

beschmitzen
Löwen

9. So nimm von mir / o Vatter / hin
Mein hertz / gedancken / muth und si  /
Daß ich dir gantz vertraue /
Behüt auch / du getreuer hort /
Mein dichten / reden / werck und wort /
Daß es nur stetig schaue
Auff deines theuren namens ehr /
Auch meines nächsten nutz vermehr.


dichten

10. HErr JEsu Christe / laß allein
Mich armen ein gefässe seyn
Und werckzeug deiner gnaden ;
Richt all mein thun / beruff und stand /
Halt über mir dein' hülff und hand /
So kan mir niemand schaden :
Du wollest auch ja gnädiglich
Für den verleumdern schützen mich.


Gefäß

11. Mit hertz und mund ich dir befehl /
HErr JEsu Christ / mein leib und seel /
Auch ehr und gut darneben :
Wenn ich nun sitze / geh und steh /
Alsde   so schaffe / daß ich seh /
HERR / über mir dich schweben :
Gib / daß ja deine gnad -hand
Sey nimmer von mir abgewandt.


alsdenn

12. Für bösen pfeilen / die bey tag
Auff erden bringen grosse plag /
Als für des todes seuche /
Für pestilentz behüte mich /
Damit sie nicht so grausamlich
Bey nacht herummer schleiche.
Bewahr uns auch für krieges-noth /
Wend einen bösen schnellen tod.

Pfeile

  

  

herummer

13. Gib / lieber HErr / zu dieser frist /
So viel im leben nöthig ist /
Doch nur nach deinem willen.
We   du die speiß und nahrung hie
Mit gnaden segnest [p. 475] spath und früh /
Kanst du uns reichlich füllen :
Doch daß man deine milde gab
Auch nicht zu einem mißbrauch hab.

14. Allein zu dir hab ich gesetzt
Mein hertz / o Vatter / gib zuletzt !
Auch mir ein sel'ges ende
Auff daß ich meinen jüngsten tag
Mit grosser freud erwarten mag /
Drauf streck ich auß die hände.
Ach komm / HErr JEsu / ko  / mein ruhm /
Und nimm mich in dein eigenthum.


zuletzt !

15. Mein GOtt und Vatter segne mich /
Der Sohn erhalte gnädiglich /
Was er mir hat gegeben :
Der Geist erleuchte tag und nacht
Sein antlitz über mich mit macht /
Und schütze mir mein leben.
Nur dieses wünsch ich für und für:
Der friede GOttes sey mit mir.

Mein Gott

  


sein Antlitz

Lied / Cantique 541